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| 17:25 Uhr

Spremberg
Kleingärtner kämpfen gegen Leerstand

Peter Reininger will die Vorsitzenden der Spremberger Gartensparten hören.
Peter Reininger will die Vorsitzenden der Spremberger Gartensparten hören. FOTO: Catrin Wuerz
Spremberg. Bauausschuss hat die Vorsitzenden der Gartensparten zur Sondersitzung eingeladen. Annett Igel-Allzeit

 Das Konzept für die Kleingarten-Entwicklung in Spremberg beginnt positiv: Wie andere Städte profitiert Spremberg von der städtebaulichen wie ökologischen Bedeutung der Kleingärten. Sie seien „Triebfeder im Stadtklima“ und bieten noch eine große Vielfalt an Flora und Fauna, heißt es im Vorbericht des Konzeptentwurfes. Doch der Rückgang der Bevölkerung trifft die Sparten. Ende 2015 standen laut Stadtverwaltung 100 der 1646 Parzellen leer. Weil ein weiter steigender Leerstand befürchtet wird, hatte der Fachbereich Bauen und Planen im Vorjahr ein Entwicklungskonzept erarbeitet und dafür mit dem Bezirksverband Spremberg der Gartenfreunde um den Vorsitzenden Frieder Beck zusammengearbeitet. Doch sofort beschließen wollten die Stadtverordneten das Konzept nicht.

Ähnlich wie die Friedhofskonzeption sind Kleingärten ein sensibles Thema. Zudem sei keine Eile geboten. Frieder Beck wollte die Wintermonate nutzen, um mit Vorständen der 50 Sparten in Spremberg und den Ortsteilen zu sprechen. Zudem plant der Bauausschuss eine Sondersitzung. „Der Termin steht, die Einladungen sind raus“, sagt Peter Reininger (CDU), der Bauausschussvorsitzende. Die Sondersitzung soll am 26. Mai um 10 Uhr beginnen. „Als Veranstaltungsort haben wir die Aula der BOS in der Wirthstraße gewählt, damit Vertreter von allen 50 Sparten Platz haben. Wir wollen ihre Befindlichkeiten und Bedenken hören“, so Reininger.

Aber auch Ideen dürfen angesprochen werden – und die aktuellsten Entwicklungen. Tatsächlich gibt es immer wieder kleine Wellen, wo sich junge Familien fürs grüne Idyll und Tomaten aus eigener Ernte interessieren. Viele Kleingartenvereine halten leere Gärten halbwegs in Schuss, damit die verlassenen Fläche Interessenten nicht mit zu viel Unkraut verschrecken. Der Leerstand ist vor allem ein finanzielles Problem. Fallen Pachteinnahmen für einzelne Gärten aus, müssen die fehlenden Einnahmen aus Rücklagen entnommen oder auf die verbliebenen Pächter verteilt werden. Denn die Gesamtpacht, die Vereine wiederum an die Flächeneigentümer abführen müssen, bleibt gleich.

Nach der Prognose der Stadtverwaltung sinkt der Bedarf an Kleingartenparzellen bis zum Jahr 2030 auf 1325. Demnach würden mehr als 320 Kleingärten leer stehen. Damit wäre der Gartenleerstand mit 19,4 Prozent ähnlich hoch wie der für 2030 prognostizierte Wohnungsleerstand (17,6 Prozent).    Laut Konzeptentwurf wird für die Anlagen „Spreewiese“ und „Wiesenweg“ ein kompletter Rückbau empfohlen. In vielen der übrigen 48 Anlagen gehe es um den Rückbau einzelner Parzellen, wodurch Bauland entstehen oder eine Renaturierung erfolgen könnte. Langfristig zu entwickeln seien 21 Kleingartenanlagen.

Die ältesten Anlagen in und um Spremberg wie „Immergrün“, „Klein Venedig“ und „Wiesenschlößchen“ sind mehr als 100 Jahre alt. Viele Anlagen entstanden in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren. Aber auch in und nach der politischen Wende wurden noch neue Sparten gegründet. Am Samstag, 21. April, hat  der Bezirksverband Spremberg seine Gartenfreunde zur Mitgliederversammlung ins Tennisheim eingeladen.