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Junge Kunst im Speicher an der Berliner Straße

Im Speicher an der Berliner Straße in Spremberg treffen Fabrikarchitektur und antike Möbel auf junge Kunst.
Im Speicher an der Berliner Straße in Spremberg treffen Fabrikarchitektur und antike Möbel auf junge Kunst. FOTO: pr
Spremberg. "Stahlträger strecken sich in die Höhe. An den weißen Wänden hängen Drucke alter Fotos. Annett Igel-Allzeit

Die Luft fühlt sich schwer an. Ein alter, offener Aufzug füllt mit seinem Drahtkäfig den Treppenschacht und versperrt die Sicht in die obere Etage." Marco Wentworth von der Touristinformation Spremberg näherte sich so vor einigen Tagen dem Speicher in der Berliner Straße 8 in Spremberg. Angekommen ist er im Atelier der Geschwister Karolin und Sebastian Reiß. "Und alles war so", erzählt Wentworth, "wie ich Künstlerwerkstätten aus Berlin oder Leipzig kannte." Und das mitten in Spremberg. Für den jungen Touristiker, der in Cottbus wohnt, ist das eine tolle Entdeckung. Er kann sie weiterempfehlen, wenn Gäste der Stadt junge Kunst suchen.

Das Geschwisterpaar stammt aus Cottbus. Während Sebastian Reiß Bildhauerei in Freiburg studiert hat, wurde Karolin Reiß Gestalterin im Handwerk und Vergolderin, arbeitete an Restaurierungen mit, probiert sich aber im Design, in der Fotografie sowie in der Grafik auch künstlerisch aus. Vor einem Jahr haben sie den Speicher in Spremberg bezogen, sich zum Tag des offenen Ateliers im Frühjahr zum ersten Mal dem Publikum geöffnet.

"Minna", so nennt sich die Galerie von Karolin und Sebastian Reiß, hat zudem Platz für andere Künstler. So werden Inna Perkas aus Cottbus, Eva-Maria Übelhör aus Freiburg und Clemens Baldszun aus Stuttgart jetzt im Speicher ausstellen. Die Vernissage zu ihren Malereien und Installationen findet am morgigen Freitag, 22. September, statt. Ab 19 Uhr darf regionale und überregionale Kunst entdeckt werden. Einen allerersten Eindruck von den Werken gibt es auf der Internetseite www.myminna.net . Wentworth hat bei seinem ersten Besuch ein schwarzer Strauch mit freigelegter Wurzel beeindruckt. "Ein Buchsbaum, über den der Zünsler hergefallen war. Als Opfer des Massenkonsums und der Überzüchtung ist er im Speicher weiterhin etwas Besonderes", so Marco Wentworth. Und dabei wollte Karolin Reiß nur einen Flyer bei ihm in der Touristinformation auslegen.