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| 16:40 Uhr

Ehrenamt freiwillige Feuerwehr
Feuerwehr-Werbung in 112-Sekunden-Filmen

Spree-Neiße. Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße unterbreitet Vorschläge zur Stärkung des Ehrenamtes.

Allein in Spremberg musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu 227 Einsätzen ausrücken. Stadtwehrführer Frank Balkow sprach von einer Rekordzahl – zumindest für die Zeit seit dem Jahr 1990, als er begann, die interne Statistik zu pflegen. So müssen die Spremberger Feuerwehrleute beispielsweise alle paar Tage zu einer Türnotöffnung ausrücken. Die aktuellen Belastungen der freiwilligen Feuerwehren im Land Brandenburg, über die jetzt auch der RBB am Beispiel der Kameraden aus Spremberg berichtete, würde laut Robert Buder, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße, auch der heiße und trockene Sommer verstärken. „Gerade in diesem Jahr beanspruchen die zahlreichen Waldbrände unsere Feuerwehren, welche gemeinschaftlich hervorragend bewältigt wurden“, sagt er. Da auch die technischen Einsätze hinsichtlich der Türnotöffnungen und der Tragehilfen weiter gestiegen seien, bestehte hier weiterhin die Aufforderung an das Land zu klaren gesetzlichen Regelungen, um auch das Ehrenamt zu entlasten.

Auch die Frage, wie das Ehrenamt weiter gestärkt wird und anerkannt werden kann, müsse beantwortet werden. „Sicherlich ist eine Geldprämie in Anlehnung der Zugehörigkeit zur freiwilligen Feuerwehr (treue Dienste) und damit die Novellierung des Feuerwehrmedaillengesetzes eine gute und vorstellbare Variante. Trotzdem: Geld ist nur ein Ansatzpunkt, dass muss auch Allen bewusst sein“, stellt Robert Buder fest.

Der Kreisfeuerwehrverband sieht hier verschiedene Handlungsmöglichkeiten, teilt er am Montag mit. Demnach seien eine wahrnehmbare Anerkennung in der Öffentlichkeit, eine einheitliche Landeskampagne zur Mitgliedergewinnung sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Quereinsteiger wichtig. Konkret schlägt er vor, die Bereiche Kinder- und Jugendfeuerwehr, Brandschutz­erziehung, Feuerwehrsport sowie den Ausbildungs- und Einsatzdienst in kurzen Sequenzen in Filmen mit einer Länge von circa 112 Sekunden darzustellen und in den Kinos als Trailer vor einem Film laufen zu lassen.

Aus Sicht der Spree-Neiße-Feuerwehrverbandes müssen Kenntnisse in den Bereichen Brand- und Katastrophenschutz bzw. die Bereitschaft und Ausübung des gesellschaftlichem Engagements und zur Übernahme sozialer Verantwortung zukünftig in einem Personalauswahlverfahren – bei gleicher fachlicher Eignung – berücksichtigt werden. Dies müsse in den Verwaltungen aber auch in den kleineren mittelständischen Firmen und Großunternehmen möglich sein.

In den Kindertagesstätten und Grundschulen müsse eine flächendeckende Brandschutzerziehung, finanziert vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, stattfinden. Dafür fordert der Kreisfeuerwehrverband die Einstellung von Fachwarten für Brandschutzerziehung in den staatlichen Schulämtern.

Nicht zuletzt geht es dem Spree-Neiße-Verband um die Anerkennung abgelegter Qualifikationen, beispielhaft die modulartige Ausbildung im Bereich der Ausbildung der freiwilligen Feuerwehr als auch abgelegte Ausbildungen in der freiwilligen Feuerwehr für die Berufsausbildung Feuerwehrmann oder -frau. Noch sei es so, dass freiwillige Feuerwehrleute, dier ihr Ehrenamt zum Beruf machen möchten, beinahe sämtliche bereits geleisteten Qualifikationen erneut ablegen müssen.

(pos)