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| 10:56 Uhr

Ex-Randfichten-Sänger beim Blauen Kreuz in Spremberg
Ein stilles Publikum hört konzentriert zu

Der ehemalige Volksmusik-Sänger Thomas Unger mit seiner Frau Tabea. Ludwig Scheibner (links) leitet die Suchthilfegruppe „Wendepunkt“ in Spremberg und hatte Unger eingeladen.
Der ehemalige Volksmusik-Sänger Thomas Unger mit seiner Frau Tabea. Ludwig Scheibner (links) leitet die Suchthilfegruppe „Wendepunkt“ in Spremberg und hatte Unger eingeladen. FOTO: Martina Arlt
Spremberg. Thomas Unger sang einst bei den Randfichten – jetzt ist von ihm eher Nachdenkliches zu hören. Von Martina Arlt

Nachdem „Rups“ mehr als 20 Jahre als Frontmann mit den „Randfichten“ große Erfolge feierte, lernten seine Spremberger Zuhörer am Samstag Thomas Unger von einer ganz anderen Seite kennen. Schon in Randfichten-Zeiten hatte er hinter den Kulissen mit vielen Sorgen und Problemen zu kämpfen. Der heute 49-Jährige litt seit seinem 17. Lebensjahr unter Panikattacken, griff zur Flasche und wurde alkoholabhängig. Ein Freund nahm ihn mit zur christlichen Suchtkrankenhilfe „Blaues Kreuz“. Er machte eine Entgiftung und ist seit über 20 Jahren „trocken“. 2014 stieg er bei den „Randfichten“ aus.

Die Beschäftigung mit dem Glauben ließ ihn nicht mehr los. Einen großen Anteil daran hat seine Frau Tabea, mit der er seit 2002 verheiratet ist. Heute singt er christliches Liedgut und ist meist in kirchlichen Einrichtungen zu Gast. Das Publikum ist immer wieder begeistert, wenn er mit seiner Gitarre auf der Bühne steht.

Nach Spremberg kam er auf Einladung von Ludwig Scheibner. Er leitet die Suchthilfegruppe „Wendepunkt“. Aus Anlass des 20. Jubiläums des jährlichen Treffens der Lausitzer Selbsthilfegruppen wurde Thomas Unger eingeladen. Eine reichliche Stunde sang er am Samstagnachmittag. Es war im Saal mucksmäuschenstill, als Thomas Unger aus Breitenbrunn im Erzgebirge seine Titel sang wie „Ein Regenbogen“ oder „Wir seh’n uns dann im Himmel“ vortrug. Heiß begeht waren seine CDs „Unbekanntes Land“, „Vergiss nicht zu danken“ und „Alles was ich brauch“. Ludwig Scheibner ist heute nicht nur solo unterwegs. Er gibt auch Konzerte mit seiner Band oder hat seinen Sohn Toni (21) an seiner Seite. Heute ist Thomas Unger etwa bei 40 Auftritten im Jahr zu erleben.