ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:03 Uhr

Landtagsabgeordneter fragt zur Perspektive von Proschim nach

Proschim. In einer parlamentarischen Anfrage will der Lausitzer Landtagsabgeordnete Gerd-Rüdiger Hoffmann (fraktionslos, Die Linke) von der Landesregierung erfahren, welche Perspektive der Ort Proschim hat. Wie der Abgeordnete anmerkt, soll dieser Ortsteil von Welzow nach Vorstellungen aus DDR-Zeit und heutigen Plänen des Energiekonzerns Vattenfall komplett einem Braunkohlentagebau weichen. wr

Gerd-Rüdiger Hoffmann erklärt weiter: "Bergbaukonzern und Landesregierung erwecken immer mehr den Eindruck, dass alles beschlossen sei und Proschim dem Tagebau weichen müsse." Die ehrgeizigen Klimaziele und auch die Bemühungen der Gemeinde, den Status des Bio-Energiedorfes trotz der drohenden Abbaggerung weiter auszubauen, scheinen nach seinen Worten kaum Beachtung zu finden.

Dabei gebiete es die Verfassung, eine Gemeinde im sorbischen/wendischen Siedlungsgebiet zu schützen. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen laut Gerd-Rüdiger Hoffmann darauf hin, dass in Proschim interessante architektonische Zeugnisse der Sorben/Wenden zu finden sind. "Schließlich stellt sich auch die Frage, wie Effizienz der Braunkohlenwirtschaft und Kulturlandschaft gegeneinander abgewogen werden sollen", teilt der Abgeordnete mit. Bekannt sei auch, dass es rund um Proschim eine besonders effektive nachhaltige Landwirtschaft gibt. Die Einwohner seien realistisch genug, um zu wissen, dass die Energiewende beschleunigt werden muss. Sie wollen laut Gerd-Rüdiger Hoffmann allerdings Akteure einer neuen Energiepolitik sein und nicht deren Opfer, "denen nur noch bleibt, mit dem Bergbaukonzern über den Wert ihrer Grundstücke zu verhandeln".