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Welzow
Als Welzow die „falsche“ 700-Jahr-Feier beging

Welzow. 2018 stehen in der Stadt am Tagebau mehrere Jubiläen an. So jähren sich die Schließung des Postgebäudes zum 20. und die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses zum 90. Mal.

Freudige und traurige Jubiläen geben sich im neuen Jahr in Welzow ein Stelldichein. Bereits ein Vierteljahrhundert ist seit dem Abschied der sowjetischen Soldaten vom örtlichen Flugplatz ins Land gegangen. Am 15. Juni 1993 wurde das letzte Flieger-Geschwader verabschiedet, heißt es in der Chronik. Das war die Geburtsstunde der zivilen Nutzung des Flugplatzes in der Zschoppoheide. Im gleichen Jahr, allerdings am 8. Oktober, stand die alte Dorfschule in Flammen. Anschließend wurde das markante Backsteingebäude aber wieder saniert. Heute dient die Einrichtung als Begegnungsstätte.

Ausgerechnet am Ostersonntag 2018, dem 1. April, jährt sich die Schließung des Welzower Postgebäudes zum 20. Mal. Immerhin wurde damals eine Agentur in der Spremberger Straße errichtet.

Vor nunmehr 35 Jahren begingen die Welzower ihre 700-Jahr-Feier. Im Juli 1983 gab es eine Festwoche. Den Höhepunkt bildete der große Festumzug. Heute gilt allerdings der 12. Dezember 1547 als Zeitpunkt der urkundlichen Ersterwähnung. Damals tauchte der Name „Welcze“ erstmals in den Spremberger Stadtbüchern auf. Anno 1983 wurde in der Stadtverordnetenversammlung eine Übersicht über die örtlichen Gaststätten und Verkaufsstellen veröffentlicht. Vor dreieinhalb Jahrzehnten gab es in Welzow demnach sieben Lokale und 30 Geschäfte. Davon ist heute nur noch ein Bruchteil übriggeblieben. Allerdings wurden nach der Wende mehrere neue Unternehmen gegründet.

Genau ein halbes Jahrhundert ist seit der Gründung des Welzower VEB Baumaschinen vergangen. Der „Volkseigene Betrieb“ war aus der „ZW“, der Zentralwerkstatt, hervorgegangen. Zum Jubiläum bereitet der örtliche Heimatverein eine Ausstellung vor, die im September 2018 zur Museumsnacht eröffnet werden soll.

Vor nunmehr 85 Jahren begann der Bau der Welzower Badeanstalt. Die Einrichtung erfreut sich bis heute bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit. Allerdings präsentiert sich das Schwimmbad im Vergleich zu einst nicht unerheblich verkleinert.

Am 1. Dezember 2018 jährt sich die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses zum 90. Mal. Zeitgleich ging auch die Sanitätsstation der „Eintracht“-AG in Betrieb. Am 25. November 1928 wurde die Friedhofskapelle in Neu Welzow feierlich eröffnet. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Ausbau der Straße nach Bluno. Es ist anzunehmen, dass in jener Zeit auch die bis heute bestehende Roteichenallee angelegt worden war. Der Bau der Straßenverbindung von Welzow nach Proschim fand bereits vor 115 Jahren statt.

Vor 120 Jahren (1898) wurde Neu Welzow selbstständige Gemeinde. Erst im Frühjahr 1920 schlossen sich Alt- und Neu Welzow zu einer Kommune zusammen. Kurios: Gewisse Befindlichkeiten zwischen Alt- und Neu-Welzowern existieren bis heute.

(amz)