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Jahresempfang der Stadt Spremberg: Alle Zeichen auf Partnerschaft

Einen neuen Vertrag über wirtschaftliche Kooperation unterschrieben Bürgermeisterin Christine Herntier und das Stadtoberhaupt von Szprotawa, Jozef Rubocha.
Einen neuen Vertrag über wirtschaftliche Kooperation unterschrieben Bürgermeisterin Christine Herntier und das Stadtoberhaupt von Szprotawa, Jozef Rubocha. FOTO: Rene Wappler
Spremberg. Mit einem Klassiker eröffnete das Duo Two Pieces am Freitagabend den Jahresempfang der Stadt Spremberg im Hotel Georgenberg: "I never promised you a rosegarden" – "Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen", sang Beatrice Haschick, am Piano begleitet von Alex Hanke. Ob es sich dabei um eine Anspielung auf die Attraktion der Nachbarstadt Forst handelte, ließen die Musiker offen. René Wappler

Bürgermeisterin Christine Herntier nutzte den Beifall der Gäste, um zu den Plänen für die Landesgartenschau überzuleiten. Sie bezog sich auf das Motto des Abends: "Vom Winde verweht werden wir noch lange nicht, im Gegenteil - er treibt uns an." Sie würdigte die Unterstützung der Landesregierung, die Städtepartnerschaften mit Szprotawa und Schelesnogorsk - und den Einsatz von Spremberg für die Laga-Bewerbung im Jahr 2022. Trotz knapper Kassen sei es möglich, "die Stadt so zu entwickeln, wie wir es uns lange nicht vorstellen konnten".

Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD) vom Potsdamer Wirtschaftsministerium erklärte: "In keiner anderen Stadt in Brandenburg gibt es so viele Beschäftigte je Einwohner wie in Spremberg." Schon deshalb gelte die Stadt als ein Zugpferd der wirtschaftlichen Entwicklung. Ein nochmaliger Strukturbruch wie in den 90er-Jahren müsse "dringend verhindert" werden. "Irgendwann wird es keine Notwendigkeit mehr für die Verstromung von Braunkohle geben", sagte er. Auf diesem Weg sei jedoch eine langfristige Förderpolitik nötig. Die Landesregierung werde den Prozess auch künftig unterstützen. Der Bund habe ebenfalls erkannt, dass die Lausitz Hilfe brauche.

Der stellvertretende Gouverneur der Region Kursk, Aleksandr Krivolapov, zählte ebenfalls zu den Gästen des Jahresempfangs. "Wir wissen bei jedem Besuch, dass uns hier in Spremberg Freunde erwarten", sagte er. "Gemeinsam entwickeln wir Partnerschaften in der Wirtschaft, der Kultur und weiteren Bereichen." Ein Unternehmen aus Kursk werde voraussichtlich LED-Lampen in den Industriepark Schwarze Pumpe liefern.

Der Oberbürgermeister von Weißwasser, Torsten Pötzsch, erinnerte an die politische Wende nach dem Ende der DDR und den damit verbundenen Wegzug vieler junger Leute aus der Region. Inzwischen habe sich die Einwohnerzahl von Spremberg jedoch stabilisiert.

Einen neuen Vertrag über wirtschaftliche Kooperation unterschrieben Bürgermeisterin Christine Herntier und das Stadtoberhaupt von Szprotawa, Jozef Rubocha. Beide Städte planen eine stärkere Zusammenarbeit beim Gewinnen von Fachkräften für die jeweilige Region und beim Austausch von Schülern und Praktikanten. Jozef Rubocha sagte dazu: "Heute darf ich uns wünschen, dass dieser Vertrag beiden Seiten Vorteile bringt." Für eine starke Wirtschaft sei schließlich auch das Erkunden neuer Absatzmärkte unabdingbar.