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| 13:16 Uhr

Spremberg
Das Bläserkonzert ohne Applaus

Zum Konzert zur Sterbestunde Jesu mit Bläsern aus Welzow und Spremberg Kreuzkirche gehörte auch ein Abendmahl.
Zum Konzert zur Sterbestunde Jesu mit Bläsern aus Welzow und Spremberg Kreuzkirche gehörte auch ein Abendmahl. FOTO: Leopold Igel / LR
Spremberg. Die Stelle des Kreiskantors Senftenberg-Spremberg wurde erneut ausgeschrieben.

Ein Konzert zur Sterbestunde Jesu gehört zu den Traditionen in der Spremberger Kreuzkirche. Doch seit der Kreiskantor Hermann Hulman im Januar 2017 in Rente gegangen ist und die Kreuzkirche auch keinen hauptamtlichen Pfarrer mehr hat, ist es schwierig, für diese Tradition am Karfreitag Musiker zu finden. Nach dem Konzert mit dem jungen Organisten Ric Raffael Reinhold im Vorjahr haben sich diesmal Bläser aus Welzow, der Landeskirchlichen Gemeinschaft Spremberg sowie der Kreuzkirchengemeinde gefunden. 19 Stücke von Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Martin Jan, Johann Cröger und Johannes Fischer wurden von den Bläsern und Bläserinnen über mehrere Wochen geübt. Die Schwierigkeit der für die Passion geschriebenen Werke besteht darin, dass sie sehr langsam sind,  aufgeregt dramatisch oder oft leise gespielt werden müssen. Das fordert viel Puste und Kraft.

Die Zuhörer sangen rege mit, wo es ihnen das Faltblatt erlaubte. Variationen von „Du großer Schmerzensmann“, „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“ und „O Haupt voll Blut und Wunden“ erklangen, das gewichtige „Präludium XXII“ von Bach sowie Anton Bruckners langsamer und zugleich dichter Hymnus. Erst beim Stück „O Welt, ich muss dich lassen“ aus der Bachschen Kantate „In allen meinen Taten“ durfte das Sorgenvolle davonfliegen. Applaus gibt es nach Konzerten zur Sterbestunde Jesu nicht. Es ist ein stiller, trauriger Feiertag.  Aber die zahlreichen Konzertbesucher bedankten sich mit Spenden am Ausgang.

Mitte April werden sich erneut Anwärter für Stelle des Kreiskantors Senftenberg-Spremberg, zu der die Aufgaben des Kreuzkirchenmusikers gehören, vorstellen. Der Gemeindekirchenrat hofft, unter ihnen einen guten Organisten oder eine gute Organistin zu finden, der oder die auch ein Herz für die Chöre hat.