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| 15:05 Uhr

Spremberg
Lese-Elch geht an Wolf Kelpinski

Geschichten zu erzählen hatten am Samstag im ATZ in Welzow (v. l.)  Chalima Schröder, Bernicia Schröder, die Frau mit dem Pseudonym Rattenfänger, Kristine Messenbrink und Wolf Kelpinski.
Geschichten zu erzählen hatten am Samstag im ATZ in Welzow (v. l.) Chalima Schröder, Bernicia Schröder, die Frau mit dem Pseudonym Rattenfänger, Kristine Messenbrink und Wolf Kelpinski. FOTO: Arlt Martina
Welzow. Die Welzower Lesebühne hat Platz für wahre Geschichten und Alien-Fantasien.

Zur vierten Lesebühne hat am späten Samstagnachmittag Kristine Messenbrink in das Archäotechnische Zentrum nach Welzow eingeladen. Dazu waren wieder kreative Köpfe aus der Region gefragt, die ihren Beitrag als Erzählung, Kurzgeschichte oder Gedicht präsentieren wollen. Nur eine Bedingung galt es dabei zu erfüllen: Es sollte sich um selbst erdachtes Schriftgut handeln. „Meine Tochter Steffi brachte mich damals auf die Idee, hier im ATZ eine offene Lesebühne zu kreieren. Dafür gäbe es reichlich Potential. So ließ ich mich von ihr inspirieren“, erinnert sich Kristine Messenbrink an die Anfänge vor vier Jahren.   Am Samstag tauchten im ATZ sechs Leser auf. Auch Publikum hatte sich eingefunden. Es bewertet die Text.

Der ATZ-Wanderpokal stand schon bereit: Ein selbst getöpferter Lese-Elch. Der Vorjahresgewinner, der gerade eine große Reise unternimmt, hatte ihn rechtzeitig zurückgebracht. Nach einer zweistündigen Lesung stand am Samstag fest, dass diesmal für ein Jahr Wolf Kelpinski die Trophäe mit nach Hause nehmen darf. Seine Lesegeschichte begann mit dem schlichten Titel „Michael“.

Wolf Kelpinski nahm zum zweiten Mal an diesem Wettbewerb in Welzow teil. „Die Dinge hier im ATZ interessieren mich schon sehr, besonders die Vorzeit. So habe ich über Dr. Hans-Joachim Behnke hierher gefunden. Gern schreibe ich Bücher und Geschichten. Doch ich schreibe etwas kompliziert. So mache ich mir beispielsweise auch Gedanken, warum die Rose die Blume der Liebe wurde.“ Die Lesebühne gefalle ihm als Podium. „Nur müssten sich noch einige Interessenten dazugesellen. Auf jeden Fall möchten wir einen Autorenstammtisch gründen, der sein Domizil vielleicht im City-Hotel in Welzow finden könnte“, sagt der 75-jährige gebürtige Berliner Wolf Kelpinski. Seinen diesjährigen Beitrag „Michael“ schrieb er im Dezember 2011 auf. „Er handelt von der Oberflächlichkeit der Menschen und von dem einen Menschen, der versucht, damit umzugehen“, so Kristine Messenbrink.

Auch die 18-jährige Bernicia Schröder aus Neupetershain gehörte zu den Mitwirkenden und las ihre Geschichte „Sterne schlafen nie“. Sie ist Schülerin am Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus. Seit einigen Jahren schreibt sie Romane für Kinder und Jugendliche, doch auch gern von Zeit zu Zeit Kurzgeschichten. Bereits im vergangenen Jahr bereicherte sie die offene Lesebühne in Welzow mit dem Beitrag „Das Glitzern der Welt“ und entführte die Besucher in eine Welt voller Fantasie und Hoffnung. Ihre Geschichte am Samstag handelte von einem Alien. Auf der Erde gelandet, macht er sich mit den Dingen vertraut, die uns nur allzu bekannt sind. Er entdeckt die Musik, macht Fehler und lebt. Die Gäste hatten viel Spaß mit diesem Science-Fiction-Beitrag. Bernicia kommt aus einer schreib- und lesefreudigen Familie, denn auch ihre Schwester und ihre Mutter haben sich diesem Hobby gewidmet.

Bernicia Schröder las zum zweiten Mal im Rahmen der offenen Lesebühne. „Die Lesebühne bietet die beste Gelegenheit, das Geschriebene auch einmal vorzustellen. Dabei bin ich immer bemüht, das Erlebte mit ausgedachten Dingen zu verbinden. Aufsätze schreiben gehört zu meinen Leidenschaften“, sagt Bernicia. Wie sie erzählte, habe sie bereits zwölf Romane geschrieben, drei davon wurden veröffentlicht. So sind bereits mehrere Bände von „Sara Sith“ vom Verlag „Books on Demand“ käuflich erhältlich.

An das Lesepult traten außerdem am Samstag Chalima Schröder mit dem Beitrag „Das geheime Leben“ sowie zwei Autorinnen, die  unter den Pseudonymen Rattenfänger und Kala wahre Geschichten wie „Klassenfahrt zum Bundestag“, „Kind wird in der Schule gemobbt“ und Zeitzeugen-Gedichte schreiben.

Zu guter Letzt gab Kristine Messenbrink aus dem ATZ eine Geschichte zum Besten. Denn bis 2007 war sie als Eventmanagerin unterwegs. Aus dieser aufreibenden aber auch spannenden Zeit stammen Aufzeichnungen, die sie später als Gesamtkunstwerk „Aus dem Tagebuch einer Eventmanagerin“ zusammenfasste. Am Samstag las sie die Geschichte „Marmor, Stein und Eisen bricht“ –  außerhalb der Wertung.