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| 17:33 Uhr

Kommunalwahl Neuhausen/Spree
Koppatz und Frauendorf auf einer Liste

 Das alte Feuerwehrgerätehaus in Frauendorf hat mit Mitteln vom Solarpark ein neues Dach bekommen. Bei der Sanierung wurde die Stube des Nachtwächters entdeckt. 
Das alte Feuerwehrgerätehaus in Frauendorf hat mit Mitteln vom Solarpark ein neues Dach bekommen. Bei der Sanierung wurde die Stube des Nachtwächters entdeckt.  FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Frauendorf/Koppatz. Solarpark war Lehrstück für die Demokratie. Wahlkandidaten laden ins neue Dorfgemeinschaftshaus ein. Von Annett Igel-Allzeit

52 Kandidaten aus 15 Ortsteilen bewerben sich in der Gemeinde Neuhausen/Spree um einen Sitz in der Gemeindevertretung. Nur elf Frauen sind dabei. Trotzdem ist Bürgermeister Dieter Perko (CDU) zufrieden mit den Wahlvorschlägen. „Es sind keine Parteien darunter, mit deren Rechtsauffassung ich ein Problem habe“, sagt er. Mit der CDU gibt es nur eine Partei unter den Vorschlagsträgern. Neben drei Einzelkandidaten sind elf Gruppen am Start: Sie nennen sich Wählergruppe für Landwirtschaft und Umwelt oder für Gesundheit, Kultur und Sport, sind Freunde des Brandschutzes, der Feuerwehr oder tragen den Ortsteil im Namen.

Zum zweiten Mal tritt die Wählerliste Frauendorf/Koppatz (WFK) an. Gemeindevertreter Dietmar Numrich aus Frauendorf schaut stolz auf die erste Legislatur: „Mit dem Koppatzer Mario Lehmann konnten wir den Vorsitzenden der Gemeindevertretung stellen. Ich rückte als 1. Stellvertreter auf.“ Größter Streitpunkt sei der Frauendorfer Solarpark gewesen. Mit ihm haben die Gemeindevertreter und der Frauendorfer Ortsbeirat viel über Demokratie dazugelernt. Aber der Streit spaltete das Dorf nicht auf Dauer, der Ortsbeirat trat nicht zurück. Dass nach der Mehrheit in der Gemeindevertretung für den Solarpark die Anlagen gegen das Ortsbeirats-Votum aufgebaut wurden, stört heute nur noch wenige. „Die Platten sind kaum zu sehen. Das Geld, das sie für den Ortsteil abwerfen, hilft“, sagt Numrich.

Vereine, Gruppen, die Feuerwehr wurden nach Vorhaben für den Solarpark-Ausgleich gefragt: Entstanden ist eine Liste mit zehn Vorschlägen, die abgearbeitet werden, darunter das Sozialgebäude am Sportplatz, Container, die nach der Stilllegung des Tagebaus Greifenhain nach Frauendorf kamen und nun sanierungsbedürftig sind. Mit dem Solarpark-Ausgleich bereits finanziert ist das neue Dach des alten Feuerwehrgerätehauses. Dort steht nun der Rasenmäher trocken. Und Erinnerungen hat das neue Dach geweckt. Denn an der Rückwand lehnte ein winziges Nebengelass. Als es mit dem alten Dach abgerissen wurde, kamen gedämmte Wände, ein kleiner Ofen, Tisch und Stuhl ans Licht. „Das war wohl die Stube des Frauendorfer Nachtwächters“, sagt Rita Numrich. „In Aseleben, meinem Heimatdorf in Sachsen-Anhalt, gab es den Nachtwächter bis 1958. Er ging durchs Dorf, schlug bei Dieben, Feuer und Unwetter Alarm.“    

Größter Hingucker in Frauendorf ist derzeit das Dorfgemeinschaftshaus. Nach dem Zuwendungsbescheid über eine Viertelmillion vom Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung 2017 wurde die Sanierung begonnen. Vor wenigen Tagen lief die Einweihung. Die Gemeindevertretung verlegte ihre letzte Sitzung dieser Legislaturperiode in den Saal. Der Gastwirt verspricht, ab Juni im Erdgeschoss seine Dienste anzubieten. Die Frauensportgruppe, die zwischendurch in Koppatz turnte, ist zurückgekehrt. Und neue Hoffnung fürs Gutshaus gibt es auch: Der Investor plane, so Numrich, ein Mehrgenerationen-Wohnen.

Der Koppatzer Mario Lehmann, als Vorsitzender der Gemeindevertretersitzung ein Original, lässt sich nicht mehr aufstellen. Neue Mitstreiter waren zu finden: Fünf Frauendorfer und vier Koppatzer stehen auf der Liste, junge Väter ebenso wie Ruheständler. Frauendorf, das 1988 aus der Braunkohlen-Planung entlassen wurde und der Abbaggerung entging, hatte Ende 2018 genau 278 Einwohner, Koppatz 213. „Wir haben ähnliche Probleme, ähnliche Ziele“, sagt Dietmar Numrich.

Die Kandidaten der WFK stellen sich am Montag, 20. Mai, im Frauendorfer Dorfgemeinschaftshaus ab 18 Uhr den Fragen und Hinweisen der Bürger.

 Das alte Feuerwehrgerätehaus in Frauendorf hat mit Mitteln vom Solarpark ein neues Dach bekommen. Bei der Sanierung wurde die Stube des Nachtwächters entdeckt. 
Das alte Feuerwehrgerätehaus in Frauendorf hat mit Mitteln vom Solarpark ein neues Dach bekommen. Bei der Sanierung wurde die Stube des Nachtwächters entdeckt.  FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit