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Rückschlag für Spremberger Freilichtkino
Filmnächte stehen auf der Kippe

Die Werbeagentur gibt die Organisation der Filmnächte auf. Das Team begründet diesen Schritt damit, dass ihm inzwischen Kraft und Zeit dafür fehlen.  ⇥Foto: Spremberger Filmnächte GbR
Die Werbeagentur gibt die Organisation der Filmnächte auf. Das Team begründet diesen Schritt damit, dass ihm inzwischen Kraft und Zeit dafür fehlen. ⇥Foto: Spremberger Filmnächte GbR FOTO: Spremberger Filmnächte GbR
Spremberg. Werbeagentur zieht sich aus der Veranstaltung auf der Spremberger Freilichtbühne zurück. René Wappler

Die Zukunft der Spremberger Filmnächte steht auf dem Spiel. Der bisherige Veranstalter zieht sich aus der Organisation zurück. Er begründet diesen Schritt mit mangelnder Unterstützung – und mit dem Umstand, dass es der Freilichtbühne an der Ausstattung für ein solches Ereignis fehlt. Doch der zuständige Fachbereichsleiter in der Spremberger Stadtverwaltung widerspricht: Das Gelände genüge hohen modernen Standards, betont Frank Kulik.

Andreas Thormann von der Chairlines Medienagentur sagt: „Wir haben lange mit uns gerungen.“ In dieser Woche traf sein Team jedoch die endgültige Entscheidung: Es sei den Organisatoren nicht mehr möglich, die nötige Zeit und Kraft für die Spremberger Filmnächte aufzubringen, ein Ereignis, das 13 Jahre lang im Sommer auf der Freilichtbühne stattfand.

Dieser Schritt zeichnete sich erstmals ab, als im Sommer die Mitarbeiter des Spremberger Spreekinos ankündigten, sie würden sich aus der Organisation zurückziehen. „Zwar wurde seitens des Rathauses stets dargestellt, dass die Filmnächte wichtig für Spremberg sind“, sagt Andreas Thormann. „Aber die praktische Hilfe ließ immer mehr zu wünschen übrig.“ Darüber hinaus habe sich der Veranstaltungsort nicht weiter entwickelt: Holzbänke ohne Lehne seien vielleicht noch für Rockkonzerte annehmbar, auf denen die Besucher ohnehin mehr stehen als sitzen, nicht jedoch beim Betrachten eines Filmes, der zwei Stunden oder gar länger dauert.

Ähnlich wie Andreas Thormann äußert sich Silvio Teschner, bei der Medienagentur für das Sponsoring zuständig. „Die Rahmenbedingungen sind so ungünstig geworden, dass wir uns nicht mehr in der Lage sehen, das Programm der Filmnächte fortzusetzen“, sagt er. „Für uns handelte es sich sowieso immer um ein Zuschussgeschäft: Nur wenn regionale Gewerbetreibende Interesse an einer Präsentation zeigen, kommen wir gerade so in die Nähe einer Kostendeckung.“

Trotzdem hoffen die Mitarbeiter der Medienagentur, dass ein anderer Veranstalter die Filmnächte am Leben erhält. Nach den Worten von Andreas Thormann besteht eine solide Substanz: „Wir haben eine gut besuchte Internetadresse aufgebaut, es gibt tolle Partner wie die Volksbank, und die Marke selbst ist stark.“

Diesen Aspekt bestätigt der städtische Fachbereichsleiter Frank Kulik. Aber auf die Kritik an der Freilichtbühne erwidert er: „Der Ausstattungsstandard hebt sich von denen anderer Orte positiv ab.“ Die Bühne sei technisch für „eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen“ gerüstet. Dafür spricht in seinen Augen das Programm der vergangenen Monate:  Im August trat Michael Patrick Kelly auf, im September Alexander Knappe mit dem Philharmonischen Orchester des Cottbuser Staatstheaters. „Außerdem verlangen wir sehr moderate Entgelte von Veranstaltern, die diese Bühne nutzen wollen“, sagt Frank Kulik.

Die Mitarbeiter des Spremberger Rathauses werden nun gemeinsam mit weiteren Partnern darüber beraten, wie sich die Filmnächte fortsetzen lassen. Nach dem Rückzug des Spreekinos aus der Organisation im Sommer 2017 erläuterte Gewoba-Geschäftsführer Roger Preußmann, zu dessen Unternehmen das Filmtheater am Markt gehört: „Wir stecken momentan in der Konsolidierungsphase und können das deshalb mit unserem Personal und unserer Technik nicht stemmen.“ Allerdings sei das Unternehmen dabei, alles auf gesunde Füße zu stellen. „Natürlich wollen wir den Sprembergern ihr Kino und ihre Veranstaltungen erhalten“, versicherte der Gewoba-Chef.

Ebenso überrascht wie die Rathaus-Mitarbeiter reagiert die Theaterleiterin des Spreekinos auf den Beschluss der Medienagentur, die Filmnächte aus der Hand zu geben. „Diese Nachricht stimmt mich sehr traurig“, sagt Katja Frank. Auch sie wisse momentan noch nicht, inwiefern die Veranstaltung im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Ganz aufgeben will Andreas Thormann von der Chairlines Medienagentur seinen Enthusiasmus für diese Sparte jedoch nicht. „Wir bleiben dem Film und dem Kino treu, indem wir Werbespots produzieren“, erklärt er. „Insofern ist das Thema für uns also keinesfalls vom Tisch.“