Was erwartet die Besucher im Welzower Feuerwehrmuseum? Natürlich 42 historische Feuerwehrfahrzeuge, das älteste aus dem Jahr 1942. Doch das ist längst nicht alles, wie bereits eine der beiden Ausstellungshallen verrät. Denn ein Cottbuser Künstler hat dort einen weiteren Schatz an die Fassaden gesprüht. Nämlich die kleine Feldbahn. Auf den Bildern darf das Gefährt schon mal durch die Gegend dampfen. In Wirklichkeit muss es allerdings noch in der Halle ausharren. "Von uns aus könnte es eigentlich losgehen", sagt Roland Bartusch, Vorsitzender des Vereins Welzower Feuerwehrmuseum. Allerdings fehle noch die zwingend erforderliche Betriebsgenehmigung seitens der Behörden. Auf die warte der Verein sehnsüchtig. Denn alles stünde bereit: die Lok, ihre Wagen, auf denen insgesamt 24 Fahrgäste Platz finden, sowie das rund einen Kilometer lange Gleis mit 600 Millimeter Spurbreite, das entlang des neuen Bergmannsparks führt.

Die kleine Bahn war um die Jahrtausendwende bereits am alten Standort des Feuerwehrmuseums in Haidemühl in Betrieb gegangen. Durch die bergbaubedingte Umsiedlung der Industriegemeinde mussten die Gleise wenige Jahre später wieder abgebaut werden. Nach ursprünglichen Planungen sollte der Minizug dann die Proschimer Mühle ansteuern. Aus verschiedenen Gründen wurde dieses Vorhaben genauso wenig realisiert wie der Plan, die Bahn vom Welzower Besucherzentrum "Excursio", dem alten Bahnhof, zum Flugplatzmuseum fahren zu lassen. Nun also die einen Kilometer lange Strecke im Bergmannspark.

Die Lok, die in den 1950er-Jahren in Potsdam-Babelsberg gebaut wurde, war ursprünglich im erzgebirgischen Schneeberg im Einsatz. Dort transportierte sie laut Roland Bartusch Torf in eine Mischanlage. Dank eines Eisenbahnkumpels aus Groß Drewitz bei Guben sei der Kontakt zu den sächsischen Eigentümern hergestellt worden. So wurde die Lok im Herbst 2000 gekauft, wenn auch ohne Motor. Später wurde dann der elf PS-starke Deutz-Motor eingebaut.

"In der Lausitz gab es mehrere baugleiche Lokomotiven", betont Roland Bartusch. Beispielsweise in den Brikettfabriken von Haidemühl und Kausche. Dort fuhren die Züge die Asche auf die Halden. Weitere Loks waren in Kies- und Lehmgruben im Einsatz.

Die Mitglieder des Welzower Feuerwehrmuseumsvereins hoffen nun, dass ihr Minizug möglichst noch in diesem Jahr starten darf. Zwei Lokführer gebe es bereits. Dabei handele es sich um einen hauptberuflichen Eisenbahner sowie um einen Mitarbeiter der Cottbuser Pioniereisenbahn. Nicht zuletzt hätten die örtlichen Protagonisten noch eine weitere Vision. Nämlich den Bau einer weiteren Gleistrasse in Richtung des Clarasees beziehungsweise zum Archäotechnischen Zentrum. "Das würde noch mehr Leute in unseren Zug locken", sagt Bartusch.

Ende August soll das erneuerte und erweiterte Feuerwehrmuseum offiziell eröffnet werden. In diesem Jahr haben bereits um die 400 Gäste die insgesamt 42 historischen Fahrzeuge besichtigt. Bislang gibt es keine regulären Öffnungszeiten. Wer in die beiden Hallen einen Blick werfen will, sollte sich vorher telefonisch beim Verein anmelden.