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| 09:46 Uhr

Junge Judokas kämpfen sich ins Finale

Im sportlichen Zweikampf gilt es beim Judo den Gegner durch das Anwenden von Techniken auf den Rücken zu werfen.
Im sportlichen Zweikampf gilt es beim Judo den Gegner durch das Anwenden von Techniken auf den Rücken zu werfen. FOTO: Guhlan
Spremberg. Hebeln, Werfen, Halten – rund 500 Judokas von 68 Vereinen aus Deutschland, Tschechien, Polen und Österreich haben am vergangenen Wochenende um gute Plätze beim 9. Internationalen Kirschblütencup gekämpft. Anja Guhlan

Die Hallenuhr in der Sporthalle der Heidegrundschule in Neu-Haidemühl zeigt an diesem Samstag fünf Minuten nach 10 Uhr an. Die Judokas in ihren weißen Mänteln sitzen am Mattenrand. Angespannte Erwartung liegt im Raum, denn in diesen Minuten wird der 9. Internationale Kirschblütencup eröffnet. An zwei Tagen werden sich Judokas aus Deutschland, Tschechien, Polen und Österreich in den Altersklassen U9, U11, U13 und U16 messen.

Für den Veranstalter Reinhard Jung vom 1. Spremberger Judoverein 1982 ist dieser Cup immer auch eine Chance, diesen Jugendsport weiter zu etablieren. Nachdem der Veranstalter offiziell alle Judokas begrüßt hat und auch die neue amtierende Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier den Judokas Glück gewünscht hat, geht es los.

Fünf Wettkampfmatten sind in der Turnhalle verteilt. An jeder Matte steht ein Kampfrichter und davor sitzt an einem Tisch ein Wertungsteam. Die ersten Judokas werden aufgerufen. Die Kämpfe beginnen. Da wird gehebelt, geworfen, miteinander gerungen und versucht, den Gegner auf den Rücken zu werfen, um ihn für 20 Sekunden in dieser Position zu halten. Wer das schafft, gewinnt.

Beim Judo geht es um den Weg der Leibesertüchtigungen. Die Judokas bewegen sich bei dieser japanischen Kampfsportart wörtlich übersetzt auf einem "sanften Weg". "Ziel ist es durch das Anwenden von erlernten Techniken mit Kraft und Schnelligkeit den Gegner auf den Rücken zu werfen. Je besser der Gegner auf den Rücken fällt, umso bessere Bewertungen erhält er", erklärt Veranstalter Reinhard Jung. So muss der Judoka viele Techniken beherrschen, um zu siegen.

Auf einer der Wettkampfmatten kämpft gerade Erik Reinhold aus Frankfurt (Oder). Der Kampf ist sichtlich anstrengend, aber durch eine raffinierte Wurftechnik schafft es der Neunjährige, seinen Gegner auf den Boden zu werfen. Durch eine anschließende Festhaltetechnik gewinnt er schließlich den Kampf für sich. Erik ist glücklich. Der zweite Kampf ist bereits gewonnen. "Jetzt hoffe ich natürlich auf eine Medaille beim dritten Kampf", erklärt der Judoka, der seit rund vier Jahren diesen Sport ausübt.

Jeder Zweikampf ist spannend und die Eltern und Großeltern stehen meist am Mattenrand und fiebern mit. So sitzen auch die beiden Mütter Tina Genz (32) und Daniela Rettig (35) aus Forst am Mattenrand und feuern die beiden Töchter Liza und Marie-Helene kräftig mit an. Auch die achtjährige Nicole Vergin aus Neupetershain kämpft gerade, verliert jedoch den ersten Kampf. Durch das K.O.-System hat sie damit jede Chance auf eine Medaille verspielt. "Ist nicht so schlimm. Das ist mein erster Wettkampf, da kann man auch verlieren", sagt sie. Doch so leicht nehmen es nicht alle Judokas. Zum Teil werden auch bittere Tränen vergossen, weil der Gegner einfach stärker war.

Am Ende hilft den Judokas aber jeder einzelne Kampf weiter. Schließlich ist jeder Kampf ein Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele, bei dem jeder Judoka seine Persönlichkeit weiterentwickeln kann. ang1

Am Sonntagnachmittag fand die Siegerehrung statt. Es gab Medaillen für die sechs ersten Plätze in jeder der 80 Gewichtsklassen. Pokalgewinner 2014 in der Vereinswertung sind: 1. Spremberger Judoverein Sakura, UJKC Potsdam, UKS Judo Jaslo (Polen), USK Olymp Nova Sól (Polen) und Ceska Trebova (Tschechien).