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| 02:37 Uhr

Kleine Waldbauern unter Eichen

Mit dem Förster Peter Noack schauten sich die Waldbauern Eichenbestände und "Fällbeispiele" an.
Mit dem Förster Peter Noack schauten sich die Waldbauern Eichenbestände und "Fällbeispiele" an. FOTO: Igel-Allzeit
Spremberg/Felixsee. Unter den Baumarten Brandenburgs haben Eichen einen Anteil unter fünf Prozent. Ihr Holz ist wertvoll. Waldbauern sahen sich jetzt Bestände in Felixsee und Wadelsdorf an. Annett Igel-Allzeit

Schnell ist das Eichenblatt aus dem Herbst am Ärmel trocken gerieben. Während die Stieleiche die Adern in die Buchten und Finger ihres Blattes schickt, laufen die Adern in diesem Blatt nur in die Finger. Die Waldbauern um Waldberater Karsten Spinner nicken: ein klarer Fall von Trauben eiche. Der Forstrevierleiter Peter Noack hat sie in den Reuthener Wald geführt. Auf etwa 1,6 Hektar mittlerem und kräftigem Boden stehen hier 24-jährige Eichen, Zwölf Meter hoch.

Die Exkursion veranschaulicht, was sie in sechs Stunden Theorie von Karsten Spinner erfahren haben. Außerdem gibt es Neuigkeiten zum Holzmarkt, zur Unfallverhütung, zu Versicherungen, zur Sozialwahl, zu Fördermöglichkeiten. Hinweise zur Kiefernbuschhornblattwespe, deren Kokon bis zu fünf Jahre ruhen kann, hat Spinner dabei. Im Elbe-Elsterkreis, so erzählen die Walbauern am Wochenende im Wolfshainer Hof, hat die Wespe viel Schaden angerichtet. Neu sind die Hinweise auf die Afrikanische Schweinepest. Sie breitet sich mit einer ähnlichen Aggressivität aus wie die Vogelgrippe. "Für uns Menschen ist sie zwar ungefährlich, aber unsere Hausschweine kann es treffen. In Polen sind schon mehrere verendete Wildschweine gemeldete worden. Finden Sie ein totes Schwein in Ihrem Wald, melden Sie es", bittet Spinner.

Dass die Wildschweine rund um Spremberg recht mobil sind, entdecken die Waldbauern auf ihrer Exkursion. Nicht durch alle Eichenstandorte ziehen Rotten, weiß Förster Noack. Es gibt Eichenbestände, die kaum Eicheln werfen - eine genetische Besonderheit, die dem Wert des Holzes nicht schadet. 180 Jahre müssen Eichen werden, bevor ein Waldbauer viel Geld damit verdienen kann. Bei Wertholzsubmissionen konnten schon Preise von mehreren Tausend Euro pro Stamm erzielt werden, so Karsten Spinner. 139 Jahre sind die Bäume auf einem Klein Loitzer Standort. Die Stämme, die hier mit der Pflege fielen, liefern bereits Parkettholz. Vor einem Eichenriesen blinzeln alle eine Weile in die Höhe. Mehrere Spechthöhlen liegen rund um einen Ast. "Solche Bäume lässt auch ein Waldbauer stehen", rät Förster Noack. Nach den Spechten ziehen andere Tiere in die Höhlen. Waldbauern sind besonders zukunftsorientiert, trauen der Natur viel zu. Während ihre Ernten immer noch durch Granatsplitter aus dem Zweiten Weltkrieg verdorben werden können, ernten sie das, was sie selbst pflanzen, nicht mehr im großen Stil. Trotzdem ringen sie weiter mit Mäusen und lassen eine Gasse fürs Rotwild.

Zum Thema:
Die zweite Frühjahrsschulung der Waldbauernschule Brandenburg in der Spremberger Region ist am 17. und 18. März in im Ortsteil Terpe im Feuerwehrdepot und Domizil des Heimatvereins geplant. Nach aktuellen Informationen am Freitag ab 16 Uhr und einem Fachvortrag zum Waldbau mit Eichen geht es am Samstag um 8.30 Uhr mit dem Wert der Eichenarten weiter. Die Exkursion soll um 12.30 Uhr beginnen. Anmeldungen sind noch unter der Telefonnummer 033920 50610 oder per E-Mail waldbauern@t-online.de möglich. Die Teilnahme kostet 35 Euro. Der Forstassessor und Waldberater Karsten Spinner leitet die Schulung in Terpe und bringt auch Infomaterielien mit.