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| 12:58 Uhr

Kommunalwahl Spremberg
Raimund Kuhlee gewinnt das Losverfahren

 Enrico Hirth bereitet Losentscheidung für den Türkendorfer Ortsbeirat vor.
Enrico Hirth bereitet Losentscheidung für den Türkendorfer Ortsbeirat vor. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Türkendorfer bringen Abwechslung in Sprembergs Wahlausschusssitzung. Hohe Wahlbeteiligung in ländlichen Ortsteilen. Von Annett Igel-Allzeit

Dass zwei Sitze bis zum Ende der neuen Legislaturperiode im Jahr 2024 in Sprembergs Stadtparlament leer bleiben, das hat am Mittwoch Wahlleiter Frank Kulik dem Wahlausschuss bestätigt. Die AfD hätte mit 26,6 Prozent der Wählerstimmen sieben Sitze sicher, stellte aber nur fünf Kandidaten auf. „Dafür kann niemand nachnominiert werden. So wird es bei 26 Sitzen plus Bürgermeisterin bleiben, obwohl Spremberg mit 22 473 Einwohnern 28 Vertreter zugestanden hätten“, erklärt Kulik. Welche Auswirkungen das auf die Besetzung der Ausschüsse hat, will er bis zur konstituierenden Sitzung der Stadtverordneten am 19. Juni klären.

Sprembergs Wahlbeteiligung hat sich im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 um 14,5 Prozent auf 58,9 Prozent erhöht. Besonders hoch war sie in den Ortsteilen. So lag sie in Schönheide bei 85, in Türkendorf bei 76,3 Prozent. Nur die Trattendorfer blieben mit 49,6 Prozent unterm Spremberger Durchschnitt. Der größte Teil der Briefwähler stamme aus der Kernstadt. „Das zeigt, dass im ländlichen Raum noch traditionell wählen gegangen wird“, sagt Kulik. Mit 2590 Sprembergern entschieden sich 13,37 Prozent der Wahlberechtigten für die Briefwahl. 2014 waren es 1903 Briefwähler. Die Rücklaufquote nach Beantragung lag in diesem Jahr bei 96,2 Prozent. Ein kleiner Teil der Briefunterlagen kam zu spät oder nicht zurück.

Bevor Kulik mit den Wahlausschuss-Mitgliedern sämtliche Zahlen durch ging, lobte er: „273 Wahlhelfer haben am Wahlsonntag 4422 Stunden hervorragende ehrenamtliche Arbeit geleistet. Die ersten waren um 6.30 Uhr vor Ort. Von 8 bis 18 Uhr sicherten sie einen ordnungsgemäßen Ablauf in den Wahllokalen. Danach ging es ans Auszählen. Dafür danke ich allen Beteiligten ausdrücklich“, sagt Kulik.

Der Wahlausschuss bestätigte nicht nur die Wahl der Stadtverordnetenversammlung, sondern auch die Wahl der 14 Ortsbeiräte. Für Spannung sorgten die Türkendorfer. Vier Kandidaten hatten sich jeweils als Einzelbewerber um die drei Sitze beworben. Mit 60 und 59 Stimmen haben sich Wolfgang Jaekel und Maik Klausch jeweils einen Sitz sichern können. Raimund Kuhlee und Joachim Schötz allerdings hatten mit jeweils 51 gleichviele Stimmen. Das Kommunalwahlgesetz sagt in solchen Fällen, dass das Los entscheidet. Frank Kulik hatte eine hübsche Dose mit Deckel, zwei Plastikeier und Zettel mit den Namen der beiden Kandidaten mitgebracht.

Wahlausschussmitglied Enrico Hirth legte die Lose in die Eier und die Eier in die Dose, während Kulik vor der Saaltür wartete. Hirth wiederum wurde vor die Tür geschickt, bevor Kulik ein Ei auswählte: Glück gebracht hat das Prozedere Raimund Kuhlee. Er sitzt künftig im Ortsbeirat, wenn er die Wahl annimmt. Joachim Schötz bleibt als Ersatz gelistet – falls ein Ortsbeiratsmitglied die Wahl ausschlägt oder in der Legislaturperiode aufgibt.