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Lachend das andere Geschlecht verstehen

Kabarettistin Andrea Kulka und am Klavier Kabarettist Jörg Lehmann präsentierten oft singend, wie man sich einen Mann richtig hält.
Kabarettistin Andrea Kulka und am Klavier Kabarettist Jörg Lehmann präsentierten oft singend, wie man sich einen Mann richtig hält. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Spremberg. Die Cottbuser Kabarettistin Andrea Kulka gastierte am Donnerstag gemeinsam mit dem Kabarettisten Jörg Lehmann mitsamt dem Programm "Wie halte ich mir einen Mann?" in Spremberg. Im Kulturschloss präsentierten beide mit bissigem Humor vor rund 70 Gästen das gepflegte Miteinander aber auch das Gegensätzliche von Mann und Frau. ang1

Die Frage "Wie halte ich mir einen Mann" nur aus Frauensicht zu behandeln, hätte weniger komödiantisches Potenzial und einen geringeren Unterhaltungswert gehabt. Deshalb hat sich Kabarettistin Andrea Kulka folgerichtig für einen männlichen Begleiter am Klavier, der sogar mitspielen darf, entschieden. Obwohl er auch das bevorzugte Opfer vieler Pointen war.

Denn die Anforderungen an Männer sind aus Kulkas Sicht hoch. Ein Mann darf nicht metrosexuell, nicht zu intellektuell, groß, aufmerksam, gut im Bett und nicht zu fußballinteressiert sein, wie die ersten Lieder und Szenen deutlich machten. Mehrere Szenen zeigten auch zunächst, wie man sich einen Mann nicht hält: Nämlich mit einer grammatikalisch korrekt formulierenden Partnerin - die könnten beim Partner Flucht- und Widerstandsreflexe hervorrufen.

Doch wie hält Frau sich nun einen Mann? Andrea Kulka und Jörg Lehmann widmeten sich dem Thema mal singend, steppend und tanzend, mal heulend, lallend und schweigend. Kleine und große Tipps wurden dem Zuschauer mal mehr mal weniger zwischen den Zeilen mit auf den Weg gegeben. So sollte Frau den Mann weniger kritisieren oder nörgeln, stattdessen mehr loben. Umgekehrt sollte Mann auch die Hausarbeit der Frau mehr achten und sich mit dem Wort "Freiheit" zurückhalten. Gemeinsames aufeinander achten, zuhören und aufeinander eingehen waren da nur einige Tipps. Dabei wurde auch geklärt, warum die Frau sich in der heutigen Zeit zur Bückware degradiert und der Mann sich "mannizipieren" muss.

Am Ende ist klar: Die Beziehungen zwischen Männern und Frauen sind vertrackt, doch durch Gemeinsamkeiten und Gegensätze zu ertragen.

Sybille Wöhrmann, Sylvia Pollex und Ute Krüger hatten auf jeden Fall viel zu lachen. "Wir haben uns in einigen Szenen tatsächlich wiedererkannt. Und manches hat auch zum Nachdenken angeregt", sagte Sybille Wöhrmann. Auch die wenigen Männer im Publikum fühlten sich unterhalten. "Es war ganz wunderbar", meinte Jens Neumann. "Auf jeden Fall gehe ich mit meiner Frau heute zuversichtlich nach Hause. Gelernt haben wir ja heute beide was", schmunzelte der Spremberger.