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| 16:13 Uhr

Karneval
„Ab heute wird nur noch gelacht“

Bürgermeisterin Christine Herntier wurde mit Schlüssel und Geldkoffer zur Bühne geleitet.
Bürgermeisterin Christine Herntier wurde mit Schlüssel und Geldkoffer zur Bühne geleitet. FOTO: Martina Arlt / LR
Spremberg. Das närrische Volk marschierte am Samstag durch die Spremberger Innenstadt. Von Martina Arlt

Für Karnevalisten gibt es kein schlechtes Wetter, das ist  längst bekannt. Dennoch mussten sich die Teilnehmer des Spremberger Umzuges am Samstagvormittag schon wärmer anziehen, um auch in den nächsten Tagen und Wochen fit zu bleiben.

Doch die magische Uhrzeit 11.11 Uhr ist es jedes Jahr, die das närrische Volk zum Feiern einlädt. Die Bagenzer Tanzmädels zogen sich gleich mehrere Jacken an und holten ihre wärmsten Stulpen und Socken aus dem Schrank.

Das fast dreijährige jüngste Karnevalsmitglied Megan wurde von Petra Engelmann mit dem passenden Kostüm ausgestattet, und mit einer dicken roten Mütze trotzte sie der Kälte. Zu den wohl ältesten Karnevalsfreunden gehörten am Samstag Siegfried Langner (78) mit seiner Partnerin Gerda Bartsch (73) vom Pumpschen Carneval Club (PCC). „Karnevalisten sind wetterbeständig. Wir müssen immer dabei sein, sonst spielen sie – es fehlt noch einer. Wir haben heute die Angerauten angezogen, damit wir nicht frieren“, sagt Gerda Bartsch lächelnd.

Siegfried Langner gründete 1981 den PCC und ist noch heute bei jeder Party mit von der Partie. Dann erscheint er in seiner blauen Faschingskluft und hat die Goldene Ehrenkette des Karnevals angelegt. Zu welchem Umzug die Freunde des PCC auch auftauchen, die Konfettikanone wird immer mitgeführt. So hatten die Pumpschen auch am Samstag das gute Stück im Gepäck, das bereits 36 Jahre auf dem Buckel hat und immer wieder mit großer Freude mit Konfetti bestückt wird.

Nachdem sich die Karnevalsvereine der Kanuten, des FCMC, aus Bagenz und Schwarze Pumpe in den Tross an der Berufsorientierende Oberschule Spremberg BOS in der Wirthstraße einreihten, marschierten sie mit Pauken und Trompeten der Spremberger Trachtenkapelle durch die Innenstadt. Am Bullwinkel legten sie eine Schunkelrunde ein. Das große Ziel war die Bühne auf dem Kleinen Markt neben dem Rathaus.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt unterwegs Sprembergs Urgestein der Kanuten, Joachim Handrick, der sich mit seinen 87 Jahren vor seinem Schmuckladen in weißem Kittel und mit einer Narrenkappe zeigte. Da der Karnevalsauftakt in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, ist es auch der Pumpschen Saalpolizei gelungen, geschlossen zur Schlüsselübergabe in Spremberg zu erscheinen.

Die Jungs sind es auch, die schon Wochen vorher für ihre Veranstaltungen tolle Tänze einstudieren. Der FCMC drehte an diesem Tag mit einem kleinen Programm die Zeit zurück und hatte sogar den „Farbfilm vergessen“. Die Spremberger Kanumädels zeigten ihr tänzerisches Können, das sie mit Dorit Neumann einstudierten.

Die Bühne präsentierte sich am Samstag bereits farbig geschmückt entsprechend der fünften Jahreszeit. Es dauerte nicht lange, pünktlich um 11.11 Uhr zeigte sich die Sonne am Himmel und die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier erschien im Faschingsoutfit. Sie zeigte sich gut gelaunt und sagte: „Endlich ist der 11.11.. Ab heute wird nicht mehr gemeckert, ab heute wird nur noch gelacht. Heute gebe ich meine Rathausutensilien ab.“ Sie machte darauf aufmerksam, wenn die Narren nun die Regentschaft übernehmen, dass das Rathaus bis spätestens 23 Uhr abzuschließen sei.

Christine Herntier kam nicht mit leeren Händen. Während die Kanuten den Rathausschlüssel in ihre Obhut nahmen, bekam diesmal Präsidentin Petra Engelmann von den Bagenzer Karnevalsfreunden die „Stadtkasse“ überreicht.

Doch auch der PCC und der FCMC gingen nicht leer aus und erhielten von der Bürgermeisterin Flüssiges überreicht: Wermutstropfen und auch Lauermann-Likör, der wie Medizin wirkt.