Zwar ließen sich seine Informationen von einer mit 20 Minuten avisierten Vortragszeit auf nicht einmal zehn raffen, doch scheint der neue Fahrplan jetzt klar. Die Finanzierung jedoch ist weiterhin offen. Auf 15 000 Quadratmetern der Fläche der ehemaligen alten Gärtnerei sollen eine 50 mal 20 Meter große und eine zweite kleinere Ausstellungshalle entstehen. Die große Halle soll mit gegenüberliegenden Toren eine Durchfahrt von Landmaschinentechnik möglich machen. Die Alte Mühle von Proschim ist weiter im Konzept künftiger Wegebeziehungen enthalten. Aus dem einstigen Traum einer kleinen Feldbahn, die den Ausstellungspark mit der Mühle verbinden sollte, wird nun allerdings nichts. Die Feldbahn sollte in Regie des Feuerwehrvereins entstehen und betrieben werden. Mit der Abwanderung des Vereins nach Welzow muss diese Idee zu den Akten gelegt werden.
Den neuen Namen Landwirtschafts- und Energiehof erhielt das Projekt für Proschim, weil eine Photovoltaikanlage integriert wurde, die auf lange Sicht für Einnahmen sorgen soll. Aber auch von einer Kleinkraftanlage war die Rede, die im Zusammenhang mit der Mühle aufgebaut werden solle. Aber darüber zu sprechen, sei noch verfrüht, so Friebel vor der Stadtverordnetenversammlung. Hier sprach der Planer auch von einer stufenweisen Realisierung des Vorhabens. Auf Eigenleistungen des Vereins kann gebaut werden. Ebenso sieht es beim Feuerwehrpark in Welzow aus. Hier ist der Projektentwurf bereits von den Stadtverordneten bestätigt worden, der für den Park in Proschim geht jetzt in die Ausschüsse.
So leicht wie es sich ein Bürger in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vorstellte, der von vorhandenem „Proschimer Geld“ sprach und kein Problem sehen kann, warum es nicht mit einem ersten Spatenstich für den Landwirtschaftspark weitergehen kann, ist es denn wohl doch nicht. Eine Vielzahl von Projekten warten in Welzow, einschließlich des Ortsteiles Proschim, auf Realisierung. In vielen Nachbarorten wurde gerade deshalb vieles erfolgreich bewegt, weil vorhandene Eigenmittel erfolgreich mit Fördermitteln kombiniert wurden und somit ein höheres Gesamtergebnis erzielt werden konnte. Der amtierende Welzower Bürgermeister Detlef Pusch (parteilos) erinnert daran, dass es mit der neuen Förderperiode jetzt erst losgehe und noch für keine Maßnahme eine Förderzusage vorhanden sei. Alle Konzepte seien abzuwägen und dann darüber zu entscheiden. Zankapfel ist jedoch immer wieder der bei einem Hausverkauf in Proschim erzielte Erlös, für den eine Zweckbindung für die Verwendung in Proschim beschlossen worden war.
Zwar sprach Jürgen Friebel in der vergangenen Woche in Welzow von einer Realisierung des Landwirtschafts- und Energiehofes in verschiedenen Stufen in den Jahren 2007 und 2008, doch schien er sich angesichts des langen, bereits zurückgelegten Weges damit selbst Mut machen zu wollen. Erfolgversprechend scheint da am ehesten die Denkrichtung, dass auch mit zunächst geringem Mittelaufwand und der Kraft des Vereins erste Realisierungsschritte möglich werden könnten. Ohne im Moment sichere finanzielle Deckung sei es schwierig, eine Terminkette aufzubauen, konstatiert Friebel.
Roland Bartusch vom Verein Feuerwehrmuseum spürt seinerseits einen ganz realen Druck, mit der Neuansiedlung in Welzow zu Stuhle zu kommen. Eigentlich sollte der Verein mit seiner Technik schon lange aus Alt-Haidemühl ausgezogen sein. Man werde momentan noch dort geduldet. Roland Bartusch hofft deshalb mit gut einem Jahr Verzug auf eine Umsiedlung bis Ende dieses Jahres. Mit gut 140 Besuchern sei der Museumsbetrieb an den zurückliegenden zwei Wochenenden am Alt-Standort fortgeführt worden, so Bartusch.