ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:07 Uhr

Kurt Kuschela: Klasse-Kanu-Krimi

Viele Gäste schauten auch in der Gaststätte "Kreuzbube" zu, wo Gastwirt Kuschela (rechts) beim Sieg seines Sohnes jubelte.
Viele Gäste schauten auch in der Gaststätte "Kreuzbube" zu, wo Gastwirt Kuschela (rechts) beim Sieg seines Sohnes jubelte. FOTO: Arlt/mat1
Spremberg. Zwei Worte sagen alles: "Bravo! Gold!" So jubeln die Spremberger Fans, nachdem Kurt Kuschela als Gewinner aus dem olympischen Wettkampf hervorgegangen ist. Im Bootshaus an der Spree verfolgten die Besucher den Kanu-Krimi auf dem großen Fernsehbildschirm. René Wappler

Eng beisammen stehen die Stühle im Bootshaus, die Leute fachsimpeln mit ihren Nachbarn, es ist 10.30 Uhr am Donnerstag, und in wenigen Minuten werden sie schlauer sein. Jetzt aber murmelt ein Besucher: "So cool, wie die Jungs sind, müsste es klappen, aber gerade dann, im letzten Moment. . ." Er wagt nicht auszusprechen, dass auch eine Niederlage drin sein könnte.

An der Theke steht der 69-jährige Frank Würtz, Apotheker in Spremberg: "Ich hoffe natürlich auf Gold." Lukas Richter, 17 Jahre, Auszubildender aus Spremberg, hat sich bereits einen Sitzplatz in der dritten Reihe vor dem Fernsehbildschirm reserviert: "Ich denke mal, dass der Kurt Kuschela gewinnen wird." Vorsicht zeigt unterdessen der 64-jährige Geschäftsführer des Kreissportbundes, Bernd Junghannß: "Eine Prognose ist schwer, aber ich hoffe zumindest auf eine Medaille."

Fünf Minuten vor dem Wettkampf treffen die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Schönherr und Fachbereichsleiter Frank Kuhlee im Bootshaus ein. Nervös rutschen ein paar Gäste auf ihren Stühlen hin und her, und manche nicken, als der Fernsehkommentator sagt: "Allen voran ruhen die Hoffnungen auf zwei jungen Männern." Klar: Auf Kurt Kuschela und Peter Kretschmer. "Für diese Beiden ist alles möglich", ruft der Fernsehmann. "In wenigen Minuten können sie sich einen ganz großen Traum erfüllen."

Gegen 10.40 Uhr beginnt der Wettkampf. Ein Besucher im Bootshaus ruft: "Junge, hau rein, Mann!" Der Junge haut rein. Und er erfüllt sich einen großen Traum: Gold für das Duo. Da reißen die Spremberger Zuschauer die Arme hoch.

Einer schaut zurück, für einen kurzen Moment. Der 74-jährige Jürgen Jeßner, Vorsitzender des Vereins von 1985 bis 2007, erinnert sich in diesem Augenblick an den Tag, als Kurt Kuschela bei den Spremberger Kanuten anfing. "Da war er 14 Jahre alt", sagt Jürgen Jeßner. "Und er sagte damals schon, dass er Weltmeister werden will." Die SG Einheit mit ihrer Kanu-Abteilung habe nun mal einen Leistungsauftrag, erklärt Jürgen Jeßner. "Die Goldmedaille für unseren Spremberger ist doch der beste Beweis dafür, dass wir diesen Auftrag auch erfüllen."

Zum Thema:
So äußerte sich der Spremberger Olympiasieger Kurt Kuschela noch vor dem Wettkampf am gestrigen Donnerstag: "Es wird ein enges Rennen, die ersten Sechs werden innerhalb von ein, zwei Sekunden ins Ziel kommen. Deshalb will ich nicht zu viel zu unserem Ziel sagen. Ich weiß, Spremberg steht hinter uns, das gibt mir Auftrieb."