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<a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/serie/mord-mit-aussicht/darsteller/carmen-maja-antoni-als-irmtraud-schaeffer-dritte-staffel-100.html" target="_blank">Carmen-Maja Antoni</a>
Filmstar dreht mit Spremberger Gymnasiasten

Carmen-Maja Antoni (Mitte) wartet mit dem Stock in der Hand auf die Regie-Anweisungen des jungen Filmteams. Neben ihr sitzt Alice Köfer. Justin, Andreas Köfer, Alexandra und Lara (von links) bereiten die Szene im Wohnzimmer vor.
Carmen-Maja Antoni (Mitte) wartet mit dem Stock in der Hand auf die Regie-Anweisungen des jungen Filmteams. Neben ihr sitzt Alice Köfer. Justin, Andreas Köfer, Alexandra und Lara (von links) bereiten die Szene im Wohnzimmer vor. FOTO: René Wappler
Spremberg. Eine berühmte Schauspielerin lässt sich für ein Projekt von Spremberger Schülern gewinnen. Carmen-Maja Antoni spielte in der Verfilmung von Strittmatters „Laden“ mit, in den Fernsehserien „Mord mit Aussicht“, „Der Tatortreiniger“ und „Bella Block“ – und in dieser Woche trat sie in Spremberg vor die Kamera.

Kurzes Mittagessen, dann ruft Carmen-Maja Antoni : "Auf in den Kampf!"

Das Filmteam begibt sich ins Wohnzimmer. Es obliegt der 17-jährigen Regisseurin Alexandra Gafke, die Dreharbeiten zu dirigieren. Ihr Film erzählt die Geschichte einer älteren Frau, die vor der Entscheidung steht, in ein Pflegeheim umzuziehen. Der erfahrene Kameramann Andreas Köfer leitet die Filmschule, an der die Spremberger Gymnasiasten lernen, wie sie ihre eigenen Ideen in bewegte Bilder verwandeln. An diesem Nachmittag begibt er sich in die Rolle des Assistenten.

Seine Tochter Alice Köfer, eine Musikerin aus Berlin , spielt wiederum das Kind der älteren Dame. Sie hockt neben Carmen Maja Antoni.

Zunächst gibt Andreas Köfer gegenüber der Regisseurin zu bedenken, dass eine Nahaufnahme angebracht wäre. "Wir haben diese teuren Schauspieler, und da willst du doch die Gesichter sehen."

Die Regisseurin überlegt.

Andreas Köfer sagt: "Nenne mir ein Argument, warum weiter weg besser ist."

Schließlich pflichtet ihm Alexandra Gafke bei: "Stimmt. Die Nähe bringt eine gewisse Spannung rein."

Unterdessen wartet Carmen-Maja Antoni, ganz Profi, in der Rolle der älteren Dame im Wohnzimmersessel auf ihren Einsatz. Der Kontakt zu den Spremberger Schülern kam über "Altmeister Köfer" zustande, wie sie berichtet. "Ich sagte, wir müssten nur den Termin auf die Reihe bekommen."

Carmen-Maja Antoni bezeichnet es als ihr Anliegen, dem Filmnachwuchs zu helfen - und als einen glücklichen Umstand, in Spremberg mit den Gymnasiasten zu arbeiten: "Andere Leute machen ein Charity-Projekt, ich mache so was."

Nun steht die Frage im Raum: proben oder gleich drehen?

Das Team entscheidet sich fürs Drehen der nächsten Szene. Die Regisseurin ruft: "Ton ab!"

Ihr Mitschüler Justin sagt: "Ton läuft."

Andreas Köfer bestätigt: "Kamera läuft."

Am Abend gegen 18 Uhr sind alle Szenen im Kasten. Die Regisseurin klagt: "Meine Daumen fallen bald ab."

Da lächelt Filmtochter Alice Köfer: "Das sind die Opfer, die du bringen musst."

Andreas Köfer erzählt den Schülern von seinen Erfahrungen. "Wenn du zu viele Einstellungen drehst, kommt am nächsten Tag der Produzent an das Filmset, um klarzumachen, dass hier sein Geld ausgegeben wird."

So lernen die Schüler nebenbei, dass der kreative Prozess und der Kostendruck einander oft bedingen. Nach den Dreharbeiten steht der Schnitt des Films auf dem Programm, der sich meistens aufwändiger gestaltet als zunächst vermutet. Damit alle Szenen zueinander passen, hat Gymnasiastin Lara das Filmset immer wieder fotografiert und darauf geachtet, dass jede Requisite an ihrem ursprünglichen Platz bleibt.

Das fertige Werk wird den Titel "Hilflos" tragen. Ein öffentlicher Vorführungstermin steht derzeit noch nicht fest.