| 02:46 Uhr

Jede Menge "stachelige Gesellen"

Zur 40. Kakteenausstellung erschienen die Mitglieder des Kulturbundes und der Fachgruppe Kakteen und Sukkulenten in ihrem festlichen Outfit.
Zur 40. Kakteenausstellung erschienen die Mitglieder des Kulturbundes und der Fachgruppe Kakteen und Sukkulenten in ihrem festlichen Outfit. FOTO: mat1
Spremberg. An zwei Tagen hatten die Freunde der Kakteen und Sukkulenten in Spremberg wieder einmal so richtig Gelegenheit, die passenden Pflanzen für das eigene Fensterbrett herauszufinden. Zur 40. Martina Arlt / mat1

Kakteenausstellung konnten mehr als 800 Pflanzen in unterschiedlichen Arten und Gattungen von zwölf Kakteenfreunden in den Räumen der Spremberger Freilichtbühne bewundert werden. Mit einer großen Auswahl von 1000 Kakteen und Sukkulenten zum Verkauf machte die Spremberger Fachgruppe auf sich aufmerksam, die dem Kulturbund in Spremberg unter Leitung von Ralf-Peter Tiegs angehört.

Zur Eröffnung der Ausstellung sang der Spremberger Chor "Liedertafel". Auch die Bürgermeisterin Christine Herntier konnte an diesem Tag begrüßt werden. Zur Jubiläumsausstellung erschienen die Mitglieder der Fachgruppe Kakteen und des Kulturbundes in ihrem festlichen Outfit. Als Ausstellungsleiter wirkten am Wochenende Volker Schädlich und Erhard Lehmann. Seit vier Jahren nutzen die Kakteenfreunde nun die Spremberger Freilichtbühne, um die pflanzlichen Züchtungen der Öffentlichkeit vorzustellen. "An dieser Stelle muss ich heute auch an unseren Mitbegründer und Kakteenfreund Werner Hansel erinnern, der in diesem Jahr mit 76 Jahren verstorben ist. Denn er legte 1977 mit einer Einzelausstellung den Grundstein für unsere Fachgruppe. Er rief damals die Leute auf, sich für dieses schöne Hobby zu melden. Damals konnten schon zwölf Leute dafür gewonnen werden", sagt Erhard Lehmann, der Vorsitzende der heutige Fachgruppe Kakteen und Sukkulenten. So zählten die Spremberger Kakteenfreunde zu Hoch-Zeiten 40 Mitglieder und führten zwei Kindergruppen. Nach der Wende blieben nur noch sechs Leute übrig. Heute zählt die Fachgruppe 16 Mitglieder.

Die "echten Kakteenfans" stehen heute zu den Spremberger Ausstellungen bereits eine halbe Stunde vor Eröffnung in der Schlange, um Raritäten unter der großen Vielfalt zu entdecken. Auch die 70-jährige Brigitte Huber aus Welzow machte sich schon früh auf den Weg: "Mehr als 50 Kakteen haben wir Zuhause, es waren schon einmal mehr. Zehn Stück haben wir heute gekauft", so die Welzowerin.

Unter den Ausstellungspflanzen befanden sich beispielsweise Kakteen Frauenglück, Affenschwanz oder der blühende Schwiegermutterstuhl. Kakteenzüchter Burkhard Meinel hatte einen 70 Kilogramm schweren "Schwiegermutterstuhl" im Gepäck, der jedoch aufgrund des Gewichtes zum letzten Mal zur Ausstellung gezeigt werden kann. Wenn die stacheligen Schönheiten von den Spremberger Kakteenfreunden ausgestellt werden, dann reisen die Besucher aus Berlin, Weißwasser, Görlitz, Bautzen und Kamenz an. Auch in Spremberg selbst gibt es viele Kakteenfreunde. An beiden Tagen können jedes Jahr fast 300 Besucher begrüßt werden.

Der 66-jährige Uwe Thürmer von der Fachgruppe züchtete seit vielen Jahren diese Pflanzen und er ist heute immer zur Stelle, wenn Hilfe im Verein benötigt wird. "Kakteen sind pflegeleicht, haben eine Winterruhe, dann ist alles sehr entspannt. Die schönen farbig exotischen Blüten sind immer wieder eine Augenweide", so Uwe Thürmer. Auch Erhard Lehmann als Leiter der Fachgruppe fand 1979 die Leidenschaft für dieses schöne Hobby. "In unserer Region sind wir wohl nun schon fast so ein Leuchtturm für Kakteenliebhaber, denn auch die Cottbuser Fachgruppe ist nicht mehr sehr aktiv. So gab es von dort bereits Anfragen, ob sich einzelne Kakteenfreunde bei uns anschließen können", so Erhard Lehmann.

Doch auch die Spremberger Fachgruppe wird von großen Nachwuchssorgen geplagt. Als jüngstes Mitglied ist es der 28-jährige Daniel Arlt, als älteste Mitstreiterin Gisela Meyer mit 78 Jahren. Ein gutes Einstiegsalter in der Fachgruppe Kakteen wäre zwölf Jahre. Bei Interesse können sich die Hobbyzüchter beim Spremberger Kulturbund in der Karl-Marx-Straße 60 melden. Die Mitglieder treffen sich jeden dritten Dienstag im Monat beim Kulturbund der Stadt.