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| 16:48 Uhr

Die ganze Palette der Landwitschaft
Über 1000 Gäste feiern beim Hoffest in Hornow

 Regionale Produkte standen beim Hoffest im Mittelpunkt.
Regionale Produkte standen beim Hoffest im Mittelpunkt. FOTO: Detlef Bogott
Hornow. Budeks Hoffeste haben sich in den vergangenen Jahren zu kleinen Volksfesten gemausert.

Es dürften gut und gerne um die 1300 Gäste gewesen sein, die am Sonntag den ,,Hof Erlengrund“ besucht und an der Dorfaue neben der imposanten Dorfkirche gefeiert haben. Das funktioniert aber auch nur, wie Rüdiger Budek sagt, ,,weil man sich in Hornow noch untereinander hilft und es ein gutes Zusammenspiel gibt“.

Viele der Gäste kamen schon vor der eigentlichen Eröffnung um 11 Uhr. Für die gewohnt gute Stimmung sorgten die Welzower Blasmusikanten, die später von den Original Lausitzer Blasmusikanten abgelöst wurden. Spätestens als Manuel Mayer mit seiner steirischen Harmonika auftrat, erfasste die Stimmungswelle dann jeden Gast des Hoffestes.

Die Besucher konnten neben den Gänsen auch Pferde, Ziegen und Rinder auf dem Hof entdecken. Die verschiedenen Weinbrände, mehrere Sorten Obstbrände sowie der Eierlikör aus eigener Herstellung sind mittlerweile bekannt und gefragt bei den Hoffestbesuchern. Das Resümee der Gäste war ein ,,vorzüglich“. Auch die eine oder andere Geschichte hatte Rüdiger Budek am Brennkessel zum besten gegeben. Die Budecks betreiben den ländlichen Hof bereits seit 37 Jahren. Da gab es viel zu erzählen.

Auf dem Festgelände war bis in den späteren Nachmittagsstunden lang Stimmung pur, die Verpflegungsteams hatten alle Hände voll zu tun. Dass irgendwann dann der Senf ausging, haben die Gäste den fleißigen Helfern sicherlich verziehen.

Ein Ochsen-Duo hat Rüdiger Budek wie im vergangenen Jahr nicht getauft, dafür aber mit seiner Frau eine ,,Böhmische Herz-Polka“ auf die Bühnenbretter gelegt, was natürlich zum Mittanzen animierte.

Die Angebote auf den kleinen Markt am Rande des Festplatzes waren ebenso wieder ein Anziehungspunkt. Unter ihnen war auch Klaus-Dieter Müller aus Spreehammer bei Rothenburg. Er demonstrierte den Gästen, wie man eine Sense dengelt oder andere Utensilien richtig schärft. Eine Lebensweisheit hatte er auch parat: ,,Wer de Sens nah de Klang, un de Fru na de Gesang, is betrog’n sein Leben lang.“

Seine Frau Renate ist gelernte Glasmalerin und kommt aus der Porzellanbranche. Einige Glasmalarbeiten gab es zu bestaunen und auch Wunscharbeiten wurden angenommen. Holzarbeiten , Gesundheitsbrettchen oder auch Fußmassagepantoletten, die im Volksmund einfach ,,Klapperlatschen“ genannt werden, hatte Arnold Klähr in Petto. Er weiß, dass in Österreich zur Zeit Holzsohlen groß im Kommen sind. Dort allerdings mit Gummischarnier. Auch beobachtet er einen Trend zum selber Backen, das nötige Zubehör bietet es an. Der Hornower Imker Dieter Zuchan hat das Imkern von seinem Vater übernommen. Heute hat er 25 Völker. Sein l Honig in verschiedenen Geschmacksrichtungen wird gerne gekauft. Der Milchschafhof Kolkwitz hatte Käse in den verschiedensten Geschmacksrichtungen dabei. Die Besucher erfuhren alles über das Schaf, wie Felle gegerbt werden, die Wolle nach Görlitz geht und das fertige Produkt dann wieder zurück kommt, und warum Salami von älteren Schafen kommt.

Auch eine Tombola gab es vor Ort. Hier spendierte der Budecksche Hof einen Schinken, eine Ente und eine Weihnachtsgans. Letztere ist am Sonntag natürlich noch quicklebendig auf dem Hof herumspaziert; ihre Zeit ist erst im Dezember abgelaufen.

Als Hornower waren natürlich auch Karin und Wolfgang Frischke bein Fest dabei. ,,Wir kommen, weil es ein schönes Fest ist und man Leute trifft, die man sonst nicht sieht. Unser ganzes Dorf kann sich doch sehen lassen. Aber was Budecks da immer auf die Beine stellen, das muss man wirklich ganz hoch anerkennen und loben. Auch Anita Starus und Tochter Manuela hat das Hoffest gefallen. Beide loben überhaupt die Zusammenarbeit im Dorf und nennen da die Konfiserie Felicitas. „Bei all unseren Festen bringen sich Hornower ein, sei es ein Hoffest, beim Maibaum aufstellen oder beim Mühlenfest. Wir haben hier ein wunderbares Miteinander im Dorf.“

Im kommenden Jahr sind  am 5. Juli wieder Liane und Andreas Dörry mit der Ausrichtung des Hoffestes dran. Traditionell wechseln sich die beiden Höfe bei der Ausrichtung des Festes ab.

(dbo)