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| 14:23 Uhr

Theater
Laienschauspiel auf hohem Niveau im Gymnasium

Mr. Scrooge gespielt von dem 16-jährigem Schüler John Eric Heintke (rechts) erkennt endlich die Gefahr, sollte er sich nicht Verwandeln.
Mr. Scrooge gespielt von dem 16-jährigem Schüler John Eric Heintke (rechts) erkennt endlich die Gefahr, sollte er sich nicht Verwandeln. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Elftklässlern glückt Uraufführung in Spremberg.

  „Humbug“ – ein Wort das der Geschäftsmann Ebenezer Scrooge gerne verwendet. So auch über  das  Fest der Weihnacht. Er widmet sich lieber dem Geld und seiner Arbeit anstatt auch an Mitmenschen zu denken. Der Elftklässler John Eric Heintke (16 Jahre) des Spremberger Gymnasiums ist in dem Kurs „Darstellendes Spiel“ und zur Uraufführung des Theaterstücks „Die seltsame Wandlung des Mr. Scrooge“ gerne in diese Rolle geschlüpft: „Ich habe bereits in der Grundschule in einer Theater-AG das Schauspielern für mich entdeckt“, erzählt der Schüler.  Die Rolle des Mr.Scrooge füllt er  erstklassig aus. Mimik und Gestik stimmen. Textsicherheit ist da.

Ob er mal an eine Schauspielschule geht? „Nein. Das Schauspielern soll Hobby und Leidenschaft bleiben“, sagt er mit einem Lächeln. Auch Mr. Scrooges Neffe – der mitfühlende Fred -  versucht seinen Onkel wieder zu besinnen, was anfangs nicht zu klappen vermag. Fred gespielt von dem Elftklässler Friedrich Rösel (16 Jahre)  ist  nach der Erstaufführung froh, dass alles geklappt hat. „Eigentlich wollten wir das Stück im Dezember aufführen, aber aufgrund diverser Krankheitsfälle  mussten wir umplanen“, schildert der Gymnasiast, der das Thema an sich für  allgegenwärtig hält.

Auch Freds Ehefrau gespielt von Leandra Wolf (16 Jahre) glänzte in ihrer Rolle. „Obwohl vorab schon eine Menge Nervosität da war“, räumt sie ein. Vielen weiteren Elftklässler und auch einigen Zwölftklässlern, die kurzfristig als Schauspieler eingesprungen sind sowie einem Grundschüler, ist das Gelingen des Stückes zu verdanken.

Fachlehrerin Angela Forst ist begeistert: „Ihr seid alle so toll gewesen! Auch die Techniker und die Souffleuse“, beurteilt sie ihre Schüler, die sich nach der Aufführung alle mit einer Verbeugung beim applaudierendem Publikum bedanken. Insgesamt haben 16 Schüler an dem Stück mitgewirkt: lange Texte und anspruchsvolles Schauspiel geprobt, realitätsnahe Kostüme dieser Zeit herangeschafft sowie das atmosphärische Bühnenbild entwickelt.

Zuschauer wie die 26-jährige Maria Domann sind beeindruckt: „Es ist immer wieder schön zu sehen, mit welchem Engagement Angela Forst und ihre jeweiligen Schüler dabei sind.“ Auch Mütter von Darstellern wie Julia Rösel  sind stolz auf die Leistung ihrer Kinder.  „Es ist schön, dass sich dieser Jahrgang für ein klassisches Literaturstück  mit so einer tollen Botschaft entschieden hat. Es wurde wirklich von allen ganz toll umgesetzt“, so die Mutter. Der Appell an das Gute im Menschen ist am Ende  glücklicherweise sowohl beim Publikum als auch im Theaterstück bei Mr. Scrogge angekommen.

Der Kurs „Darstellendes Spiel“ wird einmal wöchentlich im sogenannten Blockunterricht unterrichtet. Schüler  am Gymnasium entscheiden sich ab der  Klasse zehn zwischen den künstlerischen Richtungen Darstellendes Spiel, Musik oder Kunst - je nach Interesse und Talent für ihr Wahlpflichtfach. Unterrichtet wird der Kurs „Darstellendes Spiel“ am Gymnasium von der Deutschlehrerin Angela Forst, die den Vorschlag der Weihnachtsgeschichte für eine Aufführung bei den Schülern einbrachte. Die Weihnachtsgeschichte ist eine der bekanntesten Erzählungen von Charles Dickens. Sie wurde im Dezember 1843 mit Illustrationen von John Leech  erstmals veröffentlicht.

(ang)