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| 17:53 Uhr

Freilichtmuseum Klinge
Das Monster von Bagenz ist bald auf dem Weg nach Klinge

In diesen Tagen wird das Wollnashorn von Tierpräparator Klaus-Dieter Jost in seiner Werkstatt in Bagenz fertiggestellt.
In diesen Tagen wird das Wollnashorn von Tierpräparator Klaus-Dieter Jost in seiner Werkstatt in Bagenz fertiggestellt. FOTO: Arlt Martina
Bagenz/Wiesengrund. In wenigen Tagen soll der Nachbau des wollharigen Nashorns seine Reise zum endgültigen Standort ins Freilichtmuseum „Zeitsprung“ antreten.

Mächtig gewaltig ist es – das Wollnashorn in der Werkstatt des Tierpräparators Klaus-Dieter Jost. Eine Länge von 4,50 Meter hat es und reicht fast bis zur Decke der Baracke, wo der 61-jährige Präparator arbeitet.

Seit Anfang Januar ist Klaus-Dieter Jost mit dem Bau dieses Nashorns beschäftigt, das in wenigen Tagen zum Freilichtmuseum Klinge umgesetzt wird. Jost stellte vor Jahren bereits das Mammut für das Kreishaus-Foyer in Forst her. Durch Fördermittel des Landkreises Spree-Neiße wurde es nun auch möglich, das Nashorn nachbauen zu lassen. Dafür gab das Freilichtmuseum Klinge Ende des Jahres 2017 den Auftrag.

Das Wollnashorn – auch gern Wollhaarnashorn oder Fellnashorn genannt – lebte von 500000 bis 10000 Jahren in den Kältesteppen und Tundren Europas und Asiens. Der Pflanzenfresser ernährte sich überwiegend von Gras.

Um dem präparierten Koloss Halt zu geben, wurde vom Tierpräparator ein Grundstahlgerüst geschweißt. Der Kopf und die Schulterpartie wurde mit Hartschaum extra modelliert. Um so ein Präparat sehr echt darzustellen, besorgte sich Klaus-Dieter Jost Literatur, die natürlich Fotos zum Inhalt hatten. „Die Augen sind erstaunlicherweise bei so einem Tier sehr klein“, findet er und griff zu Glausaugen, die er bei einer darauf spezialisierten Firma bestellt. Das Tier selbst besteht aus Kunstharz. „Die Tiere der Eiszeit hatten auch langes dickes Fell, das in den nächsten Tagen auch von mir gestaltet wird. Das Fell erhält dann einen Anstrich in den Farben rotbraun/orange“, so Klaus-Dieter Jost, der seit 1976 diesen Beruf ausübt und vor einem Jahr seine Werkstatt am Bagenzer Strand bezog.

Das „Monster von Bagenz“ muss spätestens am 22. Juli im Freilichtmuseum „Zeitsprung“ Klinge angekommen sein. So arbeitet der Tierpräparator besonders in diesen Tagen täglich noch bis in die Nacht hinein, um die neue Errungenschaft für den Transport nach Klinge in wenigen Tagen bereitzuhalten.

Eigentlich war schon für Ende Mai die Ankunft des riesigen Präparats angekündigt worden, als das Freilichtmuseum „Zeitsprung“ am südlichen Rand des Tagebaus Jänschwalde das zehnjährige Bestehen feierte.

(mat)