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| 23:30 Uhr

Kommunalwahlen Spremberg
Bis tief in die Nacht gezählt

 Die freiwilligen Helfer im Spremberger Ratssaal  sind bis tief in die Nacht damit beschäftigt, die zahlreichen Stimmzettel auszuwerten und die Ergebnisse weiterzuleiten.
Die freiwilligen Helfer im Spremberger Ratssaal  sind bis tief in die Nacht damit beschäftigt, die zahlreichen Stimmzettel auszuwerten und die Ergebnisse weiterzuleiten. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Sommerliches Wetter hinderte viele Spremberger nicht am Urnengang. Doch das Auszählen der Stimmen dauerte seine Zeit. Von Annett Igel-Allzeit und Marcel Laggai

Auf dem Marktplatz weht am Wahlsonntag neben Sprembergs Fahne und der Deutschlandfahne die Europaflagge. Die Rathaustür ist bereits kurz nach 7 Uhr weit geöffnet. Alles, was die Stadtverwaltung an Fahrzeugen hat, wird gebraucht. 68 000 Wahlzettel sind zu den 29 Wahllokale in der Innenstadt und in den Ortsteilen zu bringen, so Wahlleiter Frank Kulik. Die Schlüssel hatten die Wahlvorstände bereits vorm Wochenende ausgehändigt bekommen. 276 Wahlhelfer konnten gewonnen werden. Einige wenige Ausfälle gab es am Sonntagmorgen, sie können aber flink kompensiert werden. Vorm Strittmatter-Gymnasium, dem größten Spremberger Wahlbüro mit 1218 Wahlberechtigten für die Kommunalwahl, sollen schon deutlich vor um 8 Uhr Spremberger gewartet haben, ihre Kreuze setzen zu dürfen. Einige Minuten Geduld brauchten auch Wahlwillige im Wahllokal Drebkauer Straße. Hier konnten das Wahlbüro erst nach Ungereimtheiten mit Stimmzetteln einige Minuten später geöffnet werden, erzählt Frank Kulik.

Doch die befürchteten langen Schlangen bleiben aus. „Natürlich gab es Stoßzeiten, wo sich auch mal eine kleine Schlange bildete. Aber länger als zehn Minuten dauerte es selten für die Bürger“, so der Wahlleiter nach einem ersten Feedback der Wahlvorstände. Kleinstes Wahllokal war mit 80 Wahlberechtigten zur Kommunalwahl das in Schönheide. Solche kleinen Lokale brauchen auch nur zwei, drei Kabinen, während in den größeren Lokalen vier, fünf Kabinen aufgestellt werden mussten. Die großen Wahlzettel ließen sich etwas schwieriger falten. Wahlurnen wirkten deshalb übervoll. Schütteln half. „Wir haben auch Wahlurnen ihn Reserve, die hätten wir nachliefern können, aber keiner der Wahlvorstände hat sie angefordert“, erklärt Kulik.

Das erste große Sortieren hat bereits um 15.30 Uhr in der Kollerberg-Grundschule begonnen. Hier richtete die Stadt die Briefwahllokale ein. Die Zahl der Briefwahllokale musste diesmal von vier auf sechs Wahllokale erhöht werden. Der Trend, einen Antrag zur Briefwahl zu stellen hält an: 2590 Wahlberechtigte haben das für ihre Kommunalwahl beantragt. „Darunter waren 824 Wahlberechtigte aus den 14 Spremberger Ortsteilen“, sagt Frank Kulik. Frank Kulik brachte mit einem Team die noch leeren 24 Briefwahlurnen und die himmelblauen Kisten mit den Wahlbriefen in die Räume. Die Anspannung bei einigen Wahlhelfern ist groß, sie sind das erste Mal dabei. Aber die Teams sind gut gemischt –  alte Wahlhelfer-Hasen warten neben Neulingen, dass es endlich ans Vorbehandeln der Briefwahlunterlagen geht. Schulbänke werden zu langen Tafeln zusammengeschoben. Eine Wahlhelfergruppe hat die Stühle weggeschoben, nur die Schriftführerin sitzt.

19 377 Sprembergerinnen und Spremberger ab 16 Jahre waren am Sonntag berechtigt, an den Kommunalwahlen teilnehmen, 18 909 waren es für die Europawahl – etwas weniger, weil hier ein Mindestalter von 18 Jahren gilt. 463 der Wahlberechtigten am Sonntag sind demnach 16 und 17 Jahre jung gewesen. Die Wahlbeteiligung klettert in Spremberg auf vorläufige 64 Prozent.

Um Punkt 18 Uhr, mit dem Schließen der Wahllokale, beginnt das große Auszählen der unterschiedlichen Wahlzettel. Begonnen wird mit der Europawahl. Aufgrund der versierten Wahlhelfer steht bereits um kurz vor 20 Uhr das vorläufige Endergebnis fest. Klarer Gewinner ist die AfD mit 35 Prozent. Dahinter die CDU mit 17,8 Prozent und die SPD mit 13,7 Prozent. Die Linke schafft es indes auf 10,1 Prozent und sowohl die Grünen als auch die FDP liegen bei knapp 4 Prozent. Die Stimmen des Spremberger Stadtparlaments werden derweil bis tief in die Nacht hinein ausgezählt. Bei Redaktionsschluss – um 23.30 Uhr – sind erst 25 von 35 Stimmbezirken ausgezählt. Sowohl CDU als auch AfD liefern sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin