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| 12:34 Uhr

Spremberg
Babyempfang ist nicht nur rosarot

Beim Babyempfang dabei: Kathleen Schroth mit Baby Victoria Samira, Katharina Schneider mit den Kindern Lea und Lara, Teresa Thiel mit Lena sowie Franziska Kruscha mit Mia Jolie.
Beim Babyempfang dabei: Kathleen Schroth mit Baby Victoria Samira, Katharina Schneider mit den Kindern Lea und Lara, Teresa Thiel mit Lena sowie Franziska Kruscha mit Mia Jolie. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Eltern in Spremberg starten Kitaplatz-Suche in den ersten Schwangerschaftswochen.

Jedem Baby hat Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) ein Dreieckstuch umgebunden. „Schön, dass es dich gibt“ steht auf den Tüchern. Immerhin 53 Kinder können zum zweiten Spremberger Babyempfang im Mehrgenerationenzentrum Bergschlösschen am Samstagvormittag begrüßt werden. Die jungen Familien nehmen sich gern die Zeit, um vom Stadtoberhaupt offiziell empfangen zu werden. Die Sprösslinge, die in den vergangenen Monaten zur Welt gekommen sind, und auch ihre Geschwisterkinder werden zu diesem Anlass hübsch angezogen. Blumenreifen haben die Mädchen im Haar, Schleifchen.

Die Gleichstellungsbeauftragte Christina Bieder freut sich sehr, dass diese Tradition von den Spremberger Eltern so gut angenommen wird. Birgit Kamenz stellt als Chefin des Bergschlösschens ihr Haus den Besuchern vor. Schließlich hat es als Mehrgenerationenzentrum auch für die Jüngsten Angebote. „Unser Haus ist 151 Jahre alt“, beginnt sie. Aber es seien eben die Kinder, die die Stadt und die alten Mauern solcher Einrichtungen  verjüngen.

„Mit dem Babyempfang ist heute hier die Zukunft der Stadt Spremberg versammelt. Ich hoffe, dass die Familien miteinander ins Gespräch kommen. Gleichzeitig können sich alle Gäste über die Angebote informieren, die die Stadt für die Kinder bereithält“, so Christine Herntier. Doch bevor es ans Geschenkeverteilen geht, präsentiert sich die Kindertanzgruppe vom Fitness-Center Sakura den Familien.

Und Probleme werden auch angesprochen. Katharina Schneider (31) gehört mit ihren Kindern Lara (3) und Lea (6 Monate) zu den ersten Gästen am Samstagmorgen. Die Idee mit dem Babyempfang finde sie nett. „Doch ich muss sagen, dass es gerade in dem Bereich Schomberg/Heinrichsfelder Allee für die etwas größeren Kinder einfach an einem Spielplatz fehlt“, so die junge Mutter. Für die Babys dagegen. lobt sie, gebe es viele  Krabbelgruppen in der Stadt. Und ein Problem, einen Kita-Platz zu finden, habe sie auch nicht: „Unsere Kinder gehen in den BWS-Betriebskindergarten, das klappt bestens, und darüber sind wir auch sehr froh.“

Auch Teresa Thiel (35) aus dem Ortsteil Sellessen hat sich für den Babyempfang Zeit genommen: „Meine Lena ist sieben Monate alt, und so machten wir uns heute auch zum Empfang der Bürgermeisterin auf den Weg.“ Einige Eltern kenne sie bereits. Mit einem Kindergartenplatz sei es in Sellessen nicht so einfach, so Terese Thiel. „Ich war in der siebenten Woche schwanger, als ich mich im Sellessener Kindergarten angemeldet habe.“ Für die Krippenzeit, das wurde ihr gleich signalisiert, sei eine Betreuung in der Kita überhaupt nicht möglich. „Also habe ich mich für die ersten Jahre um eine Tagesmutti bemüht.“ In der Kita Sellessen stehe sie derweil auf einer Warteliste. „Das Jahr 2020 wurde mir in Aussicht gestellt. Die Kita ist bei mir fast vor der Haustür, und so soll Lena schon diese Einrichtung besuchen, das ist unser großer Wunsch.“ Sie lebe gern in ihrem Ortsteil. „Wir haben in Sellessen beziehungsweise in Haidemühl auch zwei schöne Spielplätze“, sagt Teresa Thiel.

Thematisiert werden die Kita-Plätze  immer wieder auch von Ortsvorstehern und Stadtverordneten in den Ausschüssen. Dass es zeitweise in Wohnbereichen mit Babyboom – wie in Schwarze Pumpe – oder in besonders beliebten Einrichtungen Engpässe gibt, ist bekannt. Die Stadtverwaltung versucht gegenzusteuern, indem nicht so attraktive Kindertagesstätten endlich saniert werden und dabei möglichst auch die Kapazität erhöht wird. So soll jetzt auch die Kita „Grünschnäbel“ auf dem Georgenberg in Trägerschaft der Volkssolidarität umgestaltet werden.    

Der Babyempfang war die letzte Veranstaltung der diesjährigen Frauenwoche und wurde von einem ganzen Netzwerk organisiert. Die Stadtverwaltung gehört dazu, das Albert-Schweitzer-Familienwerk, die Freiwilligen-Agentur sowie das „Bergschlösschen“ in Trägerschaft der Stiftung SPI.

Für Fragen „rund ums Kind“ steht Maria Sauer von der Stadtverwaltung zur Verfügung. Sie ist die kommissarische Sachgebietsleiterin für den Bereich Kindertagesstätten, Schulen und Soziales im Spremberger Rathaus. Babykleidung hängt an Wäscheleinen, um für diese Veranstaltung die richtige Atmosphäre zu schaffen. Für jedes Baby wird den Eltern eine gut gefüllte Geschenketüte gereicht. Bei einem kleinen Imbiss können die jungen Mütter und Väter miteinander und mit den Organisatoren ins Gespräch kommen.