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Kreistag beschließt Erhalt der Georgenbergschule

Spremberg / Forst. Die freie Schulwahl im ländlichen Raum hatte Landrat Harald Altekrüger (CDU) schon in seiner Eingangsrede in der Kreistagssitzung am Mittwoch als ausgewiesenes Ziel hervorgehoben. Er befürwortete deshalb ausdrücklich den Erhalt der Förderschule "Lernen" in Spremberg. kkz

Dem steht jedoch die Beschlussvorlage der Kreisverwaltung entgegen. Dezernent Hermann Kostrewa verwies in seiner sachlichen Darstellung auf die Anordnung des Staatlichen Schulamtes in Cottbus, die Georgenbergschule zum Schuljahresende zu schließen. Die verbleibenden Schüler würden weiter in der Förderschule unterrichtet, wären aber der Berufsorientierten Oberschule Spremberg zugeordnet. Fast einstimmig - bis auf zwei Enthaltungen - votierten die Kreistagsabgeordneten gegen die Auflösung der Schule.

Einstimmig angenommen wurde stattdessen der fraktionsübergreifende Antrag zur Weiterführung der Förderschule in Spremberg. Die Fraktionen CDU, SPD / Landwirtschaft, Freie Bürger und Freie Wähler SPN hatten diesen Beschlussantrag gemeinsam auf den Weg gebracht. Demzufolge soll der Schulbetrieb mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt "Lernen" an der Spremberger Schule fortgeführt werden. Des Weiteren wird das Staatliche Schulamt aufgefordert, den Eltern die freie Schulwahl einzuräumen und auf die Möglichkeiten der Beschulung hinzuweisen.

In der Diskussion unterstrich Raik Nowka (CDU): "Inklusion ist ein Recht, aber es darf nicht zur Pflicht werden." Andreas Petzold (SPD) argumentierte, dieser Beschluss wende sich nicht gegen die Inklusion, sondern die Eltern sollen für ihre Kinder zwischen Förderschule oder Regelschule wählen können.

Anita Schreiber (Die Linke) verwies auf die Erfahrungen mit der vor zwei Jahren in Forst geschlossenen Förderschule. "Damals war die Inklusion noch auf dem Weg und heute müssen wir feststellen, Inklusion klappt noch nicht." Es dürfe nicht passieren, dass Kinder, die einfach nur langsamer lernen, als geistig behinderte Schüler eingestuft werden. "Solange die personellen und finanziellen Rahmenbedingungen nicht stimmen, müssen Förderschulen erhalten bleiben", sagte Egbert Piosik (Freie Wähler).