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Leni schleppt und Nora vertraut

Mit Moritz Zweig und Angelika Heinze macht das harte Training zum Rettungsschwimmer Spaß.
Mit Moritz Zweig und Angelika Heinze macht das harte Training zum Rettungsschwimmer Spaß. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Fest packt Leni ihre Schwimmpartnerin Nora unter die Arme und wirft sich rücklings in die Bahn. Die Experten nennen das Schleppen. Annett Igel-Allzeit / ani

Nora muss nur ruhig liegen und vertrauen, sie versucht, sich auf die Atmung zu konzentrieren. Leni zieht sie beide 25 Meter durch das Schwimmbecken. Ihre Beine haben die Kraft. Sie hat mit fünf Lenzen schwimmen gelernt und in Cottbus auf Leistung trainiert. Jetzt will sie auch Menschen aus Notlagen retten. Mandy Reinhold, eine der sechs Übungsleiter der Spremberger Wasserwacht, nickt: "Sie lernen bei uns die Griffe in der Wasserrettung, bekommen Unterricht in Erster Hilfe, und auch die rechtlichen Grundlagen bringen wir ihnen bei. Aber ganz wichtig ist, dass sie gut und schnell schwimmen können, sich sicher im Wasser bewegen." Nora, Anik, Leni und zwei weitere Mädchen trainieren unter den Fittichen von Moritz Zweig und Angelika Heinze für das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Bronze.

Ab dem zwölften Lebensjahr kann sich der Rettungsschwimmernachwuchs dieser ersten Prüfung stellen. Sprünge, Tauchen und Schleppen gehört ebenso zur Prüfung wie 100 Meter in Kleidung schwimmen. Dass sie sich im Wasser Jacke und Hose auch ausziehen können, müssen sie zeigen und erklären, wie sie sich aus einer Hals umklammerung befreien.

Moritz Zweig und Angelika Heinze haben viel Spaß an ihrer quirligen Gruppe und ergänzen sich gut. Während Moritz Zweig, der Zwölfklässler, die Schüler fröhlich aufscheucht, gibt Angelika Heinze den Zaghafteren Tipps. "Auch ich habe mal jung mit Rettungsschwimmen angefangen", erzählt die 58-Jährige, "aber dann kamen der Beruf, die Familie. Jetzt, nach 30 Jahren, wiederholte ich alle Prüfungen - und ärgere mich, dass ich das nicht viel früher gemacht habe."

Mustafa kommt schwimmerisch noch nicht an die Mädchen heran, aber er ist willig. Moritz Zweig hatte ihn im Sommerlager im Kochsagrund intensiv trainiert, damit er es in diese Gruppe schafft. Immer besser kann Mustafa die Kraft, die ihm langsam wächst, einsetzen. "Ich schwimme so gerne", ruft er, bevor er in Richtung Startblock rudert.

Die Spremberger Wasserwacht ist Ortsgruppe des DRK Niederlausitz. 300 Mitglieder hat sie, 200 davon sind Kinder und Jugendliche. Sie fahren zu Wettkämpfen befreundeter Vereine und zur Ostsee. Trainiert wird jeden Freitag, gestaffelt in Gruppe zwischen 17.30 und 21.30 Uhr in der Schwimmhalle. Mit dem Spiel "Moritz treffen" endet Lenis Training. Alle springen so verrückt ins Wasser, dass viel Spritzer den Trainer treffen.

Zum Thema:
Das 48-Stunden-Schwimmen in Spremberg startet am 30. September um 10 Uhr. Die Wasserwacht veranstaltet es mit der Volksbank Spree-Neiße und der Stadt Spremberg. Weil der Wettkampf einzigartig ist, werden Spitzensportler aus Deutschland und dem Ausland erwartet. Einen Versuch, es ins Buch der alternativen Rekorde zu schaffen, startet ein Schwimmerpaar. Anmeldungen sind noch unter www.wasserwacht-spremberg.de oder www.48hschwimmen.de möglich, hier gibt es auch weitere Informationen. Und Helfer, die Bahnen zählen, werden noch gesucht. (ani)