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| 20:19 Uhr

Brandenburg
Kein Bedarf für Löschflugzeuge

Das Land Brandenburg hat kein Interesse an einem Landeplatz für Löschflugzeuge.
Das Land Brandenburg hat kein Interesse an einem Landeplatz für Löschflugzeuge. FOTO: Jason Baker / Jason J. Baker via Seaplanemagaz
Welzow. Eigentlich sollten erst die Auswertungsgespräche zum Waldbrandjahr abgewartet werden. Jetzt gibt es doch schon ein Absage für einen Vorschlag aus Welzow dort die Voraussetzungen für europaweit einsetzbar Löschflugzeuge zu schaffen. Von Jürgen Scholz

Von Jürgen Scholz

Das Land sieht keinen Bedarf für Löschflugzeuge. Der Einsatz von Hubschraubern der Bundeswehr und der Bundespolizei wird für die Waldbrandbekämpfung als ausreichend angesehen. Noch vor einem Brandschutzsymposium, bei dem am 16. Oktober das Waldbrandjahr  2018 ausgewertet werden soll, hat das Innenministerium das klar gestellt und wieder die alte Linie gezogen>" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">. Das hörte sich vor zwei Wochen noch anders an – nach dem großen Waldbrand bei Treuenbrietzen, quasi vor der Haustür der Berliner und Postdamer.  Wie in der Lieberoser Heide, so machte auch dort Munition das Vorrücken der Feuerwehren unmöglich. Vor zwei Wochen hieß es noch aus der Pressestelle von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf Anfrage der RUNDSCHAU, man wolle den Gesprächen am 16. Oktober nicht vorgreifen, an denen auch die Kreisbrandmeister teilnehmen werden, bei denen auch die Kreisbrandmeister teilnehmen werden>" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">.

Die neue Aussage ist wieder die alte und sie hat ministerlichen Segen, da es eine offizielle Antwort auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Peter Vida (BVB/FReie Wähler) ist – und die könne nur vom Minister bestätigt werden, sagt Vida. Der fraktionslose Landtagsabgeordnete ist nicht zufrieden, hätte auch durchaus noch einen Monat auf eine Antwort gewartet, wenn das Ministerium dies gewünscht hätte. Jetzt, kurz vor den Auswertungsgesprächen, wirke dies die Aussage eine Richtungsvorgabe. Dabei seien viele Fragen nicht beantwortet worden, so Vida, der den Eindruck äußert, dass an einer wirklichen Analyse und einem eventuellen Richtungswechsel kein Interesse besteht. Die Antworten des Innenministeriums zeigen aus seiner Sicht, „dass bei Fragen des Waldbrandschutzes sowohl in der Nachbereitung als auch in der Prävention erheblicher Nachholbedarf besteht“. Operative Schlussfolgerungen seien für ihn nicht erkennbar, so Vida, der darauf verweist, dass an seinem  Fragenkatlog auch Feuerwehrleute beteiligt gewesen seien.

Die sitzen auch Freitag in Döbern mit am Tisch, wenn die Spree-Neiße-Arbeitsgruppe „Schutz der Wälder“ die Waldbrandsaison 2018 auswertet und Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit ziehen will.  Dort geht es um eine Einsatzauswertung und Vorstellungen sowie Ideen für die Alarm- und Asurückeordnung, die es für Waldbrände im Kreisgebiet gibt. Am Ende soll es einen Erfahrungsaustausch und eine Diskussion  geben.

Der auch für den Wald in Brandenburg zuständige Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) kommt aber schon am Donnerstag, einen Tag vorher, in den Spree-Neiße-Kreis. Er will bei der Landeswaldoberförsterei in Peitz der Presse seine  Bilanz über das Waldbrandgeschehen in Brandenburg vorlegen. Zum Landeswald gehören  große Flächen auf dem ehemaligen Truppenübungsplätzen bei Lieberose, Treuenbrietzen und Jüterbog. Problemfälle, weil Löschkräfte nur eingeschränkt eingesetzt werden könnten, wie die Pressestelle des Landwirtschaftsministers erklärt. Das Waldbrandgeschehen 2018 führe dazu, dass auch der Landesbetrieb Forst seinen Waldbrandschutzplan auf den Prüfstand stelle. „Hierbei werden die Erkenntnisse aller an der Waldbrandbekämpfung beteiligten Akteure einfließen“, heißt es vonseiten des Landwirtschaftsministeriums.

In Welzow wurde die Positionierung des Innenministeriums enttäuscht zur Kenntnis genommen. Dort war Ende September eine Idee vorgestellt worden, wonach vorwiegend mit EU-Geld ein bis zwei Löschflugzeuge am Wasserlandeplatz nahe dem Flugplatz stationiert werden könnten. Eine der Befürworterinnen ist die Welzower Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow). „Ich bin entsetzt, wie schnell die Landesregierung einen Vorschlag, der den Strukturwandel in der Lausitz unterstützen würde, aus dem fernen Potsdam abbügelt“, erklärte sie in einer am Dienstag verbreiteten Pressemitteilung. „Noch nicht mal Kontakt wurde mit uns oder den regionalen Projekt-Unternehmen gesucht“,  kritisiert Wodtke, die die Region auch in der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung („Kohlekommission“) vertritt. Sie vermutet nun, dass die Absage auch mit der Kohle unter dem Flugplatz zusammenhängt, die zum potenziellen Abbaufeld  Welzow II gehöre. Und das würde benötigt, wenn der von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte Zieltermin – Kohleausstieg erst nach 2040 – kommen sollte, so Hannelore Wodtke.

Am Donnerstag soll das Löschflugzeug-Projekt den Mitgliedern der Kohlekommission bei ihrem Besuch der Lausitz vorgestellt werden. Auch bei der „Kohle-Plattform für Strukturwandel“ der EU-Kommission“ sei das Projekt bereits zur Bewertung eingereicht, so Hannelore Wodtke. Neben der Stationierung von europaweit einsetzbaren Löschflugzeugen könnte  das Umfeld von Welzow für die Ausbildung für eine Brandbekämpfung vom Boden und aus der Luft genutzt werden.