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| 12:05 Uhr

Spremberg
Kreidefrei und fast sorgenfrei

Odette Urban setzt als Schulleiterin auf Team-Arbeit.
Odette Urban setzt als Schulleiterin auf Team-Arbeit. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Odette Urban, Schulleiterin im Gymnasium, bedankt sich für Schulsozialarbeiter.

Das Erwin-Strittmatter-Gymnasium ist nicht nur kreidefrei. Es ist auch frei von größeren Sorgen. Odette Urban hatte im Spremberger Bildungs- und Kulturausschuss Gelegenheit, sich als neue Schulleiterin vorzustellen. Zum Schuljahresbeginn 2017/2018 schlüpfte sie in die Fußstapfen von Elmar Schollmeier – und hat seitdem einiges verändert. Sie setzt auf Team-Geist, weiß eine gute Schulkonferenz und aktive Eltern an der Seite. „Auch die Schüler treffen sich inzwischen ganz eigenständig zu Sitzungen der Schülerkonferenz“, so Odette Urban.

Dass Sprembergs Gymnasium um seine Gebäude beneidet wird, ist kein Geheimnis. Aber die Spremberger – Eltern wie Kommunalpolitiker – mussten mit dem Spree-Neiße-Kreis als Träger lange darum ringen. Alt- und Neubau harmonieren jetzt an einem Standort, die neue Sporthalle und der Sportplatz bewähren sich. Technisch ist die Schule sehr gut ausgestattet. Neben den Whiteboards, die die Tafeln abgelöst haben, und den Laptop-Klassensätzen gibt es im Schulhaus Recherche-Plätze, wo Schüler Aufgaben erledigen. „Dafür sind wir unserem Träger wirklich dankbar“, sagt Odette Urban.

578 Schüler lernen am Strittmatter-Gymnasium, 161 von ihnen besuchen gerade die Klassen 11 und 12. Den Schülern stehen 30 Lehrerinnen und 14 Lehrer gegenüber. „Damit habe ich aktuell ausreichend  Lehrkräfte. Dass sie eine qualitativ hohe  Arbeit leisten, davon konnte ich mich in den vergangenen Monaten überzeugen, ich habe bei all meinen Kollegen hospitiert“, so die Schulleiterin. Aber die Gefahr Lehrermangel behält sie im Blick: „Ab Mitte der 2020er-Jahre gehen eine Reihe meiner Kollegen in Rente“, sagt sie. Zum nächsten Schuljahr wird deshalb eine neue Kollegin für die Fächer Französisch und Kunst eingestellt.

Neben Französisch, Russisch und Englisch bietet das Gymnasium auch Spanisch an. „Ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Region. Senftenberg hat dieses Angebot als nächste Schule. Am Pückler-Gymnasium in Cottbus ist Spanisch eine AG“, weiß Odette Urban.

Auch die Leistungs- und Begabungsklassen 5 und 6, die abwechselnd als Bläser- oder Musicalklasse starten, seien in der Spremberger Region gefragt. „Für die neue Bläserklasse haben wir 45 Anmeldungen, maximal 29 Schüler können wir aufnehmen. Wir werden also einige Kinder ablehnen müssen. Wir hoffen aber, dass sie als Siebtklässler zu uns kommen“, so Odette Urban. Für die Aufnahme müssen Viertklässler neben guten Noten eine Empfehlung ihrer Grundschule mitbringen, einen IQ-Test bestehen und ein Bewerbungsgespräch meistern. „Daraus entsteht ein Ranking, nach dem wir die Schüler dann auswählen“, erklärt die Schulleiterin. Nicht nur ihre schulischen Leistungen, das Musizieren, Tanzen, Singen und Darstellen werden in Klasse 5 und 6 gefördert. „Sondern auch das Team wird durch Orchester und Musical unheimlich gefestigt. Das merken wir in den höheren Jahrgängen im Vergleich der Klassen. Die L-Klassen sind immer sehr starke Teams“, so Odette Urban.

Sprachreisen gehören zum Schuljahr: nach England, Spanien, Russland. Odette Urban hofft, dass mit der neuen Französisch-Lehrerin noch eine Schulpartnerschaft nach Frankreich gelingt. In diesen Tagen werden Gäste aus der Partnerschule in Schelesnogorsk, wo Schüler der Berufsorientiernden Oberschule und des Gymnasiums vor Ostern waren, in Spremberg erwartet.

Die Vorbereitung auf Studium und Ausbildung wurde intensiviert. „Zum ersten Mal hatten wir in diesem Schuljahr alle unsere Kooperationspartner zu einem Austausch eingeladen“, sagt sie. Dass sie jetzt als Gymnasium auch einen Schulsozialarbeiter haben, sei eine Erleichterung. „Wir haben vermehrt Schüler, deren Probleme nicht in einem Fach begründet liegen, sondern eine ganz andere Ursache haben. Da gibt uns der Sozialarbeiter wertvolle Tipps.“ Am Gymnasium lernen derzeit drei junge Migranten – in den Klassen 8 und 9. „Sie brauchen ein hohes Sprachniveau, um dem Unterricht folgen zu können“, erklärt die Schulleiterin die geringe Zahl. Schüler des Gymnasiums aber helfen inzwischen Migranten in Spremberg beim Deutschlernen.

Ganz besonders eifrig arbeiten die Schüler derzeit an einer neuen Pausenordnung mit – aber das liegt in der Natur der Sache.