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| 16:33 Uhr

Kabarett am Valentinstag
Keckes Spiel um das Wörtchen Nein

Marga Bach und ihr Begleiter am Klavier, Wolfram Lauenburg, präsentierten oft singend das uralte Thema zwischen Mann und Frau.
Marga Bach und ihr Begleiter am Klavier, Wolfram Lauenburg, präsentierten oft singend das uralte Thema zwischen Mann und Frau. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Kabarettistin Marga Bach sorgt mit typischer Berliner Schnauze und ihrem neuen Soloprogramm für einen vergnüglichen Valentinstag im Kulturschloss.

Auf das herzlichste begrüßt wurde die Berliner Kabarettistin Marga Bach am Mittwoch­abend im Spremberger Kulturschloss: Als „lange alte Bekannte“ wurde sie zunächst von Kulturschloss-Chefin Sonja Junghänel begrüßt. Auch im ausverkauften Saal saßen etliche Wiederholungstäter, die laut applaudierten, als die charmante Kabarettistin auf die Bühne trat. Marga Bach hatte ihnen am Valentinstag ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht: die Vorpremiere ihres neuen Soloprogramms „Bevor du fragst: Nein“.

Mit dem Wörtchen Nein ist das im Partnerleben schon so eine Sache. „Ja, Schatz“ heißt es oft, wenn Frau eigentlich Nein meint und dann Ja sagt. Laut Marga Bach war das schon damals am Altar so. Anfänglich nimmt die moderne Frau mit Pfiff in ihrem neuen Programm das Phänomen Mann genauer unter die Lupe. Die rotzfreche Berliner Schnauze weiß es, den Männern richtig zu geben: „Früher gingen Männer noch gerne in den Puff, jagten Büffel oder waren Könige. Heute besuchen sie Fitnessstudios, gehen sonntags Brötchen holen und sind gerade mal Ritter, die theoretisch auch geköpft werden könnten.“ Prinzipiell gibt es laut Marga Bach drei Arten von Mann: „schöne, intelligente und die breite Mehrheit“.

Ihr Blick ist oft auf ihren begleitenden Pianisten Wolfram Lauenburg gerichtet. Großklappig bindet Bach aber auch Männer aus dem Publikum wie Steffen und Ottmar mit in ihr Programm ein. Einen Mann ins Haus holen, würde sie sich nur noch „ambulant“ nie mehr „stationär“. Auch für kecke Zwischenrufe(r) hat sie Vorlieben.

Ihr Programm schenkt Marga Bach jedoch speziell den Damen. Mit verschiedenen musikalischen Tortenstückchen und Direktheiten des Partnerlebens möchte sie vor allem Frauen Mut machen, noch pfiffiger zu werden, zu kontern und eben auch mal ehrlich Nein zu sagen. Aber auch zu sich selbst zu stehen. Dabei nimmt sich Marga Bach selbst nicht aus. Beherzt singt Bach, wie sie an „Tupperkulose“ leidet, wie sie stets die „Fleischeslust“ überfällt, der App-App-App-Wahnsinn über sie hereinbricht oder wie in jeder Frau immer ein Stück Hefe steckt. Ironisch offen spricht sie von der „inneren Femme Fatal“ und vom „äußeren Selbstverfall“.

Am Ende ist es für beide Geschlechter nicht einfach. Das wird deutlich, als die Kabarettistin des Frauen liebstes Gegenstück plötzlich mit auf die Bühne holt und mit in die Oper nimmt. „Ein wirklich herrliches Programm“, zieht Anke Schiemenz (46) aus Welzow ihr Fazit. Auch ihre Mutter Evelin Maltusch (66) ist begeistert und applaudiert nach dem Programm direkt im Stehen. Auch den Männer wie Ronny Knuppe (50) aus Spremberg hat es gefallen. „In machen Sachen findet man sich oft auch selbst wieder“, bemerkt Knuppe. Am Ende nahm er es wie viele andere im Publikum mit Humor und konnte an vielen Stellen herzhaft lachen. Für Marga Bach, deren Motto „Lachen und lachen lassen“ ist, der größte Dank.

(ang)