Die drei Richtlinien, mit der die Stadt Spremberg Kultur und Jugend, Soziales und Sport fördert, werden wieder neu in den Fraktionen diskutiert. Sie sind bereits vereinfacht worden – ihre aktuellen Fassungen gelten seit 2016 beziehungsweise 2018. Aber nach den Einschätzungen mehrerer Mitglieder des Bildungsausschusses würden sie von Vereinen und Einrichtungen noch immer als Hürden wahrgenommen. Janine Kantor (CDU) macht stutzig, dass besonders im Bereich Kultur wenig Anträge auf Unterstützung bei der Stadt gestellt werden. „Das lässt darauf schließen, dass es besonders für die kleineren Vereine zu kompliziert sein muss“, sagt die Sellessener Ortsvorsteherin. Elke Franke (Die Linke) als auch Kai Noack von der Fraktion CDU/FDP/UWG wissen jedoch: „Im Vergleich zu den Richtlinien des Spree-Neiße-Kreises sind Sprembergs Richtlinien einfach.“ Aber er verstehe, so Kai Noack, was Janine Kantor meint: Schwierig sei Anlage 2, nach der eine Finanzübersicht der Erlöse und Aufwendungen, die ein Verein im Jahr hat, beigelegt werden müssten – „nur ist das noch schwieriger für richtig große Vereine“, erklärt Kai Noack. Göran Richter (SPD), Ortsvorsteher in Schwarze Pumpe, ärgert, dass die Sportvereine nicht mehr bei den Betriebskosten unterstützt werden. „Wie sollen die Billardspieler, die auf Landesebene unterwegs sind, Heizkosten von 3000 Euro im Jahr allein tragen?“, fragt Göran Richter.

Stadt berät die Vereine bei Fragen

Wie Christina Bieder, die die Anträge für den Bereich Soziales in der Stadtverwaltung bearbeitet, versichert, werden die Vereine bei Fragen durchaus beraten – und da spreche sie mit für ihre Kolleginnen im Sport und in der Kultur. Und bei kleineren Beiträgen werde das Prozedere auch vereinfacht, erklärt sie. Ulrike Meier (AfD) schlägt vor, für solche geringfügigen Förderungen ein stark vereinfachtes Regelwerk zu erstellen. Dieser Vorschlag sowie die Betriebskosten, der Wegfall von Anlage 2 und eine Senkung der Eigenmittel der Antragsteller von 30 auf 20 Prozent sollen nun noch einmal in den vier Spremberger Fraktionen diskutiert werden. Noch nicht im März aber vielleicht in der Sitzung im Mai, so Elke Franke, könnten die Förderrichtlinien dann erneut Thema im Bildungsausschuss sein.