| 18:18 Uhr

Spremberg
Wenn es gleichzeitig in Hornow und Spremberg brennt

Zur Jahreshauptversammlung bekamen unter anderem Katharina Schwarzer, Henri Noack, Pascal Kroker-Manke, Marco Domula (v.l.n.r.) und Jamo-Joel Kaprolat (nicht im Bild) ihre Feuerwehrhelme.
Zur Jahreshauptversammlung bekamen unter anderem Katharina Schwarzer, Henri Noack, Pascal Kroker-Manke, Marco Domula (v.l.n.r.) und Jamo-Joel Kaprolat (nicht im Bild) ihre Feuerwehrhelme. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Zur Jahreshauptversammlung der Spremberger Feuerwehr sind fünf Jugendliche in den operativen Dienst übernommen worden. Von Annett Igel

Mit 229 Einsätzen im Jahr 2017 war die Spremberger Feuerwehr mit ihren Ortswehren Spitzenreiter im Landkreis. Wolfhart Kätzmer, der Kreisbrandmeister, hatte extra seinen Termin bei der Grünen Woche sausen lassen, um das den Kameraden um Stadtbrandmeister Frank Balkow zu sagen. „Damit habt ihr jeden siebten Einsatz im Landkreis bewältigen müssen. Insgesamt hatten wir in Spree-Neiße im Vorjahr 1659 Einsätze. Und ihr habt mir dabei auch noch den Rücken frei gehalten, denn ihr habt alle 229 Einsätze allein bewältigt. Ich musste nie vor Ort.“

Wie Stadtbrandmeister Balkow in seinem Rechenschaftsbericht erläutert, war es nicht nur die hohe Zahl der Einsätze – 56 mehr als 2016. „Sondern die vielen gleichzeitigen Alarmierungen stellten uns 2017 auf eine besondere Probe.“ Und damit meinte Balkow noch nicht die Stürme Xavier und Herwart, sondern zum Beispiel die beide großen Gebäudebrände in Hornow und im Spremberger Stadtkern am 7. Januar. Auch der Notruf von der Brandmeldeanlage des Sprela-Werkes beschäftigte am 10. Januar 2017 nahezu zeitgleich mit einer Ölspur in Spremberg.

Besonders gefährlich wurde es für Kameraden bei einer Rauchentwicklung im Keller eines Unternehmens im April: „Die Hauptstromeinspeisung des Werkes war explodiert. Und weil die Stadtwerke immer wieder Strom zuschalteten, folgten immer wieder neue Explosionen“, schildert  Balkow. Danach waren Strategiegespräche mit den Stadtwerken nötig, um künftig in solchen Fällen Gefahren für die Kameraden besser ausschließen zu können.

Dann kamen die starken Regenfälle: Neun Stunden waren die Feuerwehrleute mit ihrer Pumptechnik und Sandsäcken im Dauereinsatz. Bei Sturmtief „Xavier“ waren es vier­einhalb Stunden und die besondere Schwieigkeit, dass plötzlich die Leitstelle in Cottbus völlig überlastet und nicht mehr erreichbar war. „Die Stadtverwaltung hat hier in Zusammenarbeit mit der Stadtwehrführung schnell reagiert und die Zentrale der Feuerwehr im Stadtkern besetzt.“ Doch die Feuerwehrleute lassen nicht nur für Einsätze zu Hause oder im Job alles stehen und liegen, sondern viele Stunden sitzen und flitzen sie auch in Aus- und Weiterbildungen. 2017, so Frank Balkow, kamen da auf jeden Feuerwehrmann, jede Feuerwehrfrau durchschnittlich 40 Stunden. So gab es eine Hochwasserausbildung in Wilhelmsthal mit dem Technischen Hilfswerk, eine Ausbildung an Bahnanlagen mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn, eine Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe mit dem DRK. Das Fahren in schwerem Gelände mit den Tanklöschfahrzeugen konnte im Tagebau Welzow-Süd trainiert werden. Die Brandübungsanlage der Werkfeuerwehr konnten die Spremberger Kameraden wieder nutzen. Aber auch im Feuerwehrtechnischen Trainingszentrum in Berlin haben sich die Spremberger im Feuerinnenangriff mit Pressluftatemgerät schulen lassen, wobei die immer gefürchtete Rauchgasdurchzündung simuliert wurde.

Nur das Projekt „Kennenlernen des Hydranten-Netzes von Spremberg“ konnte leider noch nicht „ergebnisbefriedigend“, so Balkow, abgeschlossen werden. „Hier wollen wir bis zum Halbjahr 2018 ein Dokument erarbeiten, welches allen Kameraden eine Hilfe sein wird“, verspricht er.

Jahreshauptversammlung Feuerwehr Spremberg FOTO: Von Detlef Bogott

So wie 2017 hat die Spremberger Feuerwehr auch für 2018 wieder nur die Hälfte der an der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz beantragten Lehrgänge zugesagt bekommen. Ein Problem, dass Kreisbrandmeister Kätzmer und sein Stellvertreter Stefan Grothe beackern und immer wieder beim Landesbranddirektor ansprechen. Aber auch Kreisausbildungen laufen 2018 zahlreich: Oberste Priorität habe hier der Grundlehrgang Trupp­mann und der Lehrgang Sprechfunker. Den Grundlehrgang vor sich hat der 16-jährige Henri Noack. Er, Marco Domula und Pascal Kroker-Manke  vom Löschzug Weskow sowie Katharina Schwarzer und Jamo-Joel Kaprolat von der Löschgruppe Haidemühl wurden zur Jahreshauptversammlung in den operativen Dienst übernommen und bekamen ihre Feuerwehrhelme überreicht.

Neben einer Reihe von Funktionswechseln wurden mehrere Kameraden ausgezeichnet: Sichtlich gerührt war Friedrich Schwanz, der gestandene Feuerwehrmann wurde mit der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber geehrt. Leistungsabzeichen in der Sonderstufe Gold bekamen Andreas Flanz, Mario Lange und Torsten Woitkowiak. Schließlich musste auch Stefan Schröter seine Uniformjacke zuknöpfen, als ihm das Ehrenzeichen der Kreisfeuerwehr Spree-Neiße verliehen wurde.

Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier und Landrat Harald Altekrüger wünschten in ihren Reden und beim Auszeichnen den Kameraden vor allem Gesundheit. „Bleiben Sie gesund, denn wir brauchen  Sie!“, so die Bürgermeisterin.