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| 01:25 Uhr

Lausitzer Sterngucker bereiten sich auf die Mondfinsternis vor

Spiegelteleskop Marke Eigenbau: Die Mitglieder des Vereins Lausitzer Sterngucker haben das Teleskop in 500 Arbeitsstunden zusammengesetzt. Es soll am 15. März in Graustein auf dem Sportplatz neben vielen anderen Beobachtungsgeräten aufgebaut werden, wie Vereinschef Rüdiger Mönch (l.) erklärt.
Spiegelteleskop Marke Eigenbau: Die Mitglieder des Vereins Lausitzer Sterngucker haben das Teleskop in 500 Arbeitsstunden zusammengesetzt. Es soll am 15. März in Graustein auf dem Sportplatz neben vielen anderen Beobachtungsgeräten aufgebaut werden, wie Vereinschef Rüdiger Mönch (l.) erklärt. FOTO: André Kurtas
Heute Nacht wird sich der Schatten der Erde über den Mond schieben. Auf dieses astronomische Ereignis bereiten sich die Spremberger Mitglieder des Vereins Lausitzer Sterngucker schon seit Tagen vor. Sie wollen sich das Schauspiel nicht entgehen lassen und werden den Nachthimmel mit Teleskop und Fernglas beobachten. Denn die nächste totale Mondfinsternis wird in den Lausitzer Breiten erst wieder in sieben Jahren zu sehen sein. Von Andr&eacute; Kurtas <br> und Mich&eacute;l Havasi

Hobbyastronomen müssen Frühaufsteher sein, wie der Grausteiner Martin Kulisch erklärt. "Die Mondfinsternis findet nämlich heute Nacht zwischen 4.01 und 4.51 Uhr statt." Dabei steht der Mond von der Sonne aus gesehen genau hinter der Erde und taucht in ihren Schatten ein. "Er wird jedoch nicht komplett finster: Langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Finsternis rotbraun", erklärt Vereinschef Rüdiger Mönch. Am besten sei das Ereignis mit einem herkömmlichen Fernglas oder einem kleinen Teles kop aus zu beobachten, so der Sterngucker.
Die Mondbahn sei gegen die Erdbahn leicht gekippt, deshalb komme es nicht bei jedem Vollmond zu einer Finsternis. Meist wandere der Vollmond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. "Entgegen dem landläufigen Eindruck sind Mondfinsternisse seltener als Sonnenfinsternisse", erklärt Martin Kulisch. Auf fünf Sonnenfinsternisse kämen im gleichen Zeitraum im Schnitt nur etwa drei Mondfinsternisse.

Teleskop in Eigenarbeit
Das nächtliche Himmelsspektakel werden sich die Vereinsmitglieder laut Rüdiger Mönch jedoch nicht gemeinsam anschauen. „Aufgrund der Uhrzeit wird das jeder für sich machen müssen“ , so der Vereinschef. Dabei habe der Verein ein exzellentes Teleskop zu bieten, das die Mitglieder in rund 500 Arbeitsstunden selbst aufgebaut haben. "Die optische Auflösung des 20 Zoll Dubson Spiegelteleskops beträgt 0,23 Bogensekunden. Das ist ein 15650stel Grad. Das entspricht etwa einer Erkennbarkeit eines Mondkraters mit 350 Metern Durchmesser", schwärmt Mönch. Zum Vergleich: "Selbst das Weltraumteleskop Hubble kann nur Krater mit einer Größe von rund 90 Meter auflösen."
"Man muss sicherlich ein Fan sein, um die totale Mondfinsternis morgen früh zu beobachten", sagt Gerd Thiele, Leiter und Geschäftsführer des Fördervereins des Cottbuser Planetariums. Doch nicht erst ab 4 Uhr werde das Phänomen zu sehen sein. Bereits ab 2.10 Uhr beginne der Mond sich zu verdunkeln, erklärt Thiele. "Von 4.01 bis 4.51 dauert die Phase der Totalität. Bis 6.45 Uhr werden Teile des Mondes noch in ungewöhnlicher Farbe zu sehen sein. Das besondere an dieser totalen Mondfinsternis ist, dass es die letzte für einen ungewöhnlich langen Zeitraum ist, die von der Lausitz aus beobachtet werden kann", so Thiele. Erst am 28. September 2015 bestehe dazu wieder die Gelegenheit.
Falko Eggert aus Forst wird sich die Mondfinsternis deshalb heute Nacht auf jeden Fall ansehen. Besonders imposant sei es, wenn der Mond glutrot leuchtet. "Sollte es stark bewölkt sein, sehe ich mir das Ereignis ohne Teleskope an. Ist es aber sternenklar, schleppe ich meine Ausrüstung in den Garten. Die wiegt schon ein paar Kilo", sagt der 19-jährige Schüler. Seit etwa zehn Jahren begeistert sich Falko Eggert für die Astronomie. "Anfangs hatte ich nur ein kleines Fernroh, mit dem ich aber schon einen Krater auf dem Mond entdecken konnte." Mittlerweile besitze er zwei Teleskope, die parallel zueinander aufgebaut sind. "Damit kann ich auch fotografieren", erklärt der Schüler. Bis jetzt habe er in seine Ausrüstung knapp 1000 Euro investiert.

Meteorologen sagen Wolken voraus
Damit die Lausitzer Sternengucker auf ihre Kosten kommen, brauchen sie freie Sicht auf den Himmel. "Es sieht aber danach aus, dass es morgen früh stark bewölkt sein wird", sagt Angela Richter vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam. Es werde zwar hin und wieder einige Lücken in der Wolkendecke geben, "doch da auch im Verlauf mit Nebel zu rechnen ist, stehen die Chancen auf freie Sicht eher schlecht", sagt die Meteorologin .