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| 03:00 Uhr

Kinder der Heidegrundschule unterstützen Projekt für Afrika

Fasziniert entdecken Vincent, Janik und die anderen Erst- und Zweitklässler der Heidegrundschule, was entstehen kann, wenn Menschen aus Fruchthülsen Geschirr herstellen oder Kinder aus Müll funktionstüchtiges Spielzeug und Instrumente basteln.
Fasziniert entdecken Vincent, Janik und die anderen Erst- und Zweitklässler der Heidegrundschule, was entstehen kann, wenn Menschen aus Fruchthülsen Geschirr herstellen oder Kinder aus Müll funktionstüchtiges Spielzeug und Instrumente basteln. FOTO: Mandy Decker/mdr1
Sellessen. Wieder einmal tönen an diesem frühen Mittwochmorgen die lebensfrohen Klänge afrikanischer Trommeln durch die Flure der Heidegrundschule in Sellessen. Die fröhlichen Lieder illustrieren die bunten Fotografien, die das kleine Foyer und die Gänge zu den Klassenräume schmücken. Mandy Decker/mdr1

Eine dunkelhäutige Frau mit einem in ein baumwollenes Tuch gewickelten Baby ist zu sehen. Ebenso Frauen, die geschickt große Wasserkrügen auf den Köpfen balancieren. Die 135 Kinder kennen das Leben der Menschen, von denen die Bilder und die Trommeln erzählen. "Das sind die Leute von Mosambik", klären sich schon die Jüngsten gegenseitig auf.

Übern Tellerrand schauen

Über den eigenen satt gefärbten Tellerrand zu schauen, dabei die weniger farbenfrohen Lebenswelten anderer zu entdecken und darauf mit tätiger Hilfe zu reagieren, das sind soziale Kompetenzen, die in Bildungspläne gehören. Erst recht, wenn Kinder in einer so schönen Schule lernen dürfen wie die Mädchen und Jungen der Heidegrundschule.

Das findet auch Schulleiterin Renate Richard. Sie erinnert sich auch an die Zeiten, als die Zusammenarbeit mit dem Mosambik-Verein begann und die Schüler in Sellessen selbst noch in einem alten Schulgebäude mit Ofenheizung und Regenlöchern lernten. Trotz der damals widrigen Umstände kamen Schüler und Lehrer in der Auswertung eines Schulvergleichsprojektes zu dem Schluss, dass den Kindern Europas relativ gute Lernbedingungen gegeben sind. So wagte das Kollegium, angeregt durch eine Fotoausstellung der Projektarbeit Mosambik-Gründerin Waldtraud Spill, den Blick nach Afrika und fand Kinder, die Lern- und Lebenshilfe brauchten, sowie eine Gruppe engagierter Menschen, die ihnen im Umkehrschluss ganz einfach eine Schule bauten.

18 Jahre sei es nun schon her, dass die Schüler zum ersten Mal Weihnachtsgestecke verkauften, um Geld für die Schulkinder von Mosambik zu sammeln, stellt Renate Richard nicht ohne Stolz fest. Mit jedem Jahr wurden die Ideen vielfältiger. Aus dem Straßenverkauf entwickelte sich ein hausinterner Projekttag von Schule und Hort mit Kuchen- und Waffelbasar, Glücksrad, Socken- und Keramik- und Badesalzverkauf. Unternehmen steuern regelmäßig Sachpreise bei. Eltern und Großeltern arbeiten fleißig zu. Etwa 1000 Euro kamen so im Durchschnitt pro Jahr zusammen. Aufgestockt durch Partner wie die Berufsorientierende Oberschule Spremberg (BOS), die Grundschule Welzow, die Sparkasse und die Volksbank, ergaben sich Spendensummen von bis zu 3400 Euro.

Solidarische Stärke

Das Netzwerk hat eine bemerkenswerte solidarische Stärke entwickelt, und es soll Bestand haben, wünscht sich Renate Richard. 1500 Euro Spendengeld haben die Schüler der Heidegrundschule kürzlich dem Verein im Rahmen seiner Dankeschönveranstaltung überreicht.

"Weihnachten werdet ihr euch an uns erinnern", beschließen die Frauen des "Projekthilfe Mosambik"-Vereins an diesem Mittwoch die erste von drei lebendigen Afrika-Unterrichtsstunden in den Flex-Klassen der Heidegrundschule. Sie geben den Kindern einen Vorgeschmack auf die süßen Kuchendüfte, die traditionell am letzten Mittwoch eines jeden November durch das Schulhaus ziehen und dem Verein sowie 900 mosambikanischen Schulkindern eine verlässliche Stütze sind.