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| 15:00 Uhr

Schwarze Pumpe
Mehr Unternehmen – mehr Lärm

Solche Risse und Löcher erhöhen Verkehrslärm im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe.
Solche Risse und Löcher erhöhen Verkehrslärm im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Schwarze Pumpe. Der Ortsteil Schwarze Pumpe wartet weiter auf Straßenreparaturen und Schilder.

Seit Montag werden in Schwarze Pumpe wieder Fahrzeuge gezählt. Verkehrslärm, insbesondere von Lkw, belastet die Anwohner seit Jahren. An der Ecke Dresdener Chaussee/An der Alten Ziegelei rumpelt es. Ein Riss zieht sich quer über die Fahrbahnspur in Richtung Spremberg. Wie der Anwohner Peter Krause schildert, wurde das Loch schon mehrfach geflickt: „Aber es hält nie lange. Manchmal denke ich, unser Haus fällt ein. Das sind richtige Erschütterungen.“ Aber nicht nur die Risse – auch am stationären Blitzer reißt ein Holperriss die Anwohner aus dem Schlaf – erhöhen den Verkehrslärm. „Die Ampel An der Alten Ziegelei ist ja schon länger weg. Geblieben ist die Verkehrsinsel“, so Ortsvorsteher Göran Richter (SPD), „sobald ein Lkw von der Alten Ziegelei nach links abbiegt, holpert spätestens das Hinterrad über den Inselbordstein.“ Peter Krause: „Gegen die Insel haben wir nichts, aber der Bordstein muss abgesenkt werden.“  

In der jüngsten Ortsbeiratssitzung hatten die Bürger erneut die Möglichkeit, ihre nervenaufreibenden Erlebnisse mit dem nach wie vor hohen Schwerlastverkehr zu schildern. Nicht nur Roland Peine und Petra Lehmann, die Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft ASG Spremberg, waren gekommen, sondern auch die Agat Oil GmbH folgte der Einladung des Ortsbeirates – und äußerte Verständnis für die Anwohner von Schwarze Pumpe.

Das Unternehmen hat im Indus­triepark Schwarze Pumpe einen Umschlagplatz für Mineralöl. Während das Mineralöl auf Schienen angeliefert wird, kommen tagsüber 60 bis 80 Tanklaster, um es abzuholen. Zwar fahren sie keine Nachtschicht, aber für die frühe der zwei Schichten rollen die ersten Laster gegen 4 Uhr an. Wie der Vertreter der Agat in der Ortsbeiratssitzung erläuterte, werde er die Fahrer bitten, den Industriepark über die Nordanbindung anzufahren. Er werde die richtige Route an die Speditionen verteilen. Aber dass die Fahrer das auch befolgen, dafür könne er nicht garantieren. Es fahren verschiedene Speditionen für das Unternehmen. Oft, so wird beobachtet, gehe es nach einem solchen Hinweisen nur eine Weile gut. Trotzdem kam das Verständnis positiv im Ortsbeirat an. „Agat will mit uns in Verbindung bleiben“, sagt Göran Richter.

Die ASG versucht ebenfalls, weiter zu vermitteln. Aber Straßenreparaturen, die Landrat Harald Altekrüger (CDU) im Vorjahr in einem Brief an den Ortsbeirat versprochen hatte, wurden noch immer nicht durchgeführt. Eine Tempo-30-Zone in der Franz-Mehring-Straße ist abgelehnt. Auf die Hinweisschilder, die die Lkw-Fahrer über die Nordstrecke zum Industriepark leiten, warten die Anwohner der Dresdener Chaussee bisher vergeblich. Göran Richter vermutet, dass sie beim Landesbetrieb für Straßenwesen zur Montage bereitliegen, die Relevanz aber nicht gesehen wird.

Und Kontrollen, so die Einwohner, werden zu selten durchgeführt. Dazu, so Göran Richter, seien übrigens nicht nur die Polizei und der Landkreis Spree-Neiße berechtigt, sondern auch das Amt für Güterverkehr. „Zwar kann dieses Amt nicht die Geschwindigkeit prüfen, aber zum Beispiel die richtige Kennzeichnung von Gefahrgut“, so Ortsvorsteher Richter.

Grundsätzlich freue ihn aber der konstruktive Verlauf der jüngsten Ortsbeiratssitzung und dass Agat die Probleme ernst nimmt. Klar, wollen die Einwohner, dass es mit dem Industriepark voran geht, sich neue Firmen ansiedeln. Aber derzeit verschärfe jede Neuansiedlung das Lärm- und Staubproblem der Einwohner: Noch mehr Lkw holpern über die Löcher und Risse durch den gesamten Ort. Auch der Umzug der Tagesanlagen des Tagebaus Welzow-Süd in den Industriepark nach Schwarze Pumpe, der mit den Markscheidern begonnen hat, wird deshalb mit Sorge betrachtet.