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Kulturschloss lädt zum Ostermarkt

Alfons Schulze aus Klein Loitz (rechts stehend in blauer Schürze) gibt den Besuchern gern Tipps zum Verzieren der Ostereier.
Alfons Schulze aus Klein Loitz (rechts stehend in blauer Schürze) gibt den Besuchern gern Tipps zum Verzieren der Ostereier. FOTO: mat1
Spremberg. Einmal im Jahr lädt Eckbert Kwast als Fachleiter des Spremberger Museums mit seinem Mitarbeiterteam zum großen Ostermarkt in das Kulturschloss des Landkreises Spree-Neiße ein. Seit mehr als 25 Jahren hat dieses Ereignis in Spremberg Tradition – und die Besucher kommen gern immer wieder. Martina Arlt

Liebevoll gestalteten die "Schlossmitarbeiter" Anita Gruner und Jutta Albrecht die Fenster mit österlicher Dekoration. Gerade zum Osterfest kommen die jungen Leute wieder in ihre Heimat und besuchen die Familien. So kamen die Eltern Jenny und Marc Repey mit ihren Kindern Bela (5) und Cedric (9) bereits einen Tag früher nach Spremberg, um gemeinsam den Markt zu besuchen. Auch Mama Monika Reichelt ist glücklich über ihren Besuch, wenn die Familie aus Berlin anreist: "Wir nehmen uns eigentlich jedes Jahr am Karfreitag die Zeit und gehen zu dem kleinen aber sehr gemütlichen Ostermarkt in Spremberg. Er ist immer sehr liebevoll vorbereitet, ein schönes Ausflugsziel."

14 Ostereiermaler aus Brandenburg und Sachsen präsentierten sich am Freitag an ihren Ständen und jeder zeigte seine "eigene Handschrift". Der Duft von Bienenwachs zog durch den Festsaal. Mit dem heißen Wachs entstehen immer wieder kleine Kunstwerke in unterschiedlichen Techniken. Neben Hühnereiern können dafür Eier von Straußen, Emus, Nandus, Gänsen und Puten verwendet werden. Als Handwerkszeug dafür sind besonders Federkiele von Gänsen oder auch Nadeln mit einem Glaskopf, geeignet. Erstmals gehörten Annelies Köpke und Georg Penz aus Lauta mit einem Stand zum Spremberger Markt. Sie gestalteten Eier mit Acryl und Öl, vorrangig verwendeten sie Gänse- und Straußeneier. "Gern gestalten wir typische Motive aus der Region wie Krabat oder den Leuchtturm aus dem Lausitzer Seenland. Ich persönlich gestalte gern auch lustige Bilder auf den Eiern", hob Annelies Köpke hervor. Zum Urgestein der Ostereiermalergilde gehört seit Jahren Irmgard Kuhlee aus Spremberg/Groß Buckow: "Heute habe ich gefärbte Eier dabei, die durch Zwiebelschalen so eine braune Farbe erhielten. Darauf bringe ich Wachs, den ich entferne und so entsteht ein Osterfeuer-Motiv", sagte die 87-Jährige.

Aufsehen erregt immer wieder Familie Gottschlich aus Bad Muskau mit ihren sehenswerten Eiern. Aus den Schalen werden Applikationen mit Blumen, die durch akribisches Arbeiten mit einer Fräse entstehen. Das Ehepaar war in diesem Jahr bereits in Dresden, Neuwiese und Lübbenau vertreten. Auch Tochter Johanna tritt in seine Fußstapfen und erlernt dieses Handwerk.

Lukas Kalus (20) aus Vetschau betreute den Stand seiner Oma Helga Kalus, die meistens die Kratztechnik bevorzugt. Alfons Schulze aus Klein Loitz beschäftigt sich seit Jahren mit dem Ostereierverzieren und gibt den Besuchern gern Tipps, um so ein kleines Kunstwerk entstehen zu lassen.

Zahlreiche Stände waren in den Etagen zu entdecken, die mit kleinen Ostergeschenken ausgestattet waren. Anke Lischka aus Neupetershain hatte selbst hergestellte Seifen im Angebot. Peggy Schwalbe lud die Gäste immer wieder zu ihrer Tombola mit hunderten Losen ein und hielt Bastelmaterial zum Selbermachen ein. Romy Walther von der Museumspädagogik hielt kleine Geschenkideen zum Basteln parat, und Karsten Weber gab besonders den Kindern Anleitung zur Bossiertechnik. Gern machten die Besucher des Ostermarktes am Freitag auch von der Ausstellungsbesichtigung im Museum Gebrauch. Gegenwärtig werden fantastische Tierfotografien von Dr. Peter Kastner gezeigt.

Doch auch der verstorbenen Künstlerin Sigrid Bolduan aus Klein Loitz wurde mit einer kleinen Ausstellung gedacht. Ihre Tochter Kersten Flohe nutzte in diesem Jahr die Gelegenheit und stellte gefertigte Ostereier ihrer Mutter aus. "Ich suchte einige Bilder von meiner Mama heraus, die wir heute zum Gedenken zeigen. Aber auch die Ostereiermalerei war ein Markenzeichen von ihr. Sie gestaltete Eier in Wachsbossiertechnik, Wachsbatiktechnik, viele Fantasieeier gestaltete sie in den vergangenen Jahrzehnten ihres Wirkens."