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Kreis prüft Ideen zum Schulverkehr

Mehrere Politiker des Spree-Neiße-Kreises drängen auf eine geänderte Satzung, um den Schülerverkehr besser zu regeln. Doch der Beschluss wird kaum vor September fallen.
Mehrere Politiker des Spree-Neiße-Kreises drängen auf eine geänderte Satzung, um den Schülerverkehr besser zu regeln. Doch der Beschluss wird kaum vor September fallen. FOTO: Schulz
Spree-Neiße. Eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikern des Spree-Neiße-Kreises hat Vorschläge für den Schülerverkehr gesammelt. Doch vermutlich werden diese Ideen erst im Herbst in die Tat umgesetzt. René Wappler

Die Arbeitsgruppe tagte bereits im Februar, nachdem Dutzende Eltern mit Protestplakaten vor den Schulen ihrer Kinder erschienen waren. Der Ärger bezog sich auf den Betreiberwechsel beim Busverkehr, der viele Familien irritierte: Ihre Kinder müssten künftig einen Schulweg mit längeren Wartezeiten in Kauf nehmen - zum Beispiel am Busbahnhof in Spremberg.

Zwar kündigte die DB Regio Ost daraufhin an, sie werde sich um die Sorgen der Eltern kümmern. Doch die Mitglieder der Arbeitsgruppe wollten in ihrer 90-minütigen Diskussionsrunde auch grundsätzliche Probleme aus dem Weg räumen. So erläutert Christina Schönherr, die Fraktionschefin der Vereinten Wählergruppe in Spremberg: "Wir hatten in diesem Gespräch im Februar den Vorschlag unterbreitet, die Satzung zu ändern." Nach dem aktuellen Stand sei es theoretisch durchaus möglich, dass ein Schüler im Ernstfall am Tag sechs Stunden unterwegs wäre, um zur Schule zu gelangen und wieder nach Hause zu kommen. "Das ist einfach nicht zumutbar", sagt Christina Schönherr. "Egal, um welche Altersklasse es sich handelt." Zwar behebe eine geänderte Satzung nicht die Probleme, die durch den Betreiberwechsel beim Schülerverkehr entstanden. Doch die Arbeitsgruppe habe darauf gedrungen, die Folgen dieser Änderung untersuchen zu lassen. Zudem kam der Gedanke auf den Tisch, einen speziellen Schülerverkehr für Kinder und Jugendliche einzurichten, die in der fünften und sechsten Klasse in besonders leistungsorientierte Häuser außerhalb des Landkreises wechseln - zum Beispiel an das Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus.

Bisher wartet Christina Schönherr vergebens auf ein Resultat der Beratung vom Februar- ebenso wie der CDU-Politiker Raik Nowka. Er äußert sich ähnlich wie sie: "Ich wünsche mir ja nur, dass wir in dieser Sache endlich mal weiterkommen." Allerdings müssen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe wohl noch für längere Zeit in Geduld üben. So erklärt die Pressesprecherin des Spree-Neiße-Kreises, Sylvia Friese: "Das Thema ist auf jeden Fall im Gespräch, und es wird jetzt in die zuständigen Fachausschüsse gehen."

Allerdings tagt der Bildungsausschuss des Landkreises laut offiziellem Terminplan erst im Juni dieses Jahres. So ist vorher nicht mit einem endgültigen Beschluss zu rechnen - und nach dem Ausschuss muss auch erst einmal der Kreistag über den Vorschlag zur geänderten Satzung befinden. Die Spremberger Kommunalpolitikerin Christina Schönherr stellt fest: "Das würde bedeuten, dass eine klare Entscheidung nicht vor September vorliegt."