Von Annett Igel-Allzeit

Die ersten zwei Ortsvorsteher der 14 Spremberger Ortsteile stehen fest. Andreas Schulze (CDU) in Weskow und Sven Ruhner in Groß Luja wurden einstimmig wiedergewählt. Sie sind alte Hasen in diesem Ehrenamt. Ihre Mitstreiter aber sind neu.

Mit Lysann Noack und Sören Goebel schaut Sven Ruhner über den Groß Lujaer Sportplatz. Das Gras wirkt unberührt. Selten jagt hier jemand dem Ball hinterher. Ruhner hat eine Vision: Er möchte den Sportplatz teilen, eine Hälfte in einem Park mit Obstbäumen und Beerensträuchern, Blühwiese und Insektenhotel verwandeln und in der vorderen Hälfte ein Fußball-Kleinfeld und einen Sand-Volleyballplatz herrichten. Aber er weiß auch, mit wie viel Herzblut die alten Lujaer am Areal hängen: „Sie haben es einst errichtet“, sagt Ruhner. Im Dorf sei viel abzuwägen, gerade weil es nur rund 260 Einwohner hat. Regelmäßige Bürgersprechstunden lohnen sich nicht, Tradition sei aber, im Februar zur Einwohnerversammlung einzuladen. Der tote Baum, der Graben, das Loch in der Straße. „Mit großen Sachen wie dem Kita-Neubau treten wir an die Stadt heran, und auf den Betriebshof können wir uns verlassen. Kleinere Dinge aber sollten wir versuchen, im Dorf selbst zu erledigen“, so Ruhner.

Er hat sich selbst als Ortsvorstehervorgeschlagen. „Ich bin bereit, das noch einmal für fünf Jahre zu machen, würde euch aber an diese Aufgabe heranführen“, versichert er Sören Goebel und Lysann Noack. Lysann Noack wurde als stellvertretende Ortsvorsteherin gewählt. Sie will Ruhner auch in den Stadtverordnetenversammlungen vertreten. „Wir haben da zwar kein Rederecht“, weiß sie, „aber wenn es um unsere Belange geht, ist es wichtig. Zudem will ich sehen, wie es im Stadtparlament zugeht.“

Der Weskower Andreas Schulze ist stolz darauf, mit Claudia Groba und Ramona Jürgensen an der Seite den weiblichsten Ortsbeirat leiten zu dürfen: „Außerdem verjüngen sie unseren Ortsbeirat deutlich“, sagt er. Dass eine Ortsbeiratssitzung eine Stunde und 18 Minuten dauern könnte, sagt Schulze, der Zahlen liebt. Den höchsten Schnitt halte Trattendorf mit einer Stunde und 51 Minuten, den niedrigsten Groß Luja mit 55 Minuten. Zu allen Vorhaben und Problemen, die Weskow mit seinen rund 820 Einwohnern betreffen, werde der Ortsbeirat von der Stadt gehört. Dass Grundstücksverkäufe nicht öffentlich behandelt werden und der Verschwiegenheitspflicht, für die die Ortsbeiratsmitglieder unterschreiben müssen, unterliegen, damit hadert Schulze seit Jahren. „Ich will nicht den Namen des Käufers nennen. Aber wenn ein Grundstück nicht schön aussieht, muss ich den nachfragenden Bürgern wenigstens sagen können, dass es neu verkauft ist und auf Besserung gehofft werden darf.“

Claudia Groba wurde in Weskow einstimmig zur stellvertretenden Ortsvorsteherin gewählt. Beide Ortsbeiräte wollen nicht bis zur nächsten Ortsbeiratssitzung – am 7. Oktober in Weskow und am 5. September in Groß Luja – warten, sondern an ihren Arbeitsplänen eher feilen. Am kommenden Montag treffen sich die gewählten Ortsbeiräte in Lieskau, Cantdorf, Schönheide, Trattendorf und Graustein zu den konstituierenden Sitzungen.