ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:56 Uhr

Spremberg
Ein festes Team für die Brust

Chefärztin Sabine Manka (l.), Dr. Gerd Koinzer und Krankenhaus-Geaschäftsführerin Kathrin Möbius am Rande des 20. Onkologie-Tages in Spremberg.
Chefärztin Sabine Manka (l.), Dr. Gerd Koinzer und Krankenhaus-Geaschäftsführerin Kathrin Möbius am Rande des 20. Onkologie-Tages in Spremberg. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Auch Krankenhausgeschichte gehört zum 20. Onkologie-Tag in Spremberg.

(ani) Wie die Patienten nicht nur aus Spremberg kommen, zieht auch  der Onkologie-Tag Experten aus der gesamten Region nach Spremberg. Dr. Karin Heinig, Leiterin der Schwerpunktpraxis, hatte ihn ins Leben gerufen. Sabine Manka erinnert sich noch an die erste Tagung, für die die Cafeteria des Krankenhauses reichte. Rund 70 Ärzte und Therapeuten, onkologische Fachpfleger und Studenten waren in dieser Woche gekommen. Dr. Gunter Ziegenhardt, Chefarzt am Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, stellte neue Wege in der Strahlentherapie vor. Jolanta Nytko, Fachärztin im Spremberger Krankenhaus, erläuterte, wie eine neue App in der Senologie, der Brustgesundheit, helfen kann. Karin Heinig erklärte an Einzelfällen, wann welche Therapien in Kombination helfen und wie wichtig das Vertrauensverhältnis zum Patienten ist. Auch der Fall eines ererbten Brustkrebses (BRCA) konnte dokumentiert werden, weil Mutter und Tochter Patienten in Spremberg sind.

Unter den Gäste der Tagung war auch Dr. Gerd Koinzer. 1996 hatte er die Nachfolge des langjährigen Spremberger Chefarztes Dr. Werner Noack angetreten. Dass ihn Sabine Manka, die ihn 2012 beerbte, als Vater der Senologie in Spremberg bezeichnet, freute ihn. „Ich komme nicht mehr jedes Jahr zur Tagung“, so der 72-Jährige, „aber zu einem Jubiläum schon.“ Gespannt lauschte auch er den Vorträgen: „So schlimm die Schicksale oft sind, ich sehe auch, wie doch die Entwicklung in der Medizin voranschreitet. Wir können immer besser helfen.“

Das Spremberger Krankenhaus wird im nächsten Jahr feiern können, dass es vor 150 Jahren eröffnet wurde. Sabine Manka, Chefärztin der gynäkologischen Abteilung, erinnerte zum 20. Spremberger Onkologietag am Mittwoch daran, dass Geburtshilfe und Frauenheilkunde neben der Chirurgie von Anfang dazu gehörten.

Die Geburtshilfe hat Spremberg inzwischen verloren – obwohl die Ärzte von der Bevölkerung mit zwei großen Demonstrationen im Ringen um den Erhalt kräftig unterstützt wurde. Aber gelähmt hat dieser Verlust nicht. Sie sind ein festes Team geblieben, arbeiten eng mit den niedergelassenen Ärzten zusammen, haben sich mit der Chirurgie friedlich vereint, bauen auf Radiologen und Strahlentherapeuten, verständnisvolle Anästhesisten, Pathologen und das Pflegepersonal, sodass die Gynäkologie im Spremberger Krankenhaus gemeinsam mit der gynäkologisch-onkologischen Schwerpunktpraxis Heinig im MVZ Poliklinik inzwischen sehr gefragt ist. „Das bestätigen mir unsere Patienten“, sagt Kathrin Möbius, Geschäftsführerin der Spremberger Krankenhausgesellschaft, „die uns ihr Vertrauen aussprechen.“

(ani)