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| 16:56 Uhr

Schuldebatte Spremberg
Landkreis ist in Schuldebatte auf Sprembergs Seite

 Das Gymnasium in Spremberg: Auch der Landkreis als Träger fordert vier siebte Klassen.  Foto: Annett Igel-Allzeit
Das Gymnasium in Spremberg: Auch der Landkreis als Träger fordert vier siebte Klassen. Foto: Annett Igel-Allzeit FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Nur drei siebte Klassen am Gymnasium: Schulamt prüft Zweitwünsche der elf abgelehnten Schüler. Von Annett Igel-Allzeit

Landrat Harald Altekrüger (CDU) nimmt die Sorgen der Spremberger um ihre weiterführenden Schulen heute mit nach Potsdam. Darüber informierte Michael Koch, Bildungsdezernent im Kreishaus, am Mittwoch die Mitglieder des Kreistages in Forst. Nachdem mit der Einweihung der Sporthalle im Jahr 2016 die Erweiterung des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums abgeschlossen werden konnten und seit einigen Jahren die Jahrgangsstufe 7 vierzügig läuft, plädiert das Schulamt fürs nächste Schuljahr 2019/2020 dafür, dass neben der Leistungs- und Begabtenklasse 7 L nur zwei neue siebte Klassen eröffnet werden und diese Jahrgangsstufe nur dreizügig wird.

69 Mädchen und Jungen, so Michael Koch nach einem Gespräch mit dem Schulamt in Cottbus, haben sich im Erstwunsch fürs Spremberger Gymnasium angemeldet. Sie seien mit ihren Leistungen alle geeignet. Aber bei einer Klassenstärke von 29 könnten nur 58 Schüler aufgenommen werden. Elf Schüler sind abzuweisen.

Wie Michael Koch erklärt, liegt der Klassenfrequenzrichtwert für den Sek-I-Bereich in Gymnasien an Brandenburger Schulen für die Einrichtung einer Klasse bei 27 Schülern. Werden die 69 Mädchen und Jungen auf drei Klassen verteilt, ergebe das eine Klassenstärke von jeweils 23. Für eine solche Unterschreitung des Richtwertes braucht das Gymnasium ein Genehmigung. Die erteilte das Schulamt aber nicht, so Michael Koch. Das Staatliche Schulamt untersteht dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, und nur das könne Entscheidungen des Schulamtes zurücknehmen und ersetzen.

Von den elf abzuweisenden Schülerinnen und Schülern haben vier die Berufsorientierende Oberschule Spremberg (BOS), zwei die Fontane-Gesamtschule in Cottbus, drei das Pückler-Gymnasium Spree-Neiße in Cottbus, einer die Gesamtschule in Döbern und einer ein Gymnasium in Hoyerswerda als Zweitwunsch angegeben. Während es an der Fontane-Gesamtschule knapp ist mit Plätzen, hätten die Schüler in Döbern, am Pückler-Gymnasium und laut Koch auch an der BOS in Spremberg durchaus Chancen. Die Dreizügigkeit an der BOS, die auch kritisiert wird, sei, wie Schulrat Gerald Boese bereits vor einer Woche mitteilte, immer noch eine vorläufige. Reichen die Anmeldungen für eine Vierzügigkeit, wolle das Schulamt auf die BOS noch einmal zugehen. Aber die BOS platzt bekanntlich aus allen Nähten. Ein Neubau oder ein Erweiterungsbau soll kommen. Und auch über eine Übergangsvariante mit Containern denkt die Stadtverwaltung inzwischen nach.

Besonders die Abwanderung nach Sachsen schmerzt die Kreisverwaltung. Gehen die jungen Brandenburger mit ihrer Schulausbildung nach Sachsen, sei die Gefahr groß, dass sie dort auch bleiben. Wenn Harald Altekrüger am heutigen Freitag der Ministerin Britta Ernst (SPD) in Potsdam den Beschluss des Kreistages zur neuen Gesamtschule Kolkwitz in Potsdam übergibt, will er die Spremberger Schulproblematik ansprechen, sagt Bildungsdezernent Koch.