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| 16:46 Uhr

Spremberg
Jetzt sind die Grünschnäbel dran

Spremberg. Volkssolidarität plant für dritten Kita-Trakt Demenz-WG, doch der Zeitdruck ist hoch.

Die Kita  „Grünschnäbel“ auf dem Spremberger Georgenberg soll komplett saniert werden – endlich. Der Bauausschuss hat sich bereits mit der Raumplanung beschäftigt und über die Unterstellmöglichkeit für Kinderwagen nachgedacht. Doch der Bildungsausschuss diskutierte eine besondere Idee der Volkssolidarität, die Träger der Kita ist. Bürgermeisterin Christine Herntier und ihr Stellvertreter Frank Kulik pochen gegenüber der Volkssolidarität allerdings auf den 31. Mai.

Das Mehrgenerationenhaus, das die Kita „Grünschnäbel“ ist, bekommt regelmäßig Besuch von den Senioren der Tagespflege. Sie feiern Feste wie die Vogelhochzeit mit. Zeitweise schaute eine Lese-Omi in der Kita vorbei. Die Kinder treten beim Sommerfest des Trägers auf. Das Verhältnis zwischen Alt und Jung könnte noch intensiver sein, wenn der leer stehende dritte Trakt zu einer Demenz-WG umgebaut wird. Die Idee gefällt nicht nur der Volkssolidarität, sondern so eine Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen wird gebraucht in der Stadt, bestätigen Gäste und Mitglieder des Ausschusses.

Die Kita-Komplettsanierung wäre eine Chance, auch Nägel mit Köpfen für die Demenz-WG zu machen. Wie Frank Kulik erläutert, müssen einige Kindertagesstätten in Spremberg  inzwischen eine Warteliste führen. In der Kita „Grünschnäbel“ dagegen sei die Nachfrage nicht so groß. Zum Stichtag 1. März waren es im Jahr 2017 genau 55 Mädchen und Jungen – der Bedarfsplan gestattet 65 Kinder, die Betriebserlaubnis 90. Nach der Sanierung soll Platz für 80 Kinder sein. Kulik vermutet, dass die Einrichtung wegen ihres Zustands nicht so gern gewählt wird. Ein Großteil der Räumlichkeiten entspreche nicht mehr den heutigen Standards in Gemeinschaftseinrichtungen für KInder. Das bestätigen ihm Ratgeber wie „Bauen für Kinder“ und die Vorschriften der Unfallkasse Brandenburg.

Der Küchenbereich und die Bäder der „Grünschnäbel“ seien in den Jahren 2008 und 2012 schon einmal saniert worden. Aber in den Bädern wurden die Decken nicht abgehängt, die Elektroanlagen sind noch nicht saniert. Die Decke im Lüftungsbereich der Küche ist nass. Eine Nachbesserung helfe nicht.

Bei der Komplettsanierung sollen diese Schäden endgültig behoben werden. Für die Gruppenräume im Erdgeschoss wird auf eine Fußbodenheizung gehofft. Seit dem Abriss der Turnhalle gegenüber braucht die Kita einen Bewegungsraum. Ein Speiseraum wird vorgeschlagen. Und geschlechtsspezifische Personaltoiletten – tatsächlich hat die Kita einen Erzieher – werden gefordert.

Melanie Federau, seit Januar Geschäftsführerin des Verbandsbereiches Lausitz der Volkssolidarität, ist froh über die Sanierungspläne. Gern würde sie bei dieser Gelegenheit die Demenz-WG realisieren. Doch die Zeit ist knapp. „Bis Ende Mai muss uns ein Konzept für den dritten Trakt vorliegen, das auch finanziell untersetzt ist. Die Volkssolidarität muss bereit sein, das Objekt zu erwerben“, erklärt Frank Kulik im Bildungsausschuss. Kann der Träger kein Konzept vorlegen, werde der dritte Trakt abgerissen.

Den Handlungsbedarf für die Kita unterstreicht auch Bürgermeisterin Christine Herntier: „Wir haben auf dem Georgenberg in Sachen Kitaplätze eine Reserve. Das ist ein richtiger Schatz, Deshalb werde ich den Termin nicht aufweichen.“ Ilona Schulz (Linke) kennt den Zustand der Kita, lobt aber auch die Idee der Demenz-WG: „Ich glaube, das könnte gut funktionieren. Der Bedarf dafür steigt.“ Klaus-Dieter Peters (Vereinte Wählergruppen) hofft vor allem, dass die Kita ausgelastet ist.

„Die Sanierung unserer Kita soll auf keinen Fall in Verzug geraten“, versichert Melanie Federau dem Bildungsausschuss. Der Zeitdruck für ein finanziell untersetztes Konzept zur Demenz-WG sei allerdings hoch. Sie will es mit ihrem Team versuchen. „Merken wir, dass  es nicht zu schaffen ist, geben wir der Stadt  sofort ein Signal, damit weiter am Plan der Kita-Sanierung gearbeitet werden kann“, verspricht sie.