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| 16:58 Uhr

Kegeln
Junge Talente machen Hoffnung auf volle Kegelhallen

Während bei der erfolgreichen Classic-Keglerin Christin Radgik (17) aus Cottbus die Technik gut erkennbar ist, punktet der ebenfalls erfolgreiche Classic-Kegler Tim Kappel (15) aus Guben eher mit der Schnelligkeit.
Während bei der erfolgreichen Classic-Keglerin Christin Radgik (17) aus Cottbus die Technik gut erkennbar ist, punktet der ebenfalls erfolgreiche Classic-Kegler Tim Kappel (15) aus Guben eher mit der Schnelligkeit. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Kreisfachverband Spree-Neiße will wieder mehr Nachwuchs für den Kegelsport begeistern.

Ein geselliger Abend auf der Kegelbahn – vor noch 30, 40 Jahren gehörte das für viele zum festen Freizeitprogramm. Wer mit Kollegen oder Freunden kegeln wollte, musste sich oft Wochen im Voraus um die Reservierung der Bahnen kümmern. „Das hat sich grundsätzlich geändert“, berichtet Cindy Meißner vom Kreisfachverband Spree-Neiße des Sportkegelverbandes  Brandenburg. Die 27-Jährige, die selbst  aktiv kegelt, möchte das Kegeln wieder aufleben lassen und gerade Jugendliche dazu animieren, in den Kegelsport einzusteigen.

Lichtblicke sind derzeit aktive Nachwuchs-Kegler wie der 15-jährige Tim Kappel aus Guben und die 17-jährige Christin Radigk aus Cottbus, die jüngst bei den  Kreiseinzelmeisterschaften der Jugend auf der Bundeskegelanlage von Blau-Weiß Spremberg anzutreffen waren.

Christin hat mit etwa zehn Jahren angefangen zu kegeln. Anfangs wegen der Verbundenheit ihrer Mutter mit diesem Sport, heute gebe ihr das Kegeln die nötige Ruhe und immer wieder neue Herausforderungen. „Auf der Bundeskegelbahn in Spremberg zu spielen, darauf habe ich mich gefreut. Denn es ist gut, auch Erfahrungen auf anderen Bahnen zu sammeln“, sagt  Christin, deren Heimbahn die des ESV Lok Cottbus ist. Ihr Trainer Gerald Schmidt findet Christins Engagement im Kegelsport „bemerkenswert“. Sie wird als ehrgeizig, zielstrebig und fleißig beschrieben. Trotz der alleinigen Teilnahme bei den Kreiseinzelmeisterschaften in der Sparte der weiblichen Jugend U 18 erzielt sie eine beachtliche Punktzahl.  „Wir sind richtig stolz auf Christin“, sagt ihr Trainer. Auch Cindy Meißner zieht den Hut, denn Christin gehört auch der U 18-Brandenburgauswahl der Classic-Kegler an.

Ebenfalls Tim Kappel (15) ist auf Erfolgskurs. Seit fünf Jahren ist er aktiver Classic-Kegler beim ESV Lok Guben und holte sich bereits als einer der jüngsten Spieler bei der U 18 den Titel des Landesmeisters. Damit qualifizierte sich der 15-Jährige für die Bundesmeisterschaft, wo er auf Platz 18 von 24 landete. „Mir macht das einfach Spaß. Es ist richtig spannend, denn der letzte Kegel entscheidet zwischen Sieg oder Niederlage“, sagt Tim. Sein Ziel ist es jetzt, den Landesmeistertitel zu verteidigen und es bei der Bundesmeisterschaft 2018 in München erneut zu versuchen.

Ganz so weit ist der junge Kegler Leonardo Irrgang noch nicht, aber er ist laut Trainerin auf einem guten Weg. Denn schon jetzt ist der Elfjährige zielstrebig seit etwa zwei Jahren beim Kegelsportverein Borussia 55 Welzow dabei. Seine Trainerin Ramona Strehlow unterstützt ihn auf seinem Weg. Sie engagiert sich laut Cindy Meißner besonders für den Nachwuchs. „Der Nachwuchs ist einfach wichtig, wenn dieser Sport weiter betrieben und aufrecht erhalten werden soll“, sagt Strehlow. Auch Steffen Pach, Abteilungsleiter im Kegeln bei Blau-Weiß 07 Spremberg sowie Jugendtrainerin Melanie Pach wünschen sich mehr Nachwuchs in dieser Disziplin. „Diese Sportart macht körperlich als auch geistig jede Menge Spaß und ist sowohl im Einzel- als auch im Mannschaftssport angesiedelt“, so Pach.

So seien derzeit einige aktive Classic-Kegler dabei, moderne Nachwuchs-Konzepte zu erstellen und die Jugend für diesen umwerfenden Sport zu animieren. „Auch der Kreisfachverband Spree-Neiße stellt sich gerade inhaltlich und strukturell etwas neu auf“, sagt Cindy Meißner. Vielleicht sind dann in 30 Jahren volle  Kegelhallen   wieder Normalität.

(ang)