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| 01:57 Uhr

Kartoffelschleuder in Bloischdorf

Bloischdorf. „Arbeiten und Leben im Naturkreislauf“ ist die Maxime auf dem Pinokkio-Hof von Barbara und Frank Matthias in Bloischdorf. Es ist ein Hof, auf dem effiziente Mikroorganismen (EM) arbeiten und altes Ackergerät in Aktion zu sehen ist, zum Beispiel die Kartoffelschleuder. Von Martina Arlt

Die Chefin des Pinokkio-Hofes ist immer bemüht, jungen Leuten besondere Höhepunkte im Alltag auf ihrem landwirtschaftlichen Hof zu verschaffen, zumal er eine anerkannte Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr in Brandenburg ist. Der 18-jährige Willy Bauer aus Schwarzheide hat vor einigen Wochen diese Gelegenheit beim Schopfe gepackt und ist jetzt Landwirt auf Zeit. Für ihn und zahlreiche Zuschauer war das Kartoffelnschleudern, eine nahezu vergessene Erntetechnik, auf dem Acker Neuland.

Am frostigen Samstagnachmittag hatte Bauer Rüdiger Budek aus Hornow seinen Kaltblütern Peter und Paul angespannt, um mit Hilfe der mechanischen Kartoffelschleuder die Knollen zu ernten. Mehrere Anläufe waren notwendig, ehe der Pflug des Kartoffelroders durch die schwere Erde schnitt und das rotierende Werk die Kartoffeln zur Seite warf. Diese Erntemethode sei auch den Pferden nicht mehr so geläufig, denn in den vergangenen vier Jahren hätten sie keine Feldarbeit mit der Kartoffelschleuder verrichtet, sagte Bauer Budek. Es klappte sofort beser mit der Ernte, als aus den Zuschauern Erntehelfer wurden, die zur Kartoffelhacke griffen und das Kartoffelkraut beseitigten.

„Ein Viertel unserer Ernte, so um die zehn Kartoffelreihen, haben wir extra stehenlassen, um die andere Art der Kartoffelernte demonstrieren zu können. Insgesamt haben wir in diesem Jahr fünf verschiedene Kartoffelsorten angebaut", erklärt Barbara Matthias. Auf einem Fuhrwerk sei die Rest-Ernte dann von ihrem Pferd Tessa durchs neue Scheunentor gezogen worden.

Zwischendurch wärmten sich die Besucher in der Solarscheune auf dem Pinokkio-Hof bei Kaffee und Kuchen auf. Die Gäste und auch die Familie Matthias hatten für diesen Tag Pinokkio-Kürbiskuchen sowie Rohkost-, Mohn- und Buttermilchkuchen, gebacken. Luise Bohne und Irma Röck machten es sich mit ihren Spinnrädern in der Scheune bequem und zeigten das alte Handwerk.

Auch die Familie von Willy Bauer war am Samstag zu Gast. „Mein Papa Olaf Bauer sowie die Opas Klaus Kubenka und Harry Bauer sind, gekommen, das freut mich besonders“, sagt der 18-Jährige. Zum krönenden Abschluss des Erntetages hat Frank Matthias das Kartoffelfeuer auf dem Acker entzündet. Willy Bauer hatte zuvor Holz aus dem Wald geholt und es fachmännisch aufgestapelt.

Für die 71-jährige Hilde Makowski aus Frauendorf sei es ein sehr interessanter und unterhaltsamer Nachmittag gewesen. Sie sagte: „Ich bin öfter mal bei Familie Matthias zu Gast. Ich weiß, dass sie bei der Ernährung sehr auf gesunde Kost achten und Feldarbeit ist wieder angesagt. Sie sind mit viel Herz dabei und achten darauf, dass der Boden nicht leidet, sie sind eben ein EM-Hof.“

www.em-hof-pinokkio.de