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| 15:49 Uhr

Kriminalität in Spree-Neiße
Einbrecher und Bürokratie zermürben Firmeninhaber

Gerd Lischke inspiziert die eingeschlagene Scheibe .
Gerd Lischke inspiziert die eingeschlagene Scheibe . FOTO: LR / Rene Wappler
Spremberg. Ein Spremberger Unternehmer äußert sich resigniert.

Kriminalität und Bürokratie entmutigen viele Unternehmer. Das sagt ein Spremberger Diplomingenieur, der nach einem erneuten Einbruch in seine Firma für Motortechnik vor einem Scherbenhaufen steht. In der Nacht zum Donnerstag beschädigten Diebe ein Schaufenster, vier weitere Scheiben und zwei Glastüren. Außerdem demolierten sie zwei Autos auf dem Hof. Aus dem Gebäude stahlen sie Sägen, Motorgeräte, Motorsensen und den Inhalt einer Kasse. Sie rissen selbst die Bewegungsmelder ab.

Das alles entdeckte Inhaber Gerd Lischke nach eigenen Worten, als er am Morgen in seinem Unternehmen an der Hoyerswerdaer Straße aufkreuzte. Wie die Pressestelle der Polizei mitteilt, sicherten Kriminaltechniker daraufhin Spuren. Ob sie die Täter finden werden, ist allerdings noch ungewiss.

Nun sagt Gerd Lischke: „Einbrüche und Diebstähle führen Betriebe in existenzielle Nöte.“ Städte wie Spremberg bräuchten dringend mehr Personal bei der Polizei. „Ich fühle mich in meiner Arbeit immer wieder zurückgeworfen.“

Ihn belastet nicht nur der Umstand, dass es sich bereits um den sechsten Einbruch auf dem Gelände seiner Firma handelt. Derzeit widmet er sich wie andere Unternehmer der neuen Datenschutzverordnung und ihren schwierigen Regeln. Seitdem es nur noch in Forst eine Kfz-Zulassungsstelle gibt, muss er wie seine Mitarbeiter auch dafür mehr Zeit aufwenden. „Ich komme im Moment nicht mehr dazu, meine eigentliche Aufgabe in der Firma zu erledigen“, sagt Gerd Lischke. „Bei der ganzen Bürokratie muss sich doch niemand mehr wundern, wenn viele Inhaber irgendwann resigniert aufgeben und ihren Betrieb dichtmachen.“