Der Hase muss sich verdammt beeilen. Ein Adler ist mit seinen kräftigen Fängen schon schräg hinter ihm. Aber Torsten Wanke hat seinem Hasen kräftige Läufe geschnitzt.
Der Sellessener ist einer der begnadeten Kettensägenschnitzer der Region Spremberg. Als er vor einem Jahr vor den Teilnehmern der RUNDSCHAU-Sommertour eine Eule aus einem Stück Eichenstamm schnitzte, zeigte er seinen Gästen aus Forst, Cottbus und Spremberg auch einen drei Meter hohen Eichenstamm auf der Wiese. Eine Skulptur aus diesem Holz könnte die wütende Bärin, sein bis dato größtes Werk, überragen.
Mit Kreide hatte er damals die erste Idee auf die Holzrinde gezeichnet, sie aber nicht verraten. Der Wind verwehte die Kreide, ließ Wanke immer wieder neu denken. Was steckt in diesem Stamm?

Spremberg

Die erste Idee des Sellessener Holzkünstlers bleibt geheim

Fast ein ganzes Jahr hat es gedauert. „Und es ist etwas anderes geworden als meine erste Idee“, sagt er, schmunzelt und verrät die erste Idee auch jetzt nicht. Es wurde das Ensemble „Auf der Hasenjagd“ mit Fels und Baum und kreischendem Adler im Anflug. „Aus dem Stück, was ich zwischen den Flügeln herausgearbeitet habe, konnte ich den Hasen schnitzen“, erklärt der 52-Jährige.

Spremberg-Sellessen

Adler hat er schon einige geschnitzt. Stolze Tiere, aber sie hocken. „Zum ersten Mal ist mir einer im Flug gelungen.“ Mit scharfen Krallen und Adlerblick. Wanke tätschelt den Hasen. Etwas Angst hat er dem Langohr mit schwarzer Farbe ins Gesicht gezeichnet. „Aber er könnte es schaffen“, sagt Wanke, „dort rein ins Gebüsch.“