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| 02:58 Uhr

Lausitziale ehrt Irmchen Kuhlee

Lausitziale-Projektleiter Holger Fahrland (l.) überreicht den Ehrenpreis "Perle der Lausitz" an Irmgard Kuhlee, die sich gerührt bedankt.
Lausitziale-Projektleiter Holger Fahrland (l.) überreicht den Ehrenpreis "Perle der Lausitz" an Irmgard Kuhlee, die sich gerührt bedankt. FOTO: Würz
Spremberg. Film ab! hieß es gestern Abend im Spremberger Spreekino zur zweiten Auflage des HeimatFilmFestes Lausitziale. Der eigens für das Filmfest gedrehte Premierenfilm über die Malerin Irmgard Kuhlee wurde im ausverkauften Kinosaal ein großer Erfolg. Catrin Würz

Gerührt nahm die 87-jährige Künstlerin nach dem Abspann des Filmes "Meine Modelle müssen leben" den diesjährigen Lausitziale-Preis - die "Perle der Lausitz" - entgegen. Dabei handelt es sich um eine Skulptur, die eine in uralte Moor eiche gefasste blaue Glasperle darstellt. Dieser Ehrenpreis der Lausitziale wurde gestern Abend erst zum zweiten Mal vergeben. "Ich danke Euch allen so sehr. Ich bin glücklich, dass ich hier bei Euch sein darf", sagte Irmgard Kuhlee ergriffen.

Vorangegangen war die Uraufführung der Filmdokumentation über die lausitzweit bekannte Malerin und Volkskünstlerin. Das Filmteam mit Siegmar Schulz, Joern Hirsch und David Dotzler hatte die Groß Buckowerin eineinhalb Jahre lang an verschiedenen Drehorten interviewt. Entstanden ist dabei ein Zeitdokument über eine willensstarke und außergewöhnliche Frau, die auch mit ihren 87 Jahren noch leidenschaftlich für ihre Kunst brennt und mit jeder Menge Mutterwitz ausgestattet ist. Der Film zeigt zudem die große Breite des schöpferischen Schaffens von Irmgard Kuhlee, deren Werk inzwischen zirka 10 000 Arbeiten umfasst.

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier eröffnete das zweite HeimatFilmFest Lausitziale, das gegenwärtig eines der kleinsten, aber mit großem Potenzial sei. "In der Wirtschaft wird gerade darüber diskutiert, wie wir unsere Region mehr ins rechte Licht rücken können, um sie attraktiv für Menschen und Investoren zu machen. Ich denke, so ein Filmfest wie die Lausitziale ist genau der richtige Ansatzpunkt. Die Kreativen bringen Ideen ein für die Weiterentwicklung unserer Region", so ihre Worte.

Dem Zeitenwandel war anschließend der Workshop "Gedanken an die Zukunft" gewidmet. Ausgehend von einigen Filmsequenzen, die im Jahr 1995/96 kurz vor der Stilllegung des Kraftwerkes Trattendorf entstanden sind, kamen die Lausitziale-Besucher ins Gespräch über Begriffe wie Arbeit, Glück und Zukunft. Zu den Filmfest-Besuchern gehörte eine Reihe Auszubildender aus dem Oberstufenzentrum II in Cottbus. Nach kurzer Diskussion zwischen Alt und Jung war dann aber doch klar: Ähnlich wie die Generation des einstigen Aufbaus misst auch die Jugend von heute der Arbeit einen großen Stellenwert bei, um ein glückliches, erfülltes Leben führen zu können. Ein Erkenntnisgewinn, der ganz im Sinne des Lausitziale-Anspruchs ist: Menschen anzuregen, über eigene Visionen nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Zum Thema:
Begleitend zur Lausitziale gibt es zwei Ausstellungen:Im Bürgerhaus am Markt werden noch bis zum 17. Oktober "Fotografien aus der Lausitz" von Yvonne Most gezeigt. Die Fotokünstlerin aus Thüringen hat Menschen in ihrer Lausitzer Tracht unter einem besonderen Blickwinkel mit der Kamera eingefangen. Jeweils am Lausitziale-Ort stellt Martin Rattke Szenenfotos vom Tanzprojekt "Hoyerswerda - eine Stadt tanzt . . . das unsichtbare Opfer" als Diaschau vor.

Die Thüringer Fotografin Yvonne Most zeigt im Bürgerhaus am Markt ihre künstlerische Sicht auf die Lausitzer Trachten.
Die Thüringer Fotografin Yvonne Most zeigt im Bürgerhaus am Markt ihre künstlerische Sicht auf die Lausitzer Trachten. FOTO: cw