ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:00 Uhr

Jugendliche auf der Suche nach ihrer Berufung

Spremberg.. Erste Liebe, Zeit mit Freunden verbringen, Schule, Hausaufgaben – das alles gehört zur Welt von 15-Jährigen. Dass es nur noch ein Jahr dauert, bis sie sich für einen Beruf entscheiden müssen, ist vielen kaum bewusst. Mit dem Projekt „Praxislernen“ (die RUNDSCHAU berichtetet) – dessen Startschuss gestern bei den Städtischen Werken Spremberg fiel – will die Berufsorientierte Oberschule Spremberg (ehemals Realschule) ihren Schülern den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Von Anke Richter

Etwas heiser klingt Harald Geislers Stimme gegen Mittag. Vor allen drei neunten Klassen der Oberschule hat der Bereichsleiter für Marketing und Vertrieb bei den Städtischen Werken seit dem Morgen hintereinander gesprochen. Dabei ging es unter anderem um die Anforderungen, die die Firma an Auszubildende stellt, wie das Bewerbungsverfahren bei den Städtischen Werken abläuft und was jeder Schüler selbst tun kann, um eine Lehrstelle zu bekommen.
Aufmerksam lauschen die knapp 30 Schüler der Klasse 9 c Geislers Worten. Von der richtigen Berufswahl spricht er, von 45 Jahren arbeiten in diesem Beruf. Er lässt Stichworte fallen wie Teamorientierung, Kommunikations- und Organisationsfähigkeit, Pünktlichkeit und . . . Motivation.
„Denn an dieser mangelt es den Schülern oft“ , weiß Katja Knuppe, Lehrererin für das Fach Wirtschaft, Arbeit, Technik (WAT) in der Oberschule. Sie betreut die neunten Klassen beim Projekt „Praxislernen“ . „Es ist gut, wenn die Schüler die Anforderungen an Auszubildende auch mal von Leuten aus der Wirtschaft, und nicht nur von uns hören“ , sagt die Lehrerin
Die Spremberger Oberschule ist eine von neun Schulen in Brandenburg, die am Projekt „Praxislernen“ beteiligt sind. „Es geht dabei darum, Berufsorientierung, praktische Erfahrungen und schulisches Lernen miteinander zu verbinden“ , erklärt Katja Knuppe. Insgesamt 40 Tage im Schuljahr, verteilt unter anderem auf zwei Praktikumswochen in Betrieben, zwei einwöchige Projektwochen an der Schule und ein Bewerbungsspiel im Juni kommenden Jahres, stehen dafür zur Verfügung.
Ein Berufswahlpass soll die Schüler während des ganzen Schuljahres und bis in die zehnte Klasse begleiten. Gestern bekam jeder der Schüler einen ausgehändigt. Katja Knuppe dazu: „Es ist ein Ordner, worin die Schüler alle Fakten, Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt eintragen und für sich bewerten können.“ Im Idealfall forme sich so in den Köpfen der Schüler eine konkrete Vorstellung von dem, was sie als Beruf machen wollen. „Solche Bewerber sind motivierter als die, die nach zig wahllosen Bewerbungen nur eine Zusage haben und diese dann notgedrungen ergreifen“ , weiß auch Harald Geisler.