Von Anja Guhlan
und Annett Igel-Allzeit

Die Fahne des WCC flattert seit Sonntagmittag auf dem Welzower Rathaus. Dass sie das fröhlich tut, hat einen Grund: Die Reparaturen am Welzower Kulturhaus, Domizil des Welzower Carneval Clubs, glückten pünktlich vorm Karnevalsauftakt und sind hehördlich abgenommen.

Der Schreck saß tief. Nach einer Brandverhütungsschau am 1. August musste das Kulturhaus sofort gesperrt werden. Viele Jahre hatte keine Schau stattgefunden, in diesem Sommer aber stellten die Mitarbeiter des Sachgebietes Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Spree-Neiße erhebliche Mängel fest. Die Elektroanlage samt der verlegten Stromkabel kam als ernsthaftes Risiko ins Protokoll. Die Freiwillige Feuerwehr Welzow und das Team der Alten Dorfschule stellten Räume zur Verfügung, damit die Karnevalisten trotzdem ihre Session vorbereiten und proben konnten. Die Stadtverwaltung kratzte 50 000 Euro zusammen.

Gut gelaunt biegen die Karnevalisten um Präsident Dirk Boslau am Sonntag in die Poststraße zum Rathaus ein. Dass die Grundschule sonntags nicht geschlossen zum närrischen Rathaussturm kommen kann, machten mehrere Eltern wett, die Kinder zum Rathaus begleiteten. Bürgermeisterin Birgit Zuchold hatte mit ihrem Team fleißig gedichtet. Dafür, dass die Welzower schon so lange auf ihre Feldbahn zwischen „Stadtwald und Kegelhalle“ warten, reichten drei Verse nicht aus. Ganze 14 Strophen brauchte Birgit Zuchold bis zur schuldigen Bürokratie. Den Refrain „Ja, mit der Bahn, mit der Bahn da wollten wir schon lange fahr’n“ schlossen die Karnevalisten sofort ins Herz: Vize-Bürgermeister Detlef Pusch und Michael Pohl, der Bergbaukoordinator der Stadt, sagten ihn mit der Bürgermeisterin voller Inbrunst auf, so dass die Welzower jetzt auf einen Musiker hoffen müssen, der ihnen diese Zeilen närrisch vertont. Als Dank hatte der WCC den Dichtern eine kleine Lok mitgebracht, die nicht so viele Genehmigungen brauchte.

Auch in Spremberg ist nach einem Umzug des närrischen Volkes durch die Innenstadt am Sonntag um 11.11 Uhr auf dem Kleinen Markt bei strahlendem Sonnenschein und weißem Konfettiregen die Fünfte Jahreszeit eröffnet worden.  Bürgermeisterin Christine Herntier überreichte den Rathausschlüssel und die „Stadtkasse“ an Steffen Troska und Matthias Schulze vom Elferrat des  Faschingsclubs FCMC. Für jeden Karnevalsverein hatte die Stadtchefin Geschenke dabei. Eine Flasche Sekt gab es für den FCMC in der 55. Session. „Wenn ihr eine Schnapszahl feiert, muss das auch begossen werden“, so die Bürgermeisterin. Der Pumpsche Carnevalsclub erhielt für sein stets tolles Kinderprogramm viel Süßes für den Nachwuchs. Der Bagenzer Carnevalsclub bekam süße weiße Mäuse, weil das Geld dort stets knapp ist. Und die Spremberger Kanuten bekamen ein Glas eingeweckte Süßigkeiten, weil der Spaß hier etwas länger halten muss. Die Kanuten brauchen eine kreative Auszeit und wollen in dieser Session keine Faschingsveranstaltung anbieten.

  Aber drei Karnevalsvereine gaben schwungvoll Einblicke in ihre Programme. Der FCMC entschied sich fürs Motto: „Kommt in den wilden Westen und in das Land der Kakteen, beim FCMC Fasching könnt Ihr schöne Senoritas und fesche Cowboys sehen“.  Im Bergschlösschen soll am 23. Januar der Kinder-Fasching und am 26. Januar der Haupt-Fasching gefeiert werden, verkündet Matthias Schulze.

Der Bagenzer Karnevalsclub „macht Schwoof und feiert auf dem Bauernhof“, verkündet Petra Engelmann, Präsidentin des Clubs. Die Bagenzer feiern am 17. November im Spremberger Ortsteil Haidemühl.

Das Motto des  Pumpschen Carnevalsclubs stellt der neue Präsident Sebastian Schmeier vor: „Fitness und Wellness beim PCC, im Schönheitswahn von Kopf bis Zeh“. Im Anschluss eröffneten die beiden Prinzenpaare Alex I. und seine Liebliche Elisa I. aus  Bagenz sowie Sven III. und Sandra III. aus Schwarze Pumpe mit einem Kuss die Kussfreiheit. Dann ging es mit einer riesigen Polonaise über den Kleinen Marktplatz.

Die Welzower beginnen ihr Eröffnungsveranstaltung am 27. November um 19.30 Uhr im Kulturhaus. Da muss dann das neue Prinzenpaar im Publikum gefunden werden.

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