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Camp vor der Schließung
Der Abschied naht am Felixsee

Das Camp am Felixsee stand viele Jahre lang für bemerkenswerte Jugendarbeit. Jetzt geht die Ära des Camps zu Ende. Archivfoto: Martina Arlt.
Das Camp am Felixsee stand viele Jahre lang für bemerkenswerte Jugendarbeit. Jetzt geht die Ära des Camps zu Ende. Archivfoto: Martina Arlt. FOTO: Martina Arlt
Spremberg/Bohsdorf. Die vorerst letzte Woche in der beliebten Bohsdorfer Ferienanlage hat begonnen.

„Wir haben gehofft, es wird anders kommen, aber  das kam es bisher nicht. Deswegen heißt es nun schweren Herzens Abschied nehmen“, heißt es auf der Veranstaltungseinladung der Abschiedswoche auf Facebook. In der Abschiedswoche sollen notwendige Rückbauarbeiten vorgenommen werden. Am Freitagabend, den 3. November, wird es eine offizielle Abschiedsparty geben, bei der jeder  vorbeischauen kann und nochmal „Tschüs“ sagen kann. Gerade der langjährige Träger des Ferienobjekts am Felixsee  – die Berliner Stiftung SPI – möchte mit der Abschlussparty Abschied nehmen.

„Es ist natürlich ärgerlich, dass wir mit dem Eigentümer der Stadt Spremberg bisher zu keiner Einigung gekommen sind“, sagt Stefan Zaborowski, stellvertretender Stiftungsdirektor. Eine grundhafte und notwendige Sanierung des Objektes wurde von der Stadt mit einer Investitionssumme von 350 000 Euro benannt. Der entsprechend höhere Pachtzins, den die Stadt als Eigentümer für die Zeit nach der Sanierung in Aussicht stellt, ist für die  Stiftung SPI nach eigenen Aussagen nicht zu stemmen.  Somit blieb der Stiftung keine andere Option, als zum Ende Oktober die 40 Jahre alte  Ferienanlage zu schließen, die seit mehr als 15 Jahren immer  von ihr bewirtschaftet und instandgehalten wurde.  Die Stiftung möchte die Anlage weiter betreiben, aber zu finanziell günstigeren Konditionen. Nur kurz wurden laut Stefan Zaborowski die Möglichkeiten einer Überführung des Objektes in Erbbaupacht oder der Kauf durch die Stiftung zu einem symbolischen Preis erörtert.

Seit Mitte Oktober liegt der Stadt jetzt ein weiteres Angebot vor. Die  Unternehmergesellschaft „OneLove Works“ möchte die Ferienanlage zu einem symbolischen Preis kaufen und weiterbetreiben, insofern die Stiftung  SPI die Anlage nicht weiterbetreiben wird. „Wir wollen in der Ferienanlage  auf alle Fälle die zahlreichen Themencamps beibehalten und  ein Impulsgeber für einen neuen pädagogischen Kinder- und Jugendtourismus sein. Es wäre mehr als schade, die Anlage einfach zu schließen“, sagt Benny Stobinski, der  „OneLove Works“ gegründet hat.  In einer von OneLove Works angefertigten Hochglanz-Broschüre werden Zielstellungen, Inhalte und bauliche Vorhaben präzise geschildert.  Sollte das Objekt in die Hände der Unternehmergesellschaft gehen können, plant diese eine Erneuerung der Mehrbettbungalows, ein zusätzliches gläsernes Seminarhaus und besser nutzbare Sanitärräume. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich hierbei auf ungefähr 500 000 Euro. Wie auch die Stiftung plant auch die Unternehmergesellschaft, mit  möglichen Fördermitteln zu arbeiten.  „Um aber schnellstmöglich antragsfähig für eine potenzielle Förderung zu sein, muss schnellstmöglich eine Richtungsentscheidung der Stadt her“, sagt Benny Stobinski. Auch Stefan Zaborowski von der Stiftung beklagt, dass  „immer mehr Zeit verstreicht“. Eine Stellungnahme der Stadt ist bisher  nicht einzuholen gewesen.

Nun wird in dieser Woche erst einmal der Abschied  begangen. „Im Anschluss werden wir auch die Schlüssel für das Objekt der Stadt zurückgeben“, sagt Zaborowski. Ob sich dann noch mal etwas bewegt,  bleibt abzuwarten.